Rhein-Pfalz Kreis Eine Katastrophe kommt selten allein

91-74443917.jpg

Mutterstadt. Das Theater auf Tour hat auf seiner Uraufführungstournee zum Stück „Conni und das ganz spezielle Weihnachtsfest“ am Mittwochnachmittag im Palatinum Mutterstadt Halt gemacht. Viele Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter haben gemeinsam mit ihren Eltern oder Großeltern gespannt die Aufführung verfolgt.

Bei den Geschichten rund um Conni handelt es sich um eine Kinderbuchreihe von Julia Boehme. Tristan Berger hat die Weihnachtsgeschichte für die Bühne bearbeitet und Kosmas Chatziioannidis die Regie übernommen. Conni Klawitter ist neun Jahre alt und ein liebenswertes, hellwaches und eigentlich ganz normales Mädchen. Ihr jüngerer Bruder Jakob nervt manchmal, ihre Eltern sind nett und ganz normal. Ihr gescheiter, grau getigerter Kater „Mau“ übernimmt im Theaterstück die Rolle des Erzählers. „Ich bin der einzige Kater, der seinen Namen sagen kann“, stellt sich Stefan Senft, der im grauen Katerkostüm den tierischen Erzähler mimt, vor. Er muss seine Freundin Conni (Rosa Sutter) trösten. Dabei sah zunächst alles so gut aus: „Weihnachtsferien“, jubelt Conni. Zwar muss sie nachmittags auf ihren kleinen Bruder Jakob (Sarah Dombrowski) aufpassen, aber sie darf mit ihm auf den Weihnachtsmarkt, wo es viel zu erleben gibt. Bei so vielen Attraktionen auf dem Markt ist Jakob nur schwer zu bändigen. Conni begegnet dort Frau Hauser, die das Krippenspiel vorbereitet. Sie hat ein großes Problem: Für die Aufführung ist ihr der Engel, der die Geburt Jesu den Hirten verkündet, ausgefallen. Daher muss nun so schnell wie möglich Ersatz her. Conni wäre ihrer Meinung nach doch genau die richtige Person, um ihn zu ersetzen. Mit weißem Kleid, goldenen Flügeln und einem Heiligenschein könnte Conni „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ singen. Deshalb lernt Conni fleißig alle drei Strophen auswendig. Aber sie ist irgendwie vom Pech verfolgt: Erst bricht ein goldener Flügel, weil sich Jakob daraufsetzt. Das kann einigermaßen repariert werden. Dann kommt Connis großer Moment: Sie fängt an zu singen, Papa (Stuart Tayler) und Mama (Madeleine Beiner) sind ungeheuer stolz, aber bei der dritten Strophe vergisst sie plötzlich den Text. Peinlich! Conni weint laut und will nie, nie wieder raus unter Leute gehen. Dann bricht auch noch auf dem Heimweg der Haustürschlüssel ab, und der Schlüsseldienst muss kommen. Familie Klawitter wartet bei der freundlichen Nachbarin, der ehemaligen Opernsängerin Sandulescu, und die bringt Conni wieder auf bessere Gedanken – denn sie hat schon viel peinlichere Sachen auf der Bühne erlebt. Kater Mau erlebt derweil zu Hause sein eigenes Drama: Onkel Albert, ein ehemaliger Seebär (Christopher Jungbluth), hat einen Hund mitgebracht! Und mit dem ist der Kater während des Krippenspiels auch noch alleine. Allerdings, so berichtet Mau, ist es schwer, verfeindet zu bleiben, wenn man sich gemeinsam übers Weihnachtsgebäck hermacht. Das Stück überzeugte mit durchweg soliden Schauspielleistungen. Besonders Rosa Sutter und Sarah Dombrowski als Conni und Jakob waren kaum von „echten“ Kindern zu unterscheiden. (adö)

Mehr zum Thema
x