Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Frau mit enormer Tatkraft: Landesehrennadel für Christa Bug

Christa Bug wurde mit der Ehrennadel des Landes für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet.
Christa Bug wurde mit der Ehrennadel des Landes für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet.

Für ihr Engagement als Gleichstellungsbeauftragte, Gemeinderatsmitglied, in Arbeitskreisen und im Seniorenclub hat Christa Bug aus Böhl-Iggelheim die Ehrennadel erhalten.

„Ich habe immer aus dem Bauch heraus geurteilt“, sagt Christa Bug. Und sie ist sich ziemlich sicher, dass sie damit gut gefahren ist. Die 78-Jährige hat sich lange Zeit auf vielfältige Weise für die Menschen in ihrem Wohnort Böhl-Iggelheim engagiert und tut es immer noch. Dafür wurde sie jetzt mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Von der Ehrung hat sie selbst knapp drei Wochen vorher erfahren. „Erst ist mir die Sprache weggeblieben, dann habe ich vor Freude fast geweint“, sagt Bug, die von 2014 bis 2022 für die Sozialdemokraten im Böhl-Iggelheimer Gemeinderat saß. Vorgeschlagen für die Auszeichnung hatte sie ihr Ratskollege Johannes Zehfuß von der CDU.

Früh in der Gewerkschaft aktiv

Angefangen sich zu engagieren hat Christa Bug bereits, als sie nach einem Sozialen Jahr im Haushalt einer Familie in Hambach als junge Frau eine Stelle im Speyerer Kaufhof antrat. Dort war sie in der Gewerkschaft aktiv. „Ich bin als Arbeiterkind groß geworden“, erklärt die im badischen Wiesental geborene Tochter einer Köchin.

Durch die Arbeit lernte sie auch ihren späteren Mann Walter Bug kennen. Beide heirateten 1967 und lebten seither in Walter Bugs Heimatort Iggelheim. Nach der Geburt ihres Sohnes arbeitete Christa Bug in den Wirtschaftsbetrieben der BASF. 1972 kam ihre Tochter zur Welt, danach begann sie, für die Sozialstation in verschiedenen Haushalten zu putzen. Auch in der Gemeindeverwaltung war sie als Reinigungskraft tätig und half zu Veranstaltungen bei der Bedienung. Irgendwann habe sie nach einer Stelle im Büro gefragt, und so habe ihr Werdegang im Rathaus begonnen, erinnert die Rentnerin sich.

„Ich war auf dem für mich richtigen Platz: in der Zentrale am Telefon“, sagt Christa Bug und lacht. Schnell sei sie auch im Personalrat tätig geworden. 1982 kam sie außerdem durch ihren Mann, der eine Zeit lang im Gemeinderat saß, zum SPD-Ortsverein, dessen stellvertretende Vorsitzende sie später wurde.

Unermüdlicher Einsatz für Frauen

Als in Rheinland-Pfalz das Gleichstellungsgesetz in Kraft getreten war, wurde die Verwaltungsangestellte angesprochen, ob sie das Ehrenamt der Gleichstellungsbeauftragten im Rathaus übernehmen würde. In dieser Funktion war sie ab 1998 unter anderem bei Einstellungsgesprächen dabei. „Und damals hatten wir etliche Einstellungen“, merkt sie an.

2007 wurde Christa Bug zur Gleichstellungsbeauftragten für Böhl-Iggelheim ernannt. Dabei machte sie jedoch die Erfahrung, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit diesem Amt zunächst nicht so viel anfangen konnten. „Teilweise riefen sie an, weil sie zum Beispiel eine Wohnung brauchten“, berichtet die 78-Jährige. Doch mit ihrem unermüdlichen Einsatz konnte sie auch viele Frauen unterstützen. Zudem veranstaltete sie Frauenfahrten sowie Aktionen zum Tag gegen Gewalt an Frauen.

„Im Ort etwas bewegen“

Dem Ehrenamt blieb Christa Bug auch treu, nachdem sie 2011 in Rente gegangen war. 2014 wurde sie dann in den Gemeinderat gewählt, dem sie bis 2022 angehörte. „Das Engagement kam von innen heraus“, sagt die Sozialdemokratin. Sie habe immer das Bedürfnis gehabt, helfen zu wollen. Deswegen habe sie sich im Gemeinderat immer auf die Sache konzentriert. „Mir ging es nur darum, im Ort etwas zu bewegen, nicht um Machtspielchen“, bekräftigt Bug.

Sie engagiert sich im Arbeitskreis „Bündnis für Vielfalt und gegen Extremismus“, in dem sie die Verlegung von Stolpersteinen in Böhl-Iggelheim mit anregte, sowie im Mehrgenerationen-Arbeitskreis. Außerdem ist sie im Vorstandsteam des Seniorenclubs Schwarzweiherhof, Kassiererin der Naturfreunde Böhl, Mitglied bei den Landfrauen und im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr.

Nüchternes Fazit des Engagements

Entsprechend lobte Bürgermeister Peter Christ bei der Verleihung der Ehrennadel Bugs „enorme Tatkraft“ und ihren Einsatz für die Mitmenschen und das Ortsgeschehen. Die 78-Jährige selbst zieht ein nüchternes Fazit ihrer langjährigen Tätigkeit: „Ich habe leider nicht viel bewegen können, weil die Menschen mit Scheuklappen durchs Leben gehen“, bedauert sie. Dennoch bereue sie es nicht, sich engagiert zu haben und möchte auch andere ermuntern, dies zu tun.

Christa Bug, deren Mann 2018 verstarb, will sich künftig mehr ihren Hobbys widmen. So beschäftigt sie sich unter anderem gern mit Heilkräuter-Rezepten und ihrem Garten. „Außerdem fahre ich leidenschaftlich gern Auto, je größer, je lieber“, gibt sie zu. Und vielleicht kann sie sich ja sogar noch ihren Traum erfüllen – einmal im Leben einen Lkw zu fahren.

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