Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Zuhause für Wildbienen: Aktion an der Walderholung

Familie Schrauder bastelt gleich mehrere Bienenwohnungen für den großen Garten zu Hause.
Familie Schrauder bastelt gleich mehrere Bienenwohnungen für den großen Garten zu Hause.

Wohnungen für Wildbienen haben Kinder in der Walderholung gebastelt. Denn zu einem bienenfreundlichen Garten gehören nicht nur Blühpflanzen, sondern auch Nistmöglichkeiten. Diese dürfen durchaus bunt und fantasievoll sein.

„Das ist ein Nashorn“, erklärt Tarja und präsentiert stolz ihr Werk. Was vorher noch eine langweilige, leere Konservendose war, hat nun bunte Ohren, Beine, Augen sowie natürlich ein Horn aus Filz. Und, was für die künftigen Bewohner am wichtigsten ist: ein Innenleben aus hohlen Röhrchen. „Da kommen die Bienen und Insekten rein“, weiß die Fünfjährige, die mit ihrem Vater Simon Schneider an dem Angebot des BUND Rhein-Pfalz-Kreis teilnimmt.

Sechs Kinder haben sich mit Vater, Mutter oder Opa an diesem Morgen in der Walderholung eingefunden. Dort haben Anke Ittel und Carolin Schmid vom BUND einige Beispiele ausgelegt, wie die fertigen Insektenhotels aussehen können. Mal stecken die hohlen Stängel seitlich oder aufrecht in einer dicken Scheibe aus Lehm, mal sind sie in einer Dose aufgestellt. „Diese Nisthilfen bieten etwa einem Viertel der Wildbienenarten Unterschlupf“, erklärt Carolin Schmid. Für die Teilnehmer des Bastelkurses haben die Expertinnen Bambus und japanischen Staudenknöterich mitgebracht, weil diese Pflanzen die nötigen Voraussetzungen bieten. „Der Durchmesser sollte nicht größer sein als ein Zentimeter“, sagt Schmid. Zudem sollten die Ränder beim Schneiden oder Sägen nicht ausfransen oder gequetscht werden, weil die Bienen die Behausungen dann nicht annehmen.

Eine Dose wird zum Bienen-Zuhause

Beim Sägen hat die sechsjährige Clara aus Mutterstadt Hilfe von ihrer Mutter Christina Weis bekommen. „Den Lehm habe ich aus dem Wald geholt“, berichtet sie. Denn auch in die Dosen kommt ein Boden aus Lehm, in den die einzelnen Röhren gesteckt werden. „Mit dem Lehm zu bauen hat am meisten Spaß gemacht“, erklärt eine vierjährige Bastelfee aus Ludwigshafen, die ebenfalls Clara heißt. Sie hofft, dass in ihre bunt beklebte Dose, die sie am Balkon aufhängen möchte, schnell Bienen einziehen.

Die Schwestern Alina (10 Jahre) und Ronya (9 Jahre) haben gleich zwei Varianten gebastelt. Schließlich leben im großen naturnahen Garten der Familie in Limburgerhof jede Menge Insekten. „Unser Rasen ist eher eine Wiese“, sagt Vater Dirk Schrauder. Obstbäume, Ringelblumen, Kräuter – das Buffet für die Wildbienen ist reich gedeckt. „Man sollte schon darauf achten, wie man mit der Natur umgeht“, sagt Schrauder. Und so sind er und seine Töchter engagiert bei der Sache, um den nützlichen Tieren etwas Gutes zu tun.

Nisthilfe darf nicht pendeln

Die Naturschützerinnen vom BUND zeigen, wie die Nisthilfen gefertigt werden müssen. Und sie erklären auch, wie sie befestigt werden müssen: „Haus- und Schuppenwände sind geeignet“, so Carolin Schmid. „Bäume gehen auch, aber dann am Stamm. Es darf nicht pendeln.“ Zudem sollte der Eingang in Richtung Süden, Osten oder Südosten zeigen, damit es im Bienenhotel warm und trocken genug ist.

Der fünfjährige Rémi aus Schifferstadt, der mit seinem Opa Markus Drescher gekommen ist, hat eine Idee, wo die Nisthilfe gut aufgehoben wäre: an seinem Baumhaus. Ihm hat die Bastelaktion richtig viel Spaß gemacht. Und dass es nicht schwer sein muss, etwas für die Umwelt zu tun, weiß er jetzt auch.

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