Rhein-Pfalz Kreis Ein unschlagbares Team

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Mutterstadt. Wenn Hunger und Durst sich bei den Wasserratten im Freizeitbad Aquabella in Mutterstadt melden, ist der neue Chef des Bistros zur Stelle. Uwe Schollenberger hat Mitte Mai die Pacht übernommen und sich damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt, wie er selbst sagt. Gemeinsam mit seiner Frau Christine Schollenberger-Diehl hat er sich auf das Abenteuer Gastronomie eingelassen.

Die Idee, das Bistro zu übernehmen, kam den Eheleuten spontan, erzählen sie. „Eigentlich wollten wir privat nach Immobilien schauen. Irgendwie sind wir dann aber auf den Gewerbeseiten gelandet“, berichtet Christine Schollenberger-Diehl. Dort hätten sie das Pachtangebot fürs Aquabella entdeckt. „Ich wollte mich sowieso beruflich neu orientieren und da kam das gerade recht“, berichtet ihr Mann Uwe. Die Arbeit als Lagerfacharbeiter bei der BASF sei ihm mit der Zeit zu eintönig geworden, und so habe er sich entschieden, einen völlig neuen Weg einzuschlagen. „Jetzt bin ich mein eigener Chef, und das fühlt sich richtig gut an“, sagt der 44-Jährige. Natürlich sei sein Lebensrhythmus nun völlig auf den Kopf gestellt, denn Wochenenden habe er jetzt so gut wie keine mehr. Dafür könne er jetzt für sich selbst arbeiten und seine eigenen Ideen verwirklichen. Das sei in seinem vorherigen Beruf nicht möglich gewesen. „Uwe ist mit der neuen Aufgabe viel ausgeglichener als früher“, sagt seine Frau. Außerdem sei er von seiner Art her genau der Richtige für den Job. Er sei ein ruhiger und besonnener Zeitgenosse, der lange brauche, bis er aus der Haut fahre – eine ideale Charaktereigenschaft für die zeitweise stressige Arbeit im Bistro. Lange Jahre hinter der Theke der Meckenheimer Gässelweinkerwe, damals noch ehrenamtlich, hätten den Neu-Gastronomen auf sein heutiges Arbeitsleben gut vorbereitet. Auch Christine Schollenberger-Diehl hat lange Jahre im Service gearbeitet. Die beiden wissen also, was sie tun. Die Aufgabenteilung des Ehepaars, das seit fast fünf Jahren verheiratet ist, ist klar geregelt. „Christine ist für den ganzen Schreibkram, also die Buchhaltung, zuständig“, sagt Uwe Schollenberger. „Die Küche dagegen ist sein Reich“, ergänzt seine Frau, die als Buchhaltungs- und Personalleiterin in einem Unternehmen in Deidesheim tätig ist. An den Wochenenden und in den Ferien versuche sie, ihren Mann so gut es geht zu unterstützen. „Christine ist das komplette Gegenteil von mir. Sie ist sehr aufgeschlossen und in positiver Weise bestimmend“, sagt das neue Gesicht hinter dem Tresen schmunzelnd. „Das kann ich unterschrieben“, pflichtet ihm seine Frau bei. In ihrer Unterschiedlichkeit ergänzen sich die beiden aber perfekt, ist das Ehepaar überzeugt. Sie bilden eine typische Patchworkfamilie: Christine hat einen Sohn, Uwe drei Töchter. Gutes Organisationsvermögen ist also von zu Hause aus antrainiert. In der Eröffnungsphase müsse die Familie leider etwas auf der Strecke bleiben. Aber die Schollenbergers sind zuversichtlich, dass sich das mit der Zeit einspielt. Von ihrem Umfeld, zum Beispiel auch Uwes ExFrau, erhalten sie außerdem große Unterstützung, erzählen sie. „Momentan ist mein Mann im Bistro noch Alleinunterhalter“, berichtet Christine Schollenberger-Diehl. Doch das soll sich ab Anfang Juni ändern. Eine Teilzeitkraft soll ihren Mann von da an unterstützen. Für die Ferien werden außerdem noch Aushilfskräfte gesucht. Ihr Angebot ist typisch für ein Schwimmbad-Bistro. „Unsere Renner sind Chicken Nuggets und Pommes frites“, zählt Uwe Schollenberger auf. „Dicht gefolgt von Currywurst und Cheeseburger“, ergänzt seine Frau. Neben dem Fastfood hat das Bistro-Team auch Frisches wie Salate und Milchshakes anzubieten. Auch für die Vegetarier und Muslime unter den Gästen sei etwas dabei: Der gebackene Schafskäse sei bisher sehr gut angekommen. Mit 21 Eissorten sind auch die Schleckermäulchen gut bedient. Die typische „gemischte Tüte“ haben die Schollenbergers nun auch im Sortiment. „An die hatten wir anfangs ehrlich gesagt gar nicht gedacht“, gesteht Uwe Schollenberger. Mittlerweile haben sie die Süßigkeiten vorrätig. „Wir versuchen, die Kundenwünsche so gut es geht zu verwirklichen“, verspricht Christine Schollenberger-Diehl. „Nur fürs Spanferkel haben wir keine Ausrüstung“, sagt die 45-Jährige lachend. Aktionen wie eine Pasta-Woche oder „Zwiwwelkuche unn neie Woi“ im Frühherbst sollen die regulären Angebote auflockern. Die ersten Tage waren zufriedenstellend, resümiert der neue Pächter. Anfangs sei generell alles noch etwas chaotisch und stressig gewesen, aber der „positive Stress“ habe sich gelohnt. Bei einem Punkt sind sich die Schollenbergers einig: „Wir sind ein unschlagbares Team und sind froh, diese Entscheidung getroffen zu haben.“

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