Rhein-Pfalz Kreis Ein toter Physiker und ein feuriges Buffet

Mutterstadt. Wolfgang Burger als erfolgreichen Krimiautor zu bezeichnen, ist sicherlich nicht falsch. 500.000 Mal sind seine 17 Romane bisher verkauft worden. Am Donnerstagabend hat der Autor zum Welttag des Buches aus seinem neuen Roman „Tödliche Geliebte“ gelesen. Und in der Pause wartete eine besondere Überraschung auf die Gäste.
Alexander Gerlach heißt die Hauptfigur, die bei Wolfgang Burger immer wieder zum Einsatz kommt. In seinem neuen Krimi muss der Kripochef den Tod eines jungen Physikers aufklären, der sich beruflich mit hoch radioaktiven Materialien beschäftigt hat. Der Mann wird erschossen in einer Dachwohnung in der Heidelberger Altstadt aufgefunden. Eine Bewohnerin hatte Gerlach über einen starken Geruch informiert. „Von innen hörte ich leise Musik. Vielleicht ein Radio. Und da war noch etwas anderes in der Luft. Ein Geruch, der mir als Chef der Kriminalpolizei leider nur zu bekannt war. Es stank nach Verwesung. Ich klopfte – keine Reaktion. Ich klopfte kräftiger – nichts“, lautet eine Stelle, die Burger am Donnerstagabend vorlas. Die Veranstaltung organisiert hatte die Gemeindebibliothek. Und das mit Erfolg. Knapp 50 Menschen waren der Einladung zum Welttag des Buches gefolgt. Krimis scheinen dabei vor allem Frauen zu faszinieren – fast alle Zuhörer waren weiblich. Lesungen gibt es viele, doch diese war besonders angenehm. Burger erwies sich als Autor, dem man aufgrund seiner ruhigen Stimme gerne zuhörte. Und die Mitarbeiterinnen der Bibliothek hatten sich für ihre Gäste wieder einmal etwas Besonderes ausgedacht. In der Pause konnten sich diese an einem reichhaltigen Buffet laben, bei dem – passend zum Krimigenre – die Farben Rot und Orange dominierten: Karotten und Radieschen, Bruschetta mit passierten Tomaten und feurig-würzige Salami. Dazu wurde Traubensaft gereicht. Der Fall um den toten Physiker wird zwar im Buch aufgeklärt. In der Lesung aber verriet Burger das Ende nicht. Vielmehr verstand er es, die Stellen so zu wählen, dass der Plot zwar verständlich wurde, die Spannung aber erhalten blieb. Die Zuhörerinnen folgten Kripochef Gerlach durch das Rotlichtmilieu von Heidelberg. Denn in den Fall verstrickt ist auch eine junge, osteuropäische Prostituierte namens Tina. Gerlach werde auf jeden Fall weiterhin ermitteln, versprach Burger. „Band zwölf der Reihe ist bereits in Planung.“ Die Bücher von Burger seien nicht blutrünstig, sagte Birgit Bauer, Leiterin der Gemeindebibliothek, auch Familienkonflikte kämen immer wieder darin vor. Wolfgang Burger, geboren 1952 im Südschwarzwald, ist promovierter Ingenieur und als Leiter einer Forschungsabteilung am Karlsruher Institut für Technologie tätig. Er hat drei erwachsene Töchter und lebt in Karlsruhe und Regensburg. Seit 1995 schreibt er Kriminalromane und hin und wieder auch Kurzgeschichten. „Er befindet sich kurz vor dem Ruhestand“, sagte Birgit Bauer bei der Begrüßung. Das biete für einen Autor aber einen Vorteil: Er habe mehr Zeit fürs Schreiben. (apk)