Mutterstadt Ein Orchesterkonzert mit Tanzeinlagen
„Wären nicht so viele noch nicht ausgewachsen, hätte der Platz nicht gereicht“, stellte der Leiter Christoph Utz bei der Moderation fest. Dennoch hatte er vorsichtshalber die hinteren Reihen angewiesen, sich nicht nach vorn zu beugen, nicht dass noch die erste Reihe herunterfalle. Es standen das komplette Jugendsinfonieorchester, das Streichervororchester und das Ensemble „Bratschenpower“ gemeinsam auf der Bühne, dirigiert von Hiltrud Wies.
Der Schwung der ganzen Aufführung war schon am Thema abzulesen: „Dances“. Es gab Tanzmusik aus aller Welt, vom barocken Rondeau von Jean-Joseph Mouret, mit dem das Konzert begann, über Walzer und Tango bis hin zu brasilianischen und karibischen Tänzen und modernen Pop-Evergreens. Eine besondere Überraschung war das Tanzpaar der Tanzschule Nagel, Victoria Daub und Anthony Kuras, das erst „Totally Tango“ zeigte und dann den „Walzer Nr.2“, einen klassischen Wiener Walzer von Dmitri Schostakowitsch. Ganz zum Schluss tanzten sie noch zu lateinamerikanischer Musik – etwa „La Bamba“, natürlich stilecht gekleidet.
Die beiden jungen Tänzerinnen Saskia Langohr und Hannah Freund präsentierten akrobatischen Modern Dance zu „Animal“ von Martin Garrix. Die jungen Musikerinnen und Musiker hielten dabei exakt den Rhythmus, keine kleine Leistung. Schlagzeuger Adrian Sold, der „Animal“ arrangiert hatte, sei im Hauptberuf künftiger Lokführer, verriet Utz. „Vertraut mit dem Deutschlandtakt, werden seine Züge sicher immer pünktlich sein“, scherzte der Musikschulleiter. Und noch eine Überraschung: Der Kreisbeigeordneter Volker Knörr (CDU) hatte just an diesem Tag Geburtstag und wünschte sich, mitspielen zu dürfen. Der Wunsch wurde erfüllt. Er spielte bei einem Stück die Tuba, das größte Instrument der Musikschule, hinter der er, wahrlich nicht klein, völlig verschwand.
In der Musikschule gebe es ein „Bratschenbiotop“, sagte Christoph Utz. Entstanden sei das, weil die Bratschen bei den klassischen Orchestern so oft unterschätzt werden. An diesem Abend zeigten die mittlerweile 45 Bratschenpower-Mitglieder, was dieses Instrument alles kann, etwa mit „Crocodile Rock“, „Fields of Gold“ und einem spektakulären Arrangement des Songs „Like Ice in the Sunshine“. Am Ende waren die Gäste gefragt: Wiener Walzer für alle! Da tanzten die Eltern, Großeltern, auch Kinderrunden und Mütter mit Babys.