Rhein-Pfalz Kreis Ein Hauch von Exotik im November-Grau
Im Rhein-Pfalz-Kreis ist es seit einigen Tagen ziemlich kalt und klamm, und irgendwie macht das so gar keinen Spaß. Damit uns wenigstens gedanklich wieder wärmer wird, bietet es sich an, einen Blick zurück zu werfen – auf bessere Zeiten. Also auf die, in denen wir noch ohne Jacke vor die Tür gehen konnten. Zum Beispiel, um unsere Bananen zu pflegen. Ja, genau: Bananen! Denn auch wenn uns das gerade kaum noch erinnerlich ist: Die Adjektive schön und lieblich reichen nicht, um in Worte zu fassen, was sich sommers hier abspielt. Heiß und stickig trifft es eher. „Tropisch“ passt offenbar auch. So scheinen es jedenfalls die Stauden der Baumgärtners in Limburgerhof zu sehen. Im Garten der Bananenliebhaber, mitten in der Vorderpfalz, gedeihen viele der exotischen Pflanzen. Besonders prächtig sind drei Rote Zierbananen geraten. Nach allem, was Susanne Baumgärtner und ihr Mann Matthias wissen, kommen diese Pflanzen eigentlich aus Äthiopien. Damit dürften sich alle weiteren Fragen zum genauen Hitze- und Stickigkeitsgrad im sommerlichen Rhein-Pfalz-Kreis erübrigen. Fest steht: Die Roten Zierbananen fühlen sich hier pudelwohl. Die älteste der drei – fünf Lenze zählt sie – ist mehr als vier Meter hoch und ihr Stamm über 1,50 Meter breit. Die einzelnen Blätter sind bis zu drei Meter lang und ohne eben jene wiegt das Ungetüm 180 Kilogramm. Das wissen wir so genau, weil die Baumgärtners es genau wissen. Und die wissen es, weil sie ihre Pflanzen kürzlich fit für den Winter gemacht haben. Das heißt: Die Blätter wurden abgeschnitten, die Stauden aus den Beeten gegraben und in die Garage geschleppt. Weil die Pflanzen flache Wurzeln haben, sei das gar nicht schwierig, erklärt Susanne Baumgärtner: „Anfangs durften die Pflanzen im Keller überwintern, aber dafür sind sie jetzt zu groß und zu schwer.“ Und wie kommt man auf den Gedanken, Bananen in einem deutschen Garten zu ziehen? Ein Faible für Afrika? Samen von einer Äthiopienreise mitgebracht? Mitnichten! In Bayern hat sich Matthias Baumgärtner bei einer Tante mit dem Bananen-Virus infiziert. Und nun gefallen ihm die exotischen Pflanzen so gut, dass er gar nicht genug davon kriegen kann. Neben den Roten Zierbananen hat er japanische Faserbananen. Sein jüngstes Projekt: eine Bananenbank, in der er selbst kleine Pflanzen heranziehen will. Der Lohn ist ein exotischer Garten, für den es viel Lob von den Nachbarn gibt. „Es ist wunderbar, im Sommer unter diesen großen Blättern zu liegen“, berichtet Susanne Baumgärtner. Gelegentlich bauen ihr Mann und sie ein Wasserbecken unter den Stauden auf und genießen das Urlaubsgefühl im eigenen Garten. Geblüht haben die baumgärtnerischen Bananen übrigens noch nie. Bei der größten könnte es aber 2017 – in ihrem sechsten Lebensjahr – endlich so weit sein. „Wir sind gespannt, wie das aussieht. Wir haben nämlich keine rechte Vorstellung davon“, verrät Susanne Baumgärtner. Die Früchte von Zierbananen schmecken anders als das, was wir kennen. Sie werden oft zu Mehl verarbeitet, und auch der ganze Rest der Pflanze wird verwertet. Zum Flechten von Matten etwa. Vielleicht in diesem Fall, um das Pool-Erlebnis in der tropischen Pfalz künftig noch exotischer zu gestalten?