Rhein-Pfalz Kreis „Ein gutes Miteinander“

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Mutterstadt. Vor 50 Jahren hat die Kindertagesstätte St. Medardus in der Friedrichstraße in Mutterstadt ihr neues Zuhause gefunden. Das wird am Samstag mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Straßenfest rund um die Kita gefeiert. Für die Leiterin Bianca Biello eine Herzensangelegenheit, schließlich ist sie selbst schon als Kind hier auf die Schule vorbereitet worden.

Kaum zu glauben, dass die Mutterstadter St. Medardus Kindertagesstätte schon 50 Jahre auf dem Buckel hat. Denn: Nicht nur die Räumlichkeiten des ehemaligen katholischen Schwesternhauses entsprechen den höchsten Standards, sondern auch die Methoden der 14 Erzieherinnen in der Einrichtung sind auf dem neuesten Stand. Dass der Kindergarten, der eigentlich schon viel länger als 50 Jahre in der Gemeinde ansässig ist, 1964 sein neues Domizil in der Friedrichstraße bezogen hat, hing damals mit der steigenden Nachfrage durch die wachsende Kinderzahl zusammen. Dieser Trend hält bis heute an. „Wir haben fünf Kindergärten in Mutterstadt, trotzdem fehlen noch Plätze. Ganz besonders Ganztagesplätze“, sagt Bianca Biello, die 2012 die Leitung der Kita übernommen hat. Durch den Umbau der Einrichtung im Jahr 2010 wurde auf die steigende Anfrage nach Ganztagesbetreuung reagiert. In den vier Gruppen, die Sonnenblumen, Gänseblümchen, Löwenzahn und Kornblumen heißen, werden momentan 100 Kinder betreut, 48 davon bis in den späten Nachmittag hinein. Mit dem Umbau ist aber nicht nur das Ganztagesangebot ausgeweitet worden. Die kleinkindgerechte Umgestaltung der Räumlichkeiten sowie die Anpassung der erzieherischen Aufgaben an die Betreuung von Kinder ab zwei Jahren war dabei ebenso wichtig. Dass der Alltag mit so jungen Kindern in den Gruppen anspruchsvoller geworden ist, weiß Bianca Biello sehr gut. „Gerade für Zweijährige ist das hart. Schließlich ist der Ablauf ganz anders als zu Hause. Hier sind die Kinder in großen Gruppen, mit neuen Regeln und anderen Bezugspersonen“, sagt die Leiterin, die seit 1997 in St. Medardus arbeitet. Die Ansprüche an die Erzieherinnen seien damit ebenfalls gestiegen. Zu den bisherigen Aufgaben sei Pflege hinzugekommen, unter anderem mit Wickeln oder Füttern der Kinder. „Auch der Tagesablauf ist ein anderer. Früher fand viel am Tisch statt. Heute hat sich das eher auf den Boden verlagert“, erläutert Biello. Dennoch sei die Betreuung der Zweijährigen eine Bereicherung. Gerade für die älteren Kinder, die so früh lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Sie begleiten die Kleinsten auf die Toilette, helfen deren Taschen zu holen, oder trösten die Knirpse, falls das Heimweh doch zu groß wird. Gegen den aktuell vorherrschenden Trend befindet sich die Kita, wie bereits in ihren Anfangstagen, in katholischer Trägerschaft. „Es ist ein gutes Miteinander mit der Kirche“, betont Bianca Biello, die dabei besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Helmut Endres, hervorhebt. Dieser wird bei den Feiern am Samstag auch den Gottesdienst halten. „Die Nähe zur Kirche und die religiöse Erziehung spielen eine wichtige Rolle“, sagt die Kita-Leiterin. Den Zwang, in die Kirche gehen zu müssen, gebe es aber nicht. Den Eltern und Kindern sei es freigestellt, Veranstaltungen wie Gottesdienste zu besuchen. Vor allem das Verhältnis zu den Eltern und unter den Kollegen sei für einen reibungslosen Ablauf wichtig. „Die Eltern sehen: Hier versteht man sich. Es ist schön, wenn man sich nicht nur als Kind willkommen fühlt, sondern auch als Erwachsener“, erklärt die Erzieherin, die den Eltern ein großes Lob ausspricht. Diese seien auch im Hinblick auf das Straßenfest verständnisvoll und kooperativ gewesen. „Es wurde viel gebastelt, genäht, gekocht. Das damit eingenommene Geld kommt der Kita zugute“, sagt Bianca Biello. Das Straßenfest mit Spielstationen für Kinder, Cocktailbar für die Erwachsenen sowie Live-Musik der Band „Die Rockkapelle“ startet um 18 Uhr rund um die St. Medardus Kindertagesstätte. Der Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Medardus findet bereits eine Stunde früher, um 17 Uhr statt. (joko)

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