Rhein-Pfalz-Kreis
Ein Film mit Knalleffekt, ein Schwabe in der Pfalz und feine Rhetorik
Film: Bombig
„Das hab' ich mir beim Schneiden schon gedacht, dass das einen Lacher gibt“, sagte Bürgermeister Andreas Poignée (CDU) beim Neujahrsempfang der Gemeinde Limburgerhof. Es ging um seinen Film über die Partnergemeinde Chenôve (Frankreich). Da zeigte er, wie sich der Ort im Burgund von einem kleinen Winzerdorf zu einer Boomtown mit riesigen Hochhauskomplexen entwickelt hat. Die zeigte er auch im Film. Es gab in der Folge dort einige Probleme und schwierige soziale Brennpunkte. Die von der Künstlichen Intelligenz generierte Stimme zum Film sagte gerade: „Und so investierte Chenôve in eine nachhaltige Stadtentwicklung“, als das Bild die Sprengung eines Hochhauskomplexes zeigte, der in einer großen Staubwolke in sich zusammensank. Die Zuschauer in Limburgerhof amüsierten sich bestens. Und mit seinem trockenen Humor legte Poignée nach: „Ich versichere Ihnen, dass dies nicht die Stadtentwicklung ist, die wir uns in Limburgerhof vorstellen.“
Gebabbel: Verständlich
Die ersten Tage nach meinem beruflichen Wechsel in die Lokalredaktion der RHEINPFALZ haben eines bestätigt, was mir viele Menschen im Vorfeld über die Region hier berichtet hatten: Die Pfälzer sind wirklich liebe und offene Leute. Und vor allem: Anders als in meiner schwäbischen Heimat geizen sie nicht mit Worten und sprechen die Menschen direkt an. Beim Termin im Wahlausschuss des Rhein-Pfalz-Kreises gab es gleich eine Kostprobe. Landrat Clemens Körner (CDU) begrüßte mich mit: „Do is jo de Schwob!“ Er beanstandete zwar, dass ich ihm bei unserem Kennenlernen keine Spätzle oder Maultaschen mitgebracht hatte – aber das Klischee vom geizigen Schwaben kommt ja nicht von ungefähr. Sehr aufmerksam von Körner war allerdings die Zwischenfrage im Ausschuss, ob ich das „Gebabbel hier überhaupt verstehen kann“. Doch so unverständlich ist der Pfälzer Dialekt gar nicht. Von der Pfälzer Lebensfreude und Offenheit kann ich mir auf jeden Fall eine Scheibe abschneiden. Und sollten die Pfälzer Tipps beim Sparen brauchen, können sie gerne zu mir kommen. Auch der Landrat.
Schlagabtausch: Rhetorisch
Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Oft entstehen sie durch Irrtümer. Oder Interpretationen. Und manchmal liegt auch gar kein Fehler vor. Sondern einfach nur die Darstellung eines Ablaufs von Ereignissen. Darf Ralf Marohn, FDP-Bewerber um das Landratsamt, im Fall eines Wahlsiegs auch Ortsbürgermeister bleiben? Nein, meint das Land. Aber Marohn würde eben gerne ... Was er bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur auch gesagt hat. Also hat da jemand einen Fehler gemacht? Der Schuldige war für Landrat Clemens Körner im Wahlausschuss klar: „Des war än Fehler vun de Rhoipalz“, meinte er und lachte. Und sein Parteifreund, der Böhl-Iggelheimer Bürgermeister Peter Christ, stimmte mit ein: „Lügenpresse!“, meinte der trocken und rhetorisch eher untypisch für seine Partei. 2024 ist man im Kreis Germersheim davon ausgegangen, dass Volker Hardardt, der ähnliche Absichten wie Marohn hatte, bei einem Wahlsieg gleichzeitig Ortsbürgermeister von Lustadt und Landrat sein kann. Dieses Missverständnis wurde aufgeklärt. Übrigens auch durch eine RHEINPFALZ-Anfrage beim Land.
Ein fehlerfreies Wochenende wünscht die Landredaktion