Rhein-Pfalz Kreis Eigenverantwortlich leben

Wichern-Werkstatt: Leiter Holger Paul (links) in Speyerer Filiale.
Wichern-Werkstatt: Leiter Holger Paul (links) in Speyerer Filiale.

50 Jahre Evangelische Heimstiftung der Pfalz – das wird am morgigen Freitag rund um die Speyerer Gedächtniskirche gefeiert. Beginn ist mit einem Gottesdienst um 11.30 Uhr, danach folgen ein Festakt (12.30 Uhr) und ein „Heimstiftungsmarkt“. Die Verwaltungszentrale des rund 1050 Mitarbeiter zählenden diakonischen Trägers ist in Speyer im St.-Klara-Kloster-Weg 7. 14 Einrichtungen sitzen in anderen Orten.

Das Wort Diakonie kommt von dienen – in diakonischen Trägern sind die sozialen Aktivitäten der protestantischen Kirche zusammengefasst. In der pfälzischen Landeskirche gehören die Diakonissen dazu, der Landesverein für Innere Mission oder auch das Diakonische Werk. Mit Letztgenanntem ist die Geburtsstunde der Heimstiftung verbunden: Im November 1967 fasste die Landessynode den Beschluss, die sozialen Aktivitäten in der Diakonie als Spitzenverband zu bündeln, aber dieser sollte nicht zugleich mit der Trägerschaft von Heimen belastet sein. Es wurde parallel eine Stiftung gegründet. Das Diakonische Werk wie die Heimstiftung nahmen 1968 ihre Arbeit auf. Es gehe stets darum, Menschen zu einem „eigenständigen, eigenverantwortlichen Leben zu befähigen“, umreißt Manfred Sutter, der als Oberkirchenrat den Stiftungsrat führt, die wesentliche Aufgabe. Von Anfang an ging es um Kinder-, Jugend- sowie Suchtkrankenhilfe. In den 1970er-Jahren kam die Integration behinderter Menschen hinzu, von 1988 bis 2005 waren Aus- und Übersiedler ein weiterer Schwerpunkt. Um sechs Einrichtungen mit 324 Betreuungsplätzen ging es laut Heimstiftung im Gründungsjahr. 50 Jahre später steuert der Träger 14 Einrichtungen mit rund 1400 Plätzen an etwa 70 Standorten in der Pfalz und in Rheinhessen. „Die Stiftung ist stetig angewachsen und hat sich wirtschaftlich weiter gefestigt“, sagt Joachim Scheib, Geschäftsführer seit 2012. Den Jahresumsatz beziffert er auf 61 Millionen Euro, das Bilanzvolumen liege bei 92 Millionen. Neben Kliniken und Fachzentren haben mit dem Bedarf an Arbeitsplätzen für Behinderte die Wichern-Werkstätten an Bedeutung gewonnen. In deren Speyerer Zweigstelle soll 2019 ebenso der Umbau abgeschlossen sein wie in der Geschäftsstelle.

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