Rhein-Pfalz Kreis Eigenbetrieb Abfall: Jahresabschluss mit Überschuss

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«Mutterstadt.» Eine unerwartet positive Bilanz hat der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Rhein-Pfalz-Kreises für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt. Er erzielte einen Jahresüberschuss von rund 166.022 Euro. Der Jahresabschluss ist gestern im Kreistag präsentiert und einstimmig beschlossen worden.

Nach Regen folgt Sonnenschein, nach einem Minus ein Plus: Hatte der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft im Jahr 2015 noch einen Jahresfehlbetrag von 136.000 Euro unterm Strich stehen, kann er für 2016 mit einem Jahresüberschuss von 166.022 Euro aufwarten. Das hat mehrere Gründe. Zum einen waren die Papierpreise sehr gut. Statt 70 Euro pro Tonne konnten zwischenzeitlich 120 Euro erzielt werden. Zum anderen wurde die Pflichtbiotonne von den Kreisbürgern sehr gut angenommen. Dazu konnte der Eigenbetrieb auf der Habenseite 220.000 Euro verbuchen – Schadensersatz, den eine Firma zu zahlen hatte, die für den Kreis Papier vermarktet hatte, ihre Aufgaben aber nicht wie vereinbart erfüllte, sodass der Vertrag aufgelöst worden war. Die Erlöse lagen – all das eingerechnet – schließlich bei 9.618.547 Euro. Das ist knapp eine Million mehr als Geschäftsführer Volker Spindler mit seinen Kollegen kalkuliert hatte. Die Aufwendungen des Eigenbetriebs lagen bei 9.631.485 Euro. Geld das für das Sammeln und Verwerten des Abfalls in die Hand genommen wurde. Stellt man Erlöse und Aufwendungen gegenüber, ergibt sich ein Minus von 12.938 Euro. Wer nun Fragezeichen auf die Stirn bekommt, weil anfangs ein Jahresüberschuss präsentiert wurde, muss die Rechnung bis zum Ende verfolgen. So hat der Eigenbetrieb Geldanlagen, die bis 2020 noch Zinsen abwerfen: 254.754 Euro. Zieht man davon das Minus von 12.938 Euro ab, plus 50.438 Euro Zinsen, die der Eigenbetrieb zahlen muss, sowie 25.356 Euro Steuern aus Einkommen und Ertrag, kommt man auf 166.022 Euro – den errechneten Jahresüberschuss. Eine Zahl, die schön ist, aber laut Werkleiter Spindler nicht zu Übermut reizen darf – etwa was eine Gebührensenkung anbelangt. Wie berichtet sollen die Abfallgebühren im Herbst neu kalkuliert werden. „Wir stehen stabil da, das stimmt, aber gute Zinsen bekommen wir noch bis 2020 und Papierpreise können einbrechen.“ Deshalb werde der Eigenbetrieb auch in Zukunft lieber vorsichtig kalkulieren und sparsam haushalten.

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