Rhein-Pfalz Kreis Die nächste Hürde ist genommen

Bei der Justus-von-Liebig-Realschule plus kann das „Lambsheim“ bald aus dem Namen verschwinden. Dann ist Maxdorf der einzige Sta
Bei der Justus-von-Liebig-Realschule plus kann das »Lambsheim« bald aus dem Namen verschwinden. Dann ist Maxdorf der einzige Standort.

«Mutterstadt.» Irgendwie passte auch der letzte Punkt auf der Tagesordnung zur Gesamtstimmung, die der Kreistag gestern versprühte, als er ausnahmsweise im Mutterstadter Palatinum zusammenkam: Es herrschte grundlegende Einigkeit – und es wurde gedankt. Nicht nur Konrad Heller, der als ehrenamtlicher Beigeordneter verabschiedet wurde, sondern auch der rheinland-pfälzischen Landespolitik. Mehr noch: „Es muss auch mal Lob geben für die Ministerialbürokratie“, sagte Landrat Clemens Körner. Denn Mainz hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um die Wünsche des Rhein-Pfalz-Kreises zu ermöglichen: Eigentlich zahlt das Land keine Zuschüsse, wenn eine auf zwei Standorte verteilte Schule wieder zusammengeführt wird – so wie es bei der Justus-von-Liebig-Realschule plus (Maxdorf/Lambsheim) zum 1. August passieren soll. „Und dabei bleibt es“, sagte Körner, „das ist dem Land auch wichtig.“ Und doch ist es dem Kreis gelungen, die Fördergelder zu bekommen. Am pädagogischen Sinn des geplanten Rückzugs vom Standort in Lambsheim habe es nie einen Zweifel gegeben, stellte Körner gestern erneut fest und erfuhr breite Zustimmung – auch von Elias Weinacht (Grüne), der in dieser Sache in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses noch heftig mit dem Landrat aneinander geraten war (wir berichteten) In Lambsheim wurden bislang die neunte und zehnte Klasse im Gebäude der Karl-Wendel-Grundschule unterrichtet, künftig sollen alle Schüler in Maxdorf untergebracht werden. Das ist auch ganz im Sinne des Schulleiters Christoph Martiny. „Eine Schule mit zwei Standorten ist wie eine Wochenendbeziehung“, sagt er immer wieder. „Die Schüler in Lambsheim sind wie auf einer Insel.“ Deshalb ist er froh, dass die seit 2010 bestehende, sogenannte Dislozierung, nun aufgehoben wird. Der Weg: Die Realschule in Maxdorf bekommt zusätzliche Klassenräume, die Grundschule in Lambsheim wird größtenteils zum Kindergarten umgebaut, den die Gemeinde dringend benötigt. Das Problem aber war die Finanzierung. Bei einer angenommenen Investition von rund 2,4 Millionen Euro ging es um einen Zuschuss von 936.000 Euro, den das Land nicht zahlen will, weil im bisherigen Altbau (in Lambsheim) nicht weiter unterrichtet wird. Dies ist laut Schulbaurichtrichtlinie Bedingung für Fördergelder. Am 12. Juni kamen alle Beteiligten zu einem Gespräch in Lambsheim zusammen und handelten einen Kompromiss aus. Statt der ursprünglich geplanten 13 Räume soll der Kreis auf Wunsch des Landes in Maxdorf lediglich zwölf Säle bauen. Die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim tut derweil so, als würde sie die Grundschule um sechs Räume erweitern. Den Landeszuschuss hierfür (730.000 Euro) reicht sie an den Kreis für die Bauarbeiten in Maxdorf weiter. Zudem überweisen Orts- und Verbandsgemeinde jeweils 104.000 Euro an den Kreis – als Ausgleich für die Investitionen des Kreises in die Fachräume in Lambsheim, die die Realschule nun aber dann nicht mehr nutzt. Das letzte Drittel dieses Restbuchwerts übernimmt der Kreis. Dieses Vereinbarungskonstrukt, das Clemens Körner gerne mal mit einem „orientalischen Markt“ vergleicht, klappt nur, wenn alle Seiten zustimmen. Die Ortsgemeinde Lambsheim sagte inzwischen ja, der Kreistag gestern ebenfalls. Einstimmig. Zwei von drei sind geschafft – und der Verbandsgemeinderat Lambsheim-Heßheim kommt morgen zusammen. Nickt auch er das Vorhaben ab, dürfte alles in trockenen Tüchern sein. Und der Landrat kann noch einmal „Danke“ sagen.

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