Rhein-Pfalz Kreis Eichen pflanzen für die Zukunft

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Schifferstadt

. Der Bericht der Landesbehörde wird heute im Schifferstadter Forstausschuss vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Forstbetriebshof an der Portheide. Die Bilanz des Sachverständigen fällt gut aus – der Schifferstadter Wald kann sich sehen lassen. Besonders stolz können die Schifferstadter auf ihre Eichen sein. Der Eigenjagdbetrieb der Stadt ist laut Gutachten ein wesentlicher Beitrag zum naturnahen Wald. Festgestellt hat das Joachim Kunz von der Zentralstelle der Landesforstverwaltung in Neustadt. Er untersuchte den Baumbestand und die Bodenverhältnisse sowie die Art der Bewirtschaftung. Solche Berichte und Empfehlungen werden alle zehn Jahre vom Landesforstamt in den Revieren erstellt, die Dienstleistung ist für die Kommunen kostenlos. Förster Georg Spang ist mit dem Bericht sehr zufrieden. „Keine Überraschungen“, habe es gegeben. Von den 878 Hektar Forstfläche werden 797 Hektar mit Wald bestockter Fläche bewirtschaftet, der Rest sind Wiesen, Wege, Wasserflächen und kleine eigene Biotope, heißt es im Bericht. Der Boden bestehe im wesentlichen aus relativ armen Sandböden, wo vor allem Kiefern stehen, sowie stärker lehmhaltigen feuchteren Böden, wo Eichen wachsen. Den größten Teil des Bestandes stellen mit 49 Prozent die Kiefern. Die heimische Stieleiche macht 18 Prozent aus, gefolgt von der Hainbuche mit elf Prozent des Bestandes. Unerwünscht ist die amerikanische Roteiche, die derzeit zwölf Prozent des Bestandes stellt. Wie Förster Spang schon bei einer früheren Waldbegehung mit dem Forstausschuss erläuterte, breite sich dieser Baum enorm schnell aus und verdränge dadurch heimische erwünschte Arten, wie etwa die Stieleiche. Die gezielte Entnahme der Roteiche, die der Bericht vorschlägt, findet bereits statt. Der Landesexperte empfiehlt auch, Eichen anzupflanzen. Sehr erfreulich sei in der Altersklasse der 20- bis 39-jährigen Bäume der Anteil der Jung-Eichen. Diese könnten in 100 Jahren das ökologische und wirtschaftliche Rückgrat des Stadtwaldes bilden, heißt es im Bericht. Auch der Anteil an alten Eichen, die über 150 Jahre alt sind, wird gelobt. Langfristig empfiehlt das Landesforstamt, Eichen anzupflanzen, da hier die sonst übliche natürliche Verjüngung nicht ausreicht. Problematisch könnte auch der verbreitete Befall der Kiefern durch Misteln werden. In diesem Zusammenhang hat Förster Spang bereits im vergangenen Jahr über die Kiefernkomplexkrankheit im Stadtwald gesprochen (wir berichteten). Der naturnahe Waldbau und die Einführung des Eigenjagd-Systems gehen auf Spangs Amtsvorgänger Ernst Christian Driedger zurück. Er begann seine Arbeit im Stadtwald 1989. Im folgenden Jahr richtete der Orkan Wiebke größere Schäden an. Während bis dahin die Waldbewirtschaftung von Anpflanzen in Schonungen und Kahlschlägen zur Holzernte geprägt war, förderte Driedger die natürliche Verjüngung des Waldes, durch gezielte Auswahl der zu fällenden Bäume und Förderung junger Bäume, die durch Samenflug aufgegangen sind. Damit die jungen Bäumchen nicht durch das Wild geschädigt oder abgefressen werden, muss der Bestand durch Jagd kontrolliert werden. Hier führte Driedger zusammen mit der Gemeinde den Eigenjagdbetrieb ein. Anstatt Jagdbezirke über Jahrzehnte an Pächter fest zu vergeben, vergibt die Stadt jetzt Begehungsscheine an Jäger, die sich in einem Jagdteam organisieren. Die Abschusszahlen, die erreicht werden sollen, werden von den Jagdbehörden des Rhein-Pfalz-Kreises vorgegeben. Das Eigenjagdmodell biete für die gewünschte natürliche Verjüngung des Waldes beste Voraussetzungen, heißt es im aktuellen Bericht zur Forstbetriebsplanung. Im Forst- und Umweltausschuss stellen sich heute außerdem die neuen Umweltbeauftragten Kai Repp und Max-Peter Schmitt vor, ebenso das Jagdteam.

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