Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel E-Carsharing für Schifferstadt beschlossen

Ein E-Dienstfahrzeug und Carsharing-Auto in einem soll für Schifferstadt angeschafft werden.
Ein E-Dienstfahrzeug und Carsharing-Auto in einem soll für Schifferstadt angeschafft werden.

Für Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne) ist es nach eigener Bekenntnis ein langgehegter Wunsch. Jetzt soll es endlich kommen: das erste Carsharing-Angebot in Schifferstadt. Bevor der Stadtrat dem Projekt in seiner letzten Sitzung vor der Wahl zugestimmt hat, hat es aber noch sehr viel Redebedarf gegeben.

In den vergangenen drei Jahren hat die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben schon mehrfach versucht, mit Carsharing-Anbietern ins „Geschäft“ zu kommen. Bisher war das stets an der „kleinen Stadtgröße“ – so die Verwaltung – gescheitert. Jedoch habe sich der Markt inzwischen geändert. Die Anbieter würden sich auch außerhalb der Großstädte orientieren.

Im Falle Schifferstadts kommt noch dazu, dass der städtische Fuhrpark um ein Fahrzeug erweitert werden sollte. Das Konstrukt, das der Verwaltung daher vorschwebte: ein Elektro-Carsharing-Auto, das zu den Dienstzeiten der Verwaltung von den Mitarbeitern und am Abend und an den Wochenenden von Bürgern genutzt und geteilt werden kann. Nach Anfragen bei verschiedenen Anbietern sei man nun fündig geworden, erläuterte Ilona Volk: Mit der Firma Mainova sei dieses „Dienstwagenmodell“ zu realisieren.

Klimaschutzmanagerin Elisa Jung erklärte, wie das funktioniert. Die Stadt stelle die Ladeinfrastruktur, trage bei eigener Nutzung die Stromkosten, so wie die Bürger dies bei freier Nutzung in Nicht-Dienstzeiten auch tun. Den kompletten Service – Wartung, Tüv, Versicherung – übernehme Mainova. Mit dem Unternehmen habe auch die benachbarte Verbandsgemeinde Rheinauen schon gute Erfahrungen gemacht. Die Verwaltung empfahl außerdem, einen Mittelklassewagen (VW ID.4) zu wählen, weil die Preisunterschiede zum Kleinwagen gering, die Nutzungsmöglichkeiten jedoch vielfältiger seien.

Vorteil sei, dass 75 Prozent des Erlöses aus der „freien“ Vermietung an die Stadt gehen würden. Allerdings sei aus Erfahrungen mit einem eher schleppenden Beginn zu rechnen, meinte Jung. Zunächst kostet das Ganze: Aufgelistet wurden 1950 Euro Initialkosten, dazu eine Leasinggebühr von rund 10.800 Euro im Jahr. 15.000 Euro für Leasing/Carsharing sind im laufenden Haushalt bereits eingeplant. Die Mindestvertragslaufzeit betrage 26 Monate. Und: Die Stadt könne die Gebühren und die Nutzungszeiten des Carsharing-Fahrzeugs für die Bürger bestimmen. Organisiert und abgewickelt wird das Ganze über eine App.

Viele Detailfragen der Ratsmitglieder folgten den Ausführungen der Klimaschutzmanagerin, über die Kosten, die Handhabung, die praktische Umsetzung – wenn auch die zahlreichen Redner grundsätzlich den Einstieg ins Thema Carsharing und Elektromobilität guthießen. Ein Antrag auf Ende der Debatte und der Wunsch der CDU nach einer Sitzungsunterbrechung waren die Folge. Letztlich stimmte der Rat nach fast einstündiger Diskussion mit deutlicher Mehrheit – 26 Ja- bei fünf Nein-Stimmen und sechs Enthaltungen – für das E-Carsharing-Dienstfahrzeug-Projekt. Gegen Ende der Mindestvertragslaufzeit soll dann noch einmal geprüft werden.

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