Rhein-Pfalz Kreis Dunkel wird’s nicht
«Fussgönheim.» Die Außenanlage am Fußgönheimer Bürgerhaus wird neu gestaltet. Das Konzept steht, Lichteffekte spielen eine große Rolle. Die Arbeiten sind noch nicht ganz fertig. Aber am Wochenende ist Kerwe, der Weg ein wichtiger Durchgang. Ein Problem?
Ist doch klar. Bei Lichteffekten sind alle mit Enthusiasmus dabei, das finden alle toll. Sogar die Fußgönheimer Kommunalpolitiker, die sonst doch so leidenschaftlich und vor allem kontrovers über nahezu jedes Thema diskutieren. Man könnte doch dieses tun, oder jenes machen, finden sie in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses Ende August. Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. „Das wäre doch toll“, sagt Heike Seifert-Leschhorn (CDU). Und Ortsbürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) möchte „Hingucker“ installieren. Die neu gestaltete Außenanlage des Bürgerhauses soll etwas ganz Besonderes werden. Ein Schmuckstück, ein Dorfmittelpunkt. Wenn es fertig ist. Noch ist es aber nicht so weit. An diesem Abend ist sogar noch recht wenig davon zu sehen. Bagger stehen herum, haben massig Erde bewegt. „Alles, was mit dem Kanal zu tun hat, ist erledigt“, sagt Klein. Kleinere Probleme gab es am Fundament des Kartoffelmuseums – im Keller wurde es nass. Aber nun können allmählich die Pflasterarbeiten beginnen. Und die Feinheiten. Deshalb ist auch Werner Eisel vom Büro E-Plan in Lambsheim zum Ortstermin des Ausschusses gekommen. Er ist für das Lichtkonzept zuständig. Seine Vorschläge lassen die Augen der Ausschussmitglieder regelrecht leuchten. Objektstrahler, Lichtspots oder -streifen, Bodeneinbaustrahler, indirekte Beleuchtung. Was mit ein paar Lampen alles möglich ist! „Wir machen nicht nur Licht, sondern auch Gestaltung“, sagt Eisel, „wir wollen Effekte erzielen.“ Das gelingt ihm bei den Anwesenden schon ganz gut. Es wird das Dorf wunderbar in Szene setzen, lautet der Tenor, in ein neues Licht tauchen. Der erste Auftritt ist auch schon beschlossene Sache – die Kerwe. Der Weg vorbei am Bürgerhaus ist der zentrale Durchgang zum Kerweplatz mit Festzelt und Schaustellern. „Wann ist die Kerwe?“, fragt Eisel im Ausschuss. „Anfang Oktober“, bekommt er zur Antwort. „Das klappt nicht bis zur Kerwe. Das kann ich nicht garantieren“, sagt der Licht-Experte. Denn die Ausschreibung, die Angebote, der Beschluss im Ortsgemeinderat, Lieferung und Montage, das braucht alles Zeit. Das hatten sie in Fußgönheim offenbar nicht wirklich bedacht. Derweil einigt sich der Ausschuss auf die Licht-Elemente, die rund um das Bürgerhaus installiert werden sollen. Entlang des Zuwegs, an der Mauer zum Nachbargebäude, werden klassische Laternen gestellt – solche wie im Hof des Rathauses. Gegenüber sind Objektstrahler am Kartoffelmuseum vorgesehen, vier Strahler sollen künftig zudem die ehemalige Synagoge anleuchten. „Das habe ich in den Baubesprechungen gemerkt. Der Herr Eisel hat auch ein Gespür für Gebäude“, sagt Bürgermeisterin Klein. Auf Höhe des Bürgerhauses wird pro Baum ein Strahler auf der Seite zum Gebäude hin platziert. „Ein reiner Effekt“, sagt Eisel, „keine Beleuchtung.“ Im Rasenbereich, gegenüber der Scheune des Heimatvereins, sind drei Pollerleuchten geplant. Als Alternative sieht Eisel dort auch einen niedrigeren, überfahrbaren Poller, der in den Boden eingelassen ist. Für Ende Oktober ist nun der Beschluss im Rat über die Ausschreibungsergebnisse vorgesehen. Bleibt das Problem mit der Kerwe. Seit gut einer Woche sind die Arbeiter dabei, den Durchgang zu pflastern. Sie sind so gut wie fertig, sagte Klein Ende September. Das wird also – aber gibt es auch Licht? Oder bleibt es am Bürgerhaus dunkel zum Fußgönheimer Dorffest? „Nein“, entgegnet Klein. Die Gemeinde hat zwei alte Laternen als Provisorien aufgestellt. Die erzielen vielleicht nicht die ganz großen Effekte. Aber hell machen sie allemal.