Rhein-Pfalz Kreis Drohne löscht Brand mit Schallwellen
Die Jugendforschergruppe um den Lehrer Sergej Buragin hat für den Wettbewerb „Ideenflug“ ein neues Projekt: Mit einer Drohne sollen Waldbrände mit Schallwellen bekämpft werden. Den Prototyp stellten die Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Geinsheim-Duttweiler vor.
Rund 30 Kilogramm wiegt der erste, allerdings noch flugunfähige Prototyp in pinkfarbener Ummantelung. Bei dieser ersten Version ging es vor allem darum, die technischen Voraussetzungen für die Schallwellen zu schaffen. Der Materialwert der vorgestellten Apparatur beträgt rund 500 Euro. An der Entwicklung beteiligt waren Anton Barthel (elf Jahre), Julian Oks (zwölf) und Jonas Mannweiler (13), alle Schüler des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums in Neustadt. „Wir kamen auf die Idee, weil es in Europa viele Waldbrände gibt“, erzählt Julian. Das Trio arbeitet schon mehrere Wochen an dem Objekt und ist zuversichtlich, dass der Nachfolger zum Fliegen gebracht werden kann. „Wir werden schauen, wo Schwachpunkte sind, leichtere Komponenten einbauen, stärkere Propeller und einen starken Motor“, erläutert Anton. Ein Subwoofer, der beim Radio die Basstöne verstärkt, soll die Schallwellen erzeugen. Zu hören ist nur ein leises, sanftes, tiefes Blubbern. Der durch die voreingestellte niedrige Frequenz erzeugte Druck soll das Feuer löschen – so der Plan der Forschergruppe, als sie der Jugendfeuerwehr und einigen erwachsenen Feuerwehrkollegen den Prototyp vorführt. Ohne im Löschmodus zu sein, liefert das Gerät spürbaren Wind. Eine Pfanne mit brennbarer Paste wird als Brandquelle benutzt. Wichtig ist, dass die Drohne direkt über dem Feuer steht. Buragin hat sie dafür an einem Gestell befestigt. Per Fernbedienung wird die Drohne aktiviert, und sie verrichtet ihren Dienst. In einer Sekunde sind die Flammen gelöscht. Die Feuerwehrnachwuchskräfte dürfen selbst löschen und sind beeindruckt. Er habe schon vorher davon gehört, dass Schallwellen Feuer löschen können, es sei auf jeden Fall eine interessante Methode, sagt der 14-jährige Ruben Kästel. Michelle Koeppe ist von der Methode überzeugt: „Ich habe mich gefragt, ob es funktioniert. Jetzt bin ich ziemlich begeistert. Das kann eine sinnvolle Ergänzung sein, um einen Waldbrand schneller zu bekämpfen.“ Jugendausbilder Michael Mathäß urteilt: „Das ist eine tolle Kombination, Schallwellen und Drohne.“ Allerdings weiß Buragin, dass die Weiterentwicklung zum flugfähigen Objekt noch ein langer Weg ist: „Dazu brauchen wir einen vierstelligen Betrag. Wir bekommen schon jetzt eine tolle Unterstützung durch die Berufsbildende Schule, aber zurzeit führen wir noch ein Nomadenleben.“ Buragin ist für seine Forschergruppe mit vielen Projekten und rund 30 Teilnehmern, die sich schulübergreifend engagieren, auf der Suche nach einem Raum. So fährt Buragin die Drohne im großen Privattransporter von Werkstatt zu Werkstatt. Viel Zeit geht dann immer verloren, bis die Objekte wieder einsatzbereit sind, um weiter an ihnen arbeiten zu können.