Böhl-Iggelheim RHEINPFALZ Plus Artikel Drive-in-Kinderfasching ist ein voller Erfolg

Die Tüten stehen bereit: In der Fahrgasse bekommen die Kinder ihre Karnevals-Überraschung.
Die Tüten stehen bereit: In der Fahrgasse bekommen die Kinder ihre Karnevals-Überraschung.

Dass Fasnacht komplett ausfällt, wollten die Böhl-Iggelheimer Karnevalsvereine nicht einfach so hinnehmen. Wenigstens den Kindern sollte etwas närrische Stimmung geboten werden. Und so haben die Igg’lemer Bessem und die Böhler Hängsching gestern gemeinsam zum Drive-in-Kinderfasching auf den Iggelheimer Kerweplatz eingeladen – mit großem Erfolg.

Beinahe hätten die Böhl-Iggelheimer Karnevalisten schon geglaubt, dass ihr Angebot doch nicht so gut angekommen wäre. Zum Startschuss ihres Drive-in-Kinderfaschings hatten die Aktiven mit Stau an der Zufahrt zum Kerweplatz an der Grundschule gerechnet. Doch lediglich ein Auto fuhr pünktlich um 13 Uhr vor. Lina (10) und ihre siebenjährige Schwester Lisa saßen als Eiskönigin Elsa und Prinzessin auf dem Rücksitz und strahlten den verkleideten Narren entgegen. Zu dem Spektakel fiel den beiden nur ein Wort ein: „Toll!“

Nach der Anmeldung durften sie in einer Kurve über den Platz fahren, bevor es neben der Bühne durch eine närrische Fahrgasse ging. Dort wartete zunächst Kinderfaschings-Maskottchen „Käpt’n Robby“ mit seinen Helfern, um jedem Kind einen Ball zu schenken. Vorbei an den beiden Prinzessinnen Kelly I. (Bessem) und Saskia I. (Hängsching) im Cabrio ging es zur Überraschungstüten-Ausgabe – natürlich nicht, ohne mit einem fröhlichen „Ahoi“ begrüßt zu werden. Und auch am Tor zum Parkplatz gab es noch ein kleines Präsent für den Heimweg.

356 Kinder angemeldet

Statt des befürchteten Staus zu Beginn trat der Idealfall ein: Schön gleichmäßig verteilt und ohne Hektik rollte ein Auto nach dem anderen von der Goldböhlstraße auf den Platz. 206 Pkw mit insgesamt 356 Kindern waren angemeldet worden. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, freute sich Hängsching-Präsidentin Annette Melzer. Und ihr Sohn Jannik, der sonst bei den Hängsching in der Bütt steht, hatte im Vorfeld in den Anmelde-E-Mails auch jede Menge positives Feedback zu lesen bekommen. „Wir freuen uns schon“ und ähnliches habe es in 95 Prozent der Nachrichten geheißen.

Und wie sehr sich die Kinder tatsächlich auf diesen Tag gefreut hatten, war ihnen anzusehen. Egal ob Pirat, Cowboy, kleine Hexe oder Prinzessin – überall leuchteten die Augen. Auch viele Eltern hatten sich kostümiert und ihre Autos extra für diesen Anlass mit Luftballons und Luftschlangen geschmückt. Und manch einer hatte sogar Konfetti dabei.

DJ Danny Malle spielt Party-Schlager

Dem siebenjährigen Dominik im Dino-Kostüm etwa hat der kurze Faschingsausflug viel Spaß gemacht. „Die Musik war toll“, lobte er. DJ Danny Malle, der den Platz rund vier Stunden lang mit Karnevalsliedern und Party-Schlagern beschallte, wird es freuen. Während er sonst eher die Massen in Bewegung bringt, konnten an diesem Tag zwar nur die rund 20 Aktiven der Hängsching und Bessem auf dem Platz zu seiner Musik tanzen. Doch die gute Laune ist dabei auf die Familien in den Autos übergesprungen.

Und nicht nur für die Kinder war der Drive-in-Fasching etwas Besonderes. Für die zwei Prinzessinnen war es schließlich der einzige offizielle Termin in den närrischen Tagen. „Ich habe mich so unglaublich gefreut, als es hieß, dass wir für die Kinder einen Drive-in machen“, erklärte Prinzessin Kelly I., die sich ebenso wie ihr Böhler Pendant Saskia I. in festlicher Robe präsentierte. Für beide Hoheiten war es keine Frage, dass sie wie in normalen Zeiten auch am Faschingsdienstag mit den Kindern feiern. „Das ist jetzt das Highlight des Jahres“, befand Saskia I. sogar.

Lob für coronakonforme Fasnacht

Lieber einige Minuten unter freiem Himmel mit Maske und Abstand feiern, als ganz auf Karneval zu verzichten – darin waren sich alle Beteiligten einig. Von den Familien gab es für den coronakonformen Fasching viel Lob. Stefanie Müller und ihre Tochter Mia etwa waren begeistert. Und Meerjungfrau Mia lüftete dann auch das Geheimnis, was denn nun in der Überraschungstüte war: kleine Spielzeuge, Luftschlangen, Ballons und viele Süßigkeiten. Das Fazit der Achtjährigen: „Es hat sich gelohnt.“

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