Bobenheim-Roxheim
Dreyer würdigt Wohnbauprojekt der Gemeinde
Seit Februar sind die 24 Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen gegenüber dem Globus-Parkplatz bewohnt. Dass die Einweihungsfeier mit der Landesmutter erst jetzt erfolgte, hatte mit Corona zu tun – und sicher auch mit dem Bürgermeisterwahlkampf. Der sozialdemokratische Amtsinhaber Michael Müller jedenfalls ließ sich das Lob von Malu Dreyer gern gefallen.
Aber auch die Gemeinderatsmitglieder der anderen Parteien waren von ihr gemeint, denn sie haben das Projekt schließlich durch ihre Beschlüsse erst ermöglicht. Und wenn man Dreyers Rede in der Hitze auf dem Bewohnerparkplatz glauben darf, dann kommt es nicht so oft vor, dass sich rheinland-pfälzische Kommunen als Bauträger für finanziell nicht so üppig ausgestattete Mieter engagieren. Die Kommunen würden aber als Partner des Landes für die Bereitstellung von günstigem Wohnraum benötigt. Sie hoffe, so Dreyer, dass sich andere Städte und Gemeinden ein Beispiel nähmen und die attraktiven Förderprogramme des Landes nutzten.
Investition von vier Millionen Euro
In Bobenheim-Roxheim hat so ein Förderprogramm dazu gedient, dass die Gemeinde für das rund vier Millionen Euro teure barrierefreie Mietshaus von der Investitions- und Strukturbank (ISB) ein Darlehen in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro und knapp 460.000 Euro an Tilgungszuschüssen erhalten hat. Dafür hat sich die Gemeinde verpflichtet, 20 der 24 Wohnungen 25 Jahre lang nur Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung zu stellen. Diese zahlen eine Miete von 5,10 Euro pro Quadratmeter.
Dreyer nannte das Beispiel Älterer, die in ihrer Gemeinde bleiben wollen, wenn die Kinder aus dem Haus oder der großen Wohnung ausgezogen sind. Diese Menschen stünden dann oft vor dem Problem massiv gestiegener Wohnraumpreise. „Das ist eine soziale Frage“, sagte Dreyer.
Irma Kuzke kann da nur zustimmen. Die Rentnerin freut sich, dass sie und ihr Mann eine Zwei-Zimmer-Wohnung in dem neuen Mietshaus bekommen haben, nachdem ihre beiden Kinder flügge geworden waren. „Ich wollte nicht weg aus Bobenheim-Roxheim, mir gefällt es hier gut“, sagte sie am Rande des Festakts gegenüber der RHEINPFALZ. Zuvor hatte die Familie in der Limburgstraße gewohnt. In den drei Zimmern dort lebe jetzt eine fünfköpfige Familie.