Dannstadt-Schauernheim
Dreck-Weg-Tag: Von der Flasche bis zum Waschbecken
Seit Ende der 1980er-Jahre sammeln die Dannstadt-Schauernheim in jedem Frühjahr an einem Tag rund um ihr Dorf Müll ein und wollen ihr ihr Dorf so schöner machen. Federführend waren dabei immer wechselnde Organisatoren und auch mal Privatinitiativen, erinnert sich Gertrud Maiherzyk aus Schauernheim, die gemeinsam mit ihrem Mann von Anfang an mit dabei ist.
Nun stand der Dreck-Weg-Tag zum zweiten Mal unter der Organisation von Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) – doch dieses Mal unter erschwerten Bedingungen. Sie musste wegen der Corona-Vorschriften einige Ideen entwickeln, damit die Müllsammler Hygiene- und Abstandsregeln einhalten konnten. „Ich wollte die Aktion aber nicht einfach ausfallen lassen“, sagt Winkelmann.
Vier Sammelbezirke
Damit der Dreck-Weg-Tag am Wochenende über die Bühne gehen konnte, wurde Dannstadt-Schauernheim in vier Müllsammel-Bezirke eingeteilt, für die jeweils ein Ansprechpartner der Ratsfraktionen und des Kultur- und Heimatkreises zuständig war. Da es nicht wie in den Vorjahren je einen gemeinsamen Startpunkt in Dannstadt und in Schauernheim geben durfte, mussten sich die Teilnehmer vorher melden und bekamen dann ein Gebiet zugewiesen. Die Freiwilligen erhielten blaue Müllsäcke und eine Mitteilung über eine Müllsammelstelle. Jeder Aktive hat sich selbstständig auf den Weg gemacht. „Mir sind die Müllsäcke in den Briefkasten geworfen worden“, sagt Karl Orth, für den selbstverständlich war, beim coronakonformen Dreck-Weg-Tag mitzumachen.
Doppelte so viele Teilnehmer wie 2020
„Es haben sich dieses Mal doppelt so viele Teilnehmer gemeldet wie im vergangenen Jahr“, freut sich Ortsbürgermeisterin Winkelmann. In Schauernheim-Ost machten sich 40 Müllsammler, in Schauernheim-West 20 sowie in Dannstadt-West 16 und in Dannstadt-Ost 22 Personen an die Arbeit – also insgesamt rund 100 Bürger vom Kindergartenkind bis zum Senioren. „Man ist einfach froh, nach draußen zu kommen und was machen zu können“, formulieren die Familien Thomsen und Baranowsky ihre Motivation, bevor sie mit Kindern und Bollerwagen in ihr Sammelgebiet ziehen.
„Vorteil ist dieses Mal, dass sich jeder die Sammelzeit selbst einteilen kann“, sagt Manuela Winkelmann. So waren einige bereits am Freitag unterwegs und an den angegebenen Müllsammelstellen lagen schon etliche, gefüllte Müllsäcke, die Winkelmann und Mitorganisator Thomas Keck am Samstag einsammelten und zum Bauhof transportierten.
„Wir hätten ein ganzes Haus ausstatten können“
Beim Dreck-Weg-Tag kommt wieder etlicher Müll zusammen, von der Plastikverpackung über Flaschen und Elektrogeräte bis zu Hausrat wie Teppichen, Waschbecken. „Wir hätten ein ganzes Haus ausstatten können“, berichten Schauernheimer Sammler. „In unserem Gebiet haben wir aber deutlich weniger Müll vorgefunden als im vergangenen Jahr“, sagt eine Gruppe in Dannstadt und bestätigt damit den Erfolg der jährlichen Aktion. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: „Leider können wir dieses Mal zum Abschluss kein gemeinsames Essen machen“, sagt Manuela Winkelmann. Für sie hat der Dreck-Weg-Tag auch etwas Gemeinschaftsstiftendes. Deshalb macht sie sich mit dem Fahrrad auf den Weg durch die Gemarkung zu den Sammelgruppen, um ihnen zu danken.