Römerberg
Dreck-Weg-Tag: 160 Menschen machen mit
Das Ortskartell Berghausen war in der Vergangenheit Vorreiter, was den Dreck-weg-Tag in Römerberg anging. Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Bündnis 90/Die Grünen) holte jetzt erstmals die anderen beiden Ortsteile ins Boot. Die Initiative dazu war von den Messdienern ausgegangen.
Die Ausweitung der Aktion auf ganz Römerberg stieß auf große Resonanz. „Damit haben wir nicht gerechnet“, gab Hoffmann zu und sprach von 160 Menschen, die sich bei der Gemeinde als Helfer hätten registrieren lassen. Ebenfalls zum ersten Mal wurden die Personaldaten der Freiwilligen erfasst. Das war wegen der Pandemie notwendig für den Fall, dass Kontakte nachverfolgt werden müssen.
Statt Mittagessen gibt’s Lunch-Pakete
Wegen Corona war ein gemeinsamer Abschluss mit Essen nicht möglich. „Dafür spendieren wir Lunch-Tüten“, erklärte Hoffmann am Samstag. Er selbst gab Abfallsäcke an der Heiligensteiner Grillhütte aus. In Berghausen und Mechtersheim waren ebenfalls Stationen eingerichtet worden. „Das Teilnehmerfeld ist gemischt“, stellte Hoffmann fest. Von der Jugend der JSG Römerberg über die Volleyballer des TuS Heiligenstein und die Fußballer des FV Berghausen bis hin zu etlichen Privatleuten, meist Familien, zogen zig Freiwillige los, um die Natur von unliebsamem Unrat zu befreien.
„Die Leute haben Lust und das Bedürfnis, aus der Wohnung rauszugehen“, freute sich der Bürgermeister über die große Teilnehmerzahl. Wenig erfreulich war hingegen das Ergebnis der Sammelaktion. Es wurde so viel Abfall gefunden, dass die Mitarbeiter des Bauhofs schon eine Stunde nach Aktionsbeginn prall gefüllte Säcke abholen mussten.
Jede Menge Masken gefunden
Zusammengetragen wurde alles in drei Containern, je einer pro Ortsteil. Neben Flaschen, Papier und Plastik gab es auch große Sachen: „Zu den besonderen Funden zählen eine kaputte Gartenbank, ein Kleiderschrank, eine Stoßstange, ein Feuerlöscher, ein Fahrrad, ein Autoreifen mit Felge“, listete Hoffmann gut vier Stunden nach dem Startschuss auf.Bereits im Vorfeld des Dreck-weg-Tages seien in freier Natur eine komplette Einbauküche, der Tank eines Motorrads und Laminat gefunden worden. Ein Unbekannter habe auf Höhe des Abfallwirtschaftshofs in Mechtersheim einen Geschirrspüler den Rheindamm hinunterfallen lassen. Er sei wohl für die Abgabe zu spät gekommen, vermutet Hoffmann. Neu im Sammelsurium am Samstag: Mund-Nasen-Schutzmasken in rauen Mengen.
Kümmern will sich der Bürgermeister um Müllverwehungen. Vom Lidl-Parkplatz aus werde illegal entsorgter Abfall durch Windböen häufig auf den benachbarten Acker befördert. Auch dort waren am Samstag Helfer im Einsatz. Zu bekämpfen versucht die Gemeinde zudem die Entsorgung von Hausmüll in öffentlichen Abfalleimern. „Wir haben welche mit schmalen Schlitzen besorgt, aber dann werden die Tüten einfach vornedran gestellt“, berichtete Hoffmann. Der Dreck-weg-Tag in Römerberg soll in der Form beibehalten werden – im nächsten Jahr aber hoffentlich unter virusfreien Vorzeichen.