Bobenheim-Roxheim / Chevigny
Doppeltes Jubiläum: So will der Freundschaftskreis feiern
Frau Kernbach, in den vergangenen Jahren war es etwas ruhig um den deutsch-französischen Freundschaftskreis Bobenheim-Roxheim/Chevigny-Saint-Sauveur. Lag das vor allem an der Pandemie?
Ja, das hatte nur mit Corona zu tun. In den Jahren 2020 und 2021 hat keine Begegnung mit unseren französischen Freunden stattfinden können. Die Mitwirkung an den örtlichen Festen ist auch coronabedingt ausgefallen. Wir sind ja normalerweise bei Weihnachtsmarkt, Kerwe und Bürgerfest beteiligt. Wir haben über die Jahre auch kulturelle Akzente gesetzt, etwa in Form von Weinproben oder der „Königskrönung“ für Kinder. Aber auch da sind wir im Bereich öffentlicher Veranstaltungen. Von daher konnten wir nicht aktiv werden. Das Sitzungsleben hatten wir ebenfalls eingestellt und den Sprung ins Digitale nicht gewagt, weil es mit der Ausstattung des ein oder anderen älteren Mitglieds auch nicht möglich gewesen wäre. Zweimal haben wir für unsere Mitglieder draußen ein sommerliches Café organisiert, weil wir die Veranstaltungsleere als Vereinsamung wahrgenommen hatten. Ende 2022 begannen dann wieder sachte die Präsenzversammlungen. Trotz der Pandemie hatten wir keinen Mitgliederschwund, das spricht für den Verein.
Gibt es zu Ihrem Verein eigentlich ein Gegenstück in Chevigny?
Nein, das gibt es nicht. Die Organisation der jumelage, also der Städtepartnerschaft, ist dort die Teilaufgabe eines Beigeordneten und bisher im Stadtrat verzahnt. Man denkt aber darüber nach, eine ähnliche Gruppierung wie die unsere aufzubauen, weil man festgestellt hat, dass so eine Vereinigung recht tatkräftig sein kann. Diese Idee ist aber erst jüngst aufgekommen und steht ganz am Anfang. Zu den Damen, die aus dem französischen Rathaus heraus diese Partnerschaft als Aufgabengebiet hatten, gab es über all die Jahre hinweg hervorragende Kontakte, und wir pflegten eine enge Kooperation. Wir haben da nichts vermisst. Wenn nun etwas verändert werden soll, geht es darum, diese Kooperation noch breiter aufzustellen. Wir hatten immer sehr verlässliche Kontakte – da sind zum Teil starke Freundschaftsbande entstanden. Unsere Familien, die hier Kontakt zu Franzosen haben, treffen sich manchmal auch außerhalb offizieller Begegnungen – selbst in der Corona-Zeit fanden solche statt.
Anfang Mai hatte der Verein seine Mitgliederversammlung. Was wurde dort besprochen?
Wir haben uns hauptsächlich mit dem Jubiläumswochenende im September beschäftigt. Wir möchten es nutzen, um das 40-jährige Bestehen unserer kommunalen Freundschaft mit Chevigny-Saint-Sauveur nachzufeiern, die in Wirklichkeit bereits 43 Jahre besteht. Außerdem wollen wir im Sinne eines Doppelgeburtstags das diesjährige 40-jährige Bestehen des Freundschaftskreises feiern. Wir haben auf der Versammlung vor allem über die Gestaltung des Wochenendes gesprochen, an dem die französischen Gäste uns besuchen. Jetzt werden wir die Feinschärfung im Programm angehen. Im letzten Drittel des Kalenderjahres wollen wir im Rahmen unseres 40. Geburtstags mit verschiedenen öffentlichen Kulturangeboten in Erscheinung treten. Fest im Plan ist ein Theaterstück, und wir sondieren die Möglichkeiten eines Chanson-Abends. Aber das ist alles noch im Planungsstadium.
Zur Person
Anna Kernbach ist 66 Jahre alt und stammt aus Bayern. In den 1990er-Jahren zog sie mit ihrem Mann in die Pfalz. Sie fühlt sich hier heimisch und „gänzlich integriert“, wie sie sagt. Das liege auch am Freundschaftskreis Bobenheim-Roxheim/Chevigny, dessen Mitglied sie seit 2002 ist. 2018 übernahm sie den Vorsitz, nachdem der langjährige Präsident Jürgen Martin gestorben war. Kernbach arbeitete bis zum Ruhestand als Französischlehrerin am Gymnasium in Bad Dürkheim und hat dort jahrelang Schüleraustausche organisiert. „Jeder junge Mensch, der Französisch lernt, ist eine Bereicherung in einer doch recht von Englisch geprägten Welt“, sagt sie.