Rhein-Pfalz Kreis Doc statt Gastro
«Fussgönheim.» In Fußgönheim könnte bald ein Allgemeinmediziner zuhause sein. Der Ort für die Praxis ist gefunden, Bürgermeisterin Marie-Luise Klein (SPD) hat mit einem Interessenten gesprochen. Alles klar also – wäre da nicht die Diskussion im Bauausschuss gewesen. Und das Wörtchen „sofern“ im Beschluss.
Manchmal ist Marie-Luise Klein nicht zu beneiden. Die Fußgönheimer Ortsbürgermeisterin wurde beauftragt, alles in die Wege zu leiten, damit in der Gaststätte der Mehrzweckhalle in der Jahnstraße künftig eine Arztpraxis einziehen kann. Also sprach Klein mit Interessenten, die sich vorstellen können, in Fußgönheim sesshaft zu werden. Zunächst war von zwei Ärzten die Rede, später nur noch von einem. Auf Wunsch der oder des Bewerbers waren diese Gespräche unter „vier Augen“, wie Klein dem Bauausschuss am Mittwochabend mitteilte. „In öffentlicher Sitzung kann und will ich nicht ausführlich Stellung nehmen“, sagte sie. Das rief sogleich die Kritik der CDU-Fraktion hervor. „Es wäre besser gewesen, wenn die Beigeordneten miteinbezogen worden wären“, sagte Heike Seifert-Leschhorn. Zumal Klaus Weiler als Beigeordneter für die Mehrzweckhalle zuständig sei und sie aus dem Effeff kenne. Auch Jürgen Kuß (FWG) forderte, die Beigeordneten mehr miteinzubeziehen. Dies hatte Klein nach eigenen Angaben den Interessenten auch vorgeschlagen, sie hätten jedoch abgelehnt. Die baulichen Voraussetzungen für einen Wechsel von einer Gaststätte zu einer Arztpraxis sind unterdessen gegeben – zumindest nach einem Umbau. Die Grundfläche der Praxis soll etwa 190 Quadratmeter betragen, die oder der Bewerber hätten ihre Raumwünsche in den Gesprächen dargelegt, sagte Klein. Diese ließen sich in die vorgegebenen Räume integrieren. Allerdings müsste ein neuer Zugang zum ersten Stock geschaffen werden, wo sich eine zusätzliche Wohnung befindet. Dieser soll über die Westseite des Gebäudes erfolgen – dort wo jetzt die Toiletten sind. Die sanitären Einrichtungen sollen dann im jetzigen Stuhllager ihren Platz finden, inklusive einer Behindertentoilette. Die notwendigen Wasseranschlüsse sind laut Klein dort vorhanden. So weit die Idee der Bürgermeisterin, die sie auch direkt in einem Beschluss festzurren wollte, der dann in den Ortsgemeinderat geht. Die CDU wiederum war damit nicht einverstanden. Es wäre besser, die konkreten Umbaupläne nicht zu benennen, sagte Seifert-Leschhorn: „So sind wir eingeschränkt in den Flächen, auf denen Veränderungen nötig sind.“ Sie plädierte dafür, ein „bei Bedarf“ in den Beschluss einzufügen. „So lassen wir uns Möglichkeiten“, sagte Seifert-Leschhorn. „Es gibt keine anderen Möglichkeiten“, sagte Klein und verwies auf ihre Gespräche mit den Interessenten. „Der Interessent hat die Begebenheiten gesehen und überplant“, sagte sie. Ihr Antrag wurde mit Stimmen der SPD und FWG angenommen. Die CDU stimmte dagegen (3:2). Sollten sich tatsächlich Alternativen ergeben, wären Änderungen immer möglich, sagte Kuß. Und Dieter Grau (SPD) ergänzte: „Wir sollten die Detailplanung nicht auseinandernehmen. Zumal noch keine da ist.“ Das ist ein wichtiges Detail, denn im Plan, eine Arztpraxis in Fußgönheim anzusiedeln, fehlt noch ein ganz wichtiges Element – die Zulassung der Krankenkasse. Daher steht im Beschluss, der nun noch den Rat passieren muss, eine Einschränkung: Die Pläne, die Gaststätte in der Mehrzweckhalle zu einer Praxis umzubauen inklusive aller anderen Arbeiten greifen nur, „sofern eine Zulassung für eine Hausarztpraxis erfolgt“.