Rhein-Pfalz Kreis Diskussionen um Schulsozialarbeit

Mutterstadt. Einmal jährlich erstattet der Jugendtreff-Leiter Klaus Schemmel dem Sozialausschuss in Mutterstadt Bericht darüber, was die Einrichtung geleistet hat. Diesmal erklärte er unter anderem, dass seine Stellvertreterin und er die Schulsozialarbeit an den Grundschulen zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben nicht mehr leisten können. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) sieht das anders.
Laut Schemmels Bericht werden seine Stellvertreterin Heike Klag und er seit März 2014 in der Schulsozialarbeit an den beiden örtlichen Grundschulen eingesetzt. Die Kollegin betreue immer freitagsvormittags Kinder in der Mandelgrabenschule, er selbst sei mittwochs in der Pestalozzischule. Ziel sei es, das ausgelaufene Projekt „Schulsozialarbeit an Grundschulen“, das wöchentlich an jeder Schule zwei Stunden ermöglichte, zu überbrücken, bis es eventuell wieder aufgenommen wird. Das könnten die Jugendpfleger aber allenfalls vorübergehend leisten, da sich die zusätzliche Aufgabe auf den Betrieb des Jugendtreffs auswirke und bisweilen zu Engpässen führe. Nicht zuletzt deshalb würden die beiden es begrüßen, wenn eine Stelle für den Bundesfreiwilligendienst geschaffen würde. Der oder die Freiwillige könne dann Aufgaben übernehmen, die früher von Zivildienstleistenden erledigt wurden, und die Jugendpfleger erheblich entlasten. Zusätzliche Kosten würden dafür laut Schemmel nicht oder lediglich in marginaler Höhe entstehen. Diese Punkte wollte der Mutterstadter Bürgermeister so jedoch nicht stehen lassen. Die Sicht im Rathaus sei eine andere. „Noch bestimmen die Verwaltung und die Ausschüsse, wie die Leute eingesetzt werden, nicht sie selbst. Die Schulsozialarbeit wird auf jeden Fall fortgeführt, und zwar auch durch das Personal, das sie die ganze Zeit schon gemacht hat – zumindest bis auf weiteres“, stellte er klar. Über die Angelegenheit werde mit den Jugendpflegern noch geredet. Ein vor der Sitzung geplantes Treffen sei wegen Krankheit verschoben worden. Gegen den Vorschlag mit dem Bundesfreiwilligendienst spreche zwar prinzipiell nichts, aber dass dafür keine oder nur marginale Kosten anfielen, stimme nicht. Der mögliche Einsatz solcher Freiwilligen könne diskutiert werden. Neben diesem strittigen Punkt wies Schemmel auch auf die wichtige Unterstützung durch den Förderverein des Jugendtreffs hin. Ohne seine tatkräftige Mithilfe – sowohl finanziell als auch personell – wären vor allem Großveranstaltungen wie das Waldpark-Open-Air und das Mutterstadter Rollenspiel Convent so nicht möglich gewesen. Bei der Waldranderholung wurden vergangenes Jahr 130 Kinder zwischen sechs und elf Jahren betreut, darunter 13 Flüchtlingskinder. Anfängliche Verständigungsprobleme seien schnell überwunden gewesen, bei kleineren Schwierigkeiten wie fehlender Bade- oder Regenkleidung hätten die Küchenfrauen der Arbeiterwohlfahrt ausgeholfen. Zu den Höhepunkten für die Jungen und Mädchen zählten laut Schemmel unter anderem die Besuche bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Pferdehof Stegli und im Limburgerhofer Kino Capitol Lichtspiel Theater. Neu sei die Erkundung des Mutterstadter Forsts mit einer Waldpädagogin gewesen. Nach der erfolgreichen Premiere des Dampfnudelfests soll es am 11. September eine Neuauflage geben. Daneben wurden mit BASF-Mitarbeitern und Förderkreis-Mitgliedern der Eingang des Jugendtreffs und die Sitzgruppe neu gestrichen und Fliesen repariert. An den 173 Öffnungstagen suchten den Jugendtreff nach Schemmels Angaben durchschnittlich jeweils 25 Besucher am Tag auf. Zu den bewährten Angeboten wie der Rollenspiel- und der Koch-AG kommt dieses Jahr immer dienstags um 16 Uhr „Bewerbungsfotos machen“ dazu. Die 2014/ 2015 eingeführte Medienecke wird laut Schemmel rege genutzt. (mamü) Öffnungszeiten Montag, Dienstag und Donnerstag 14 bis 22 Uhr, Mittwoch 14 bis 18 Uhr.