Rhein-Pfalz Kreis Diskussionen um Einbahnstraßen
Mutterstadt. Zur Einbahnstraße erklären oder nicht? Diese Frage hat das Mutterstadter Gremium für Verkehrsfragen in Hinblick auf die Bleich-, Hartmann- und die Friedrichstraße sowie die Zufahrt zu einem Parkplatz beim neuen Ärztehaus diskutiert.
Der Parkplatz befindet sich neben dem Ärztehaus in der Oggersheimer Straße, kann aber nur über die Friedhofstraße angefahren werden. Die Friedhofstraße mündet zwar zehn Meter weiter in die Oggersheimer Straße, ist aber eine Einbahnstraße. Das heißt: Wollen Autofahrer ihren Wagen auf dem Parkplatz abstellen, müssen sie über die Ludwigshafener und Friedrich-Ebert-Straße fahren, um in die Friedhofstraße zu gelangen. Diesen Umweg wollte ihnen der Bauträger des Ärzte- und Wohnhauses ersparen und beantragte deshalb im Dezember 2016, die Zufahrt zu ändern. Der Plan: Die Einbahnstraßenregelung von der Oggersheimer Straße aus um circa zehn Meter versetzen, damit Autofahrer von dort aus den Parkplatz erreichen können. Dieses Anliegen unterstützte die Gemeindeverwaltung und empfahl dem Gremium für Verkehrsfragen, dem Antrag zuzustimmen. Anstatt die Einbahnstraßenschilder jedoch einfach zurückzuversetzen, wie vom Bauträger vorgeschlagen, hielt es die Verwaltung für sinnvoller, die Schilder mit dem Zusatz „Zufahrt zum Parkplatz frei“ zu versehen. Ansonsten sei mit Wendemanövern zu rechnen, wenn manche Autofahrer weiter hinten in der Friedhofstraße stehende Schilder erst nach dem Einbiegen bemerkten. Außerdem hätte nach der Parkplatzeinfahrt ein zusätzliches Einbahnstraßenschild aufgestellt werden müssen sowie an der Ausfahrt das Gebotsschild „Pfeil nach links“. Diesen Vorschlag einer neuen Regelung im Parkplatzbereich hat das Gremium nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Klaus Hübner aber abgelehnt. „Es soll jetzt erst mal beobachtet werden, wie sich die Situation entwickelt, bis die Bauarbeiten am Ärztehaus und der Kreuzung in der Ortsmitte abgeschlossen sind“, berichtet er. Gegebenenfalls werde sich das Gremium dann noch einmal mit dem Thema beschäftigen. Das Gremium hat aber auch ein anderes Einbahnstraßenanliegen diskutiert: 17 Anwohner hatten beantragt, die Bleichstraße zur Einbahnstraße zu machen – mit Fahrtrichtung Medardusring. Ihre Begründung: Der Verkehr habe wegen der Bauarbeiten in der Ortsmitte zugenommen, es würden mehr Busse, Lkw und Fahrzeuge mit ortsfremden Kennzeichen durch die Straße fahren. Viele seien zudem zu schnell unterwegs. Die Verwaltung hielt eine Einbahnstraße hier nicht für sinnvoll, da das Verkehrsaufkommen nach dem Ende der Arbeiten im Ortskern wieder sinken werde und eine Einbahnstraße sogar zu schnellerem Fahren ermuntere. Diese Einschätzung teilte das Gremium für Verkehrsfragen. Mit Tempomessungen soll jedoch überprüft werden, ob dort tatsächlich zu schnell gefahren wird. Einbahnstraßenproblem Nummer drei: Die Hartmannstraße ist seit dem Ausbau (wir berichteten) zu eng für Begegnungsverkehr. Eine Einbahnstraße einzurichten, lehnte das Gremium für Verkehrsfragen trotzdem ab. Stattdessen sollen dort auf der Seite der Straße, wo geparkt werden darf, provisorisch Ausweichbuchten ausgewiesen werden – jedoch erst, sobald die Ortsmitte wieder für den Durchgangsverkehr freigegeben wurde, teilt der Ordnungsamtschef mit. In der Friedrich-Straße (Einbahnstraßenproblem Nummer vier) wiederum hatte die Gemeinde provisorisch eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. Außerdem hatte sie auf einer Straßenseite ein eingeschränktes Halteverbot verhängt, während auf der anderen geparkt werden darf – „außer an den Tagen, an denen der Müll abgeholt wird“, merkt Hübner an. Nach der Testphase wurden 66 Anwohner gefragt, ob das so bleiben soll. Dafür waren 46 der Befragten. Deshalb entschied das Gremium, dass aus der provisorischen eine dauerhafte Regelung wird.