Bobenheim-Roxheim
Diskussion um Kita-Standort neu entfacht
In der Ratssitzung am Donnerstag plädierte ein Mitglied zunächst für den Standort Kaufweide statt Rathauswiese, dann forderte die Fraktion Kooperationsgespräche mit dem katholischen Träger der Kita Edith Stein. Ein Woche zuvor hatten sich zwei Ausschüsse für den Bau einer sechsgruppigen Kita auf dem Gemeindegrundstück (Festplatz) neben dem Rathaus ausgesprochen, um den Abriss des Kindergartens in der Breslauer Straße zu kompensieren und zusätzliche Plätze zu schaffen. Nun erhob Michael Remmele (CDU) Einwände. „Solange kein Alternativstandort für die Kerwe gefunden ist, spreche ich mich gegen die Rathauswiese aus“, sagte er und plädierte für die Stichstraße Kaufweide neben der Rheinschule.
Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte zu Beginn der Beratung darauf hingewiesen, dass der Gondelfestplatz als Spielort der Kerwe aus Naturschutzgründen fraglich sein könnte. Vielleicht aber gebe es Möglichkeiten, den Neubau am Rathaus so zu platzieren, dass etwa die Hälfte des Grundstücks als Festplatz genutzt werden könnte.
Die Kaufweide hielten die meisten Ratsmitglieder für keine gute Idee, weil dann ein Hol- und Bring-Verkehrschaos programmiert sei. „Außerdem“, so Bürgermeister Michael Müller (SPD), „haben wir dort kein Baurecht. Das Verfahren samt Grundstückserwerb würde vier bis fünf Jahre dauern, mit offenem Ausgang. Die Zeit haben wir nicht. Wir müssen schnellstmöglich Betreuungsplätze schaffen.“ Holger Voll (SPD) stimmte ihm zu: „Der Nutzen der Rathauswiese für ein paar Festtage im Jahr ist für unsere Fraktion Nebensache. Im Vordergrund steht das Wohl der Kinder und Familien.“ Frank Sommer (Grüne) pflichtete ihm bei. Zu überlegen sei allerdings, ob man nicht besser zwei kleinere Kitas – am Rathaus und in der Breslauer Straße – baue statt eine große mit 150 Plätzen.
Marco Erban sprach sich schließlich als einer von mehreren CDU-Fraktionsmitgliedern für „eine enge Zusammenarbeit mit dem kirchlichen Träger“ der in Rathausnähe ansässigen Kita Edith Stein aus. Sylvia Lobocki meinte, dort gebe es wegen des neuen Kita-Gesetzes Umbaubedarf, deswegen sollten sich die Kirchengemeinde und die Kommune über etwaige Synergien unterhalten. Schließlich wurde sogar angedeutet, die Pfarrei wolle die Kita-Trägerschaft und die Immobilie abgeben.
Am Ende stimmten 13 Ratsmitglieder dafür, die nächsten Schritte Richtung „Rathaus-Kita“ erst zu gehen, wenn Gespräche mit der katholischen Seite stattgefunden hätten. Neun Stimmberechtigte waren dagegen. Bürgermeister Müller befürchtet, dass sich das Projekt nun verzögert. Einig war man sich, dass die Gemeinde zum Kindergartenjahr 2024/25 den integrativen Ansatz der Einrichtung in der Breslauer Straße aufgibt. Ab dann soll das Prinzip der Inklusion gelten: Kinder mit Behinderung sollen in jeder Kita betreut werden können.