Rhein-Pfalz Kreis
Dirmstein: Politiker sorgen sich um Zustand des Abwasserkanals im Dorf
Von dem im September vom Gemeinderat verabschiedeten Hochwasserschutzkonzept für Dirmstein ist noch nicht viel umgesetzt worden. Beigeordneter Ulrich Schneider (FWG) berichtet von gereinigten Feldgräben, und die CDU-Fraktion hat Angst vor möglichen Kanalschäden.
Das mithilfe eines Ingenieurbüros entwickelte Konzept enthält Vorschläge für mittel- bis langfristige Bauvorhaben, mit denen vor allem der tief gelegene Ortskern vor Überflutungen bei Starkregen geschützt werden soll. Zum Beispiel können und sollen Zuläufe zu diversen Rückhaltebecken und zum Kanal optimiert oder neu geschaffen werden. Solche Maßnahmen bedürfen der Planung und können mitunter teuer werden, weshalb die Ortsgemeinde auf Hilfe vom Land hofft beziehungsweise angewiesen ist.
Die Verwaltung ist nach Angaben von Baudezernent Ulrich Schneider aber noch nicht in Mainz vorstellig geworden, weil die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Leiningerland gern damit warten würde, bis sie derlei Wünsche nach fachlicher Unterstützung und Zuschüssen für Hochwasserschutz aus anderen Ortsgemeinden erfasst habe. Sie sollten gesammelt an die Landesregierung herangetragen werden, so Schneider.
Ganz untätig war die Ortsgemeinde aber nicht. „Alles, was nicht baulich oder technisch geplant werden muss, haben wir gemacht“, sagt Schneider, der auch für den Bereich Landwirtschaft zuständig ist. Er nennt als Beispiel die intensive Reinigung von Rinnen und Zuläufen im Außenbereich, die zu Regenrückhaltebecken oder dem Vorfluter Eckbach führen. „Das wollen wir künftig in kürzeren Abständen als bisher wiederholen“, sagt Schneider.
Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Scherer äußerte in der letzten Ratssitzung dieser Wahlperiode die Befürchtung, dass das erarbeitete Konzept in Teilen hinfällig sein könnte, wenn sich Schäden am Dirmsteiner Abwasserkanal zeigen sollten. Damit bezog er sich auf die kürzliche Entdeckung, dass Kanäle in der ehemaligen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land regelwidrig lange nicht ausreichend geprüft beziehungsweise saniert wurden.
Die letzte Untersuchung mittels Kamera in Dirmstein sei 1997 gewesen, sagte Scherer, „der Kanal könnte also marode sein“. Das sollte man dem Ingenieurbüro zur Kenntnis geben. „Das Konzept muss auf den Prüfstand“, forderte Scherer. Beigeordneter Schneider entgegnete, dass die Überflutungsgefahr hauptsächlich von Wasser aus den höher gelegenen Außenbereichen herrühre und nicht vom Kanal.
Jörg Jokisch (SPD) warf ein, dass das Dirmsteiner Kanalnetz an bestimmten Stellen durchaus untersucht worden sei, es sei nur nicht die große, alle zehn Jahre fällige TV-Befahrung gemacht worden. Dem widersprach Hans Scherer: „Das waren extremste Versäumnisse.“ Ortsbürgermeister Bernd Eberle (FWG) sagte, er wolle eine Sichtprüfung, um zu sehen, ob sich seit dem letzten Hochwasser Schlammschichten im Kanal befinden. Schließlich nahm der Rat einstimmig einen FWG-Antrag an: Die Verbandsgemeindewerke sollen erläutern, ob seit 1997 Schmutzwasserkanäle in Dirmstein überprüft wurden, und wenn ja: wann, wie und wo.