Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenendkolumne: Von Hackern und Kakteen

Angeknabbert.
Angeknabbert.

Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges – und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Kreisverwaltung: Ich glaub’, es hackt!

Bei der Kreisverwaltung hackt’s. Also, natürlich das Hacken mit den Computern, nicht das im Kopf. Klar ist jedenfalls: Wer irgendwas von der Verwaltung will, muss ihr das per Brieftaube, Postkutsche oder Rauchzeichen mitteilen. Noch nicht klar ist, wer den Verwaltungsapparat in eine Zeit vor Telefonen und Faxgeräten, von Computern mal ganz zu schweigen, befördert hat. Wenn’s russische Hacker waren, wie vom Landrat unmittelbar nach dem Angriff verkündet, stellt sich die Frage: Was wollen die ausgerechnet in der Vorderpfalz? Suchen sie jetzt gezielt nach Gegnern, die nicht optimal vorbereitet sind? Vielleicht kam die Attacke aber auch gar nicht aus Russland, dem momentanen Lieblingsfeindbild schlechthin. Aber woher dann? Ging das mit der Digitalisierung irgendeinem überarbeiteten Mitarbeiter der Behörde einfach zu schnell und er sah sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen? Klar, für die Verwaltung ist so ein Angriff der Super-GAU. Wenn man bei den klassischen Verwaltungs-Kalauern bleibt, birgt er aber auch einen Hoffnungsschimmer für die Mitarbeiter, die seit dieser Woche komplett analog arbeiten müssen: Wenn sie den anfänglichen Stress erst mal hinter sich haben, können sie endlich wieder wie früher pünktlich zum Feierabend den Bleistift fallen lassen. Mit der Computermaus ging das ja so schlecht.

Barrierefreiheit: Kein Griff ins Klo

Dass die Verwaltung auch mal überraschend schnell sein kann, zeigt ein Blick ins bislang ungehackte Schifferstadt. Wobei „überraschend schnell“ dieser Tage natürlich relativ ist. In dem Fall heißt es: Kaum zwei Monate, nachdem die einzige öffentliche Behindertentoilette der Stadt wiedereröffnet wurde, ist sie jetzt sogar endlich barrierefrei. Dass Rollstuhlfahrer so ihre Schwierigkeiten haben, wenn sie eine schwere Tür öffnen und dann noch eine Stufe überwinden müssen, muss einem ja auch jemand sagen. Immerhin wurde die barrierefreie Toilette nicht zum kompletten Griff ins Klo: Dass solche Probleme schon nach wenigen Wochen behoben werden, ist ja leider auch keine Selbstverständlichkeit.

Romantik pur: Kakteen im Wald

Eigentlich ist es ja eine schöne Idee: Hochzeitspaare pflanzen einen Baum. In Schifferstadt suchte der Förster dafür Eichen aus – sehr symbolisch! Die vertragen schwierige Umstände ganz gut, wachsen trotzdem, sind beständig und werden groß, stark und sehr alt. Leider ist das in diesem Jahr schief gegangen. Nicht mal die Eichen haben die extreme Hitze und Trockenheit überlebt. Nachdem der Förster überlegt, Arten anzusiedeln, die nicht heimisch sind, aber Dürrezeiten besser überstehen hätten wir da einen Vorschlag: Jedes Hochzeitspaar pflanzt einen Kaktus. Der braucht praktisch keine Pflege, kommt ohne Wasser aus, hält sich Feinde mit Stacheln vom Hals – und blüht nur ein Mal alle paar Jahre. Okay, an der Symbolik arbeiten wir noch ...

Ein schönes Wochenende wünschen Elena Bruckner und Gereon Hoffmann

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