Land und Leute RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wochenendkolumne für den Rhein-Pfalz-Kreis: Vom Schreiben und Genießen

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Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche bewegt hat. Abseitiges, Skurilles und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Ortschronik: Schmoren

In Dannstadt-Schauernheim ist die Zeit stehen geblieben. In der Dorfchronik jedenfalls. Die letzten Einträge reichen bis zum französischen Kaiser Napoleon zurück. Dann endet die Geschichte der einst eigenständigen beiden Dörfer im frühen 19. Jahrhundert. Oder genauer: Hier endet Band zwei, der 2006 erschienen ist. Seitdem geht es an der Geschichte Dannstadts und Schauernheims Interessierten wie den Anhängern der Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“: Sie warten bisher vergeblich auf die Fortsetzung. Doch während Erfolgsautor George R. R. Martin seine Fans wohl weiter schmoren lässt, gibt es für den nächsten Band der Dorfchronik einen Hoffnungsschimmer: Mit Ingo Dierck, Stefan Endres und Winfried Seelinger bietet der Gemeinde ein geschichtsversiertes und bewährtes Trio seine historisch fundierten Schreibkünste an. Zeit wäre es allemal: Kündigte doch Band eins bereits 1989 den dritten Teil an.

Nagellack: Schmecken

Nagellack in Mini-Weinflaschen – für Wein-Fans mit einem Faible zur Nagelkosmetik eine geniale Idee, die da Jessica Grünewald aus Mutterstadt hat. Und nicht nur das: Die Farben sind vom Geschmack und Bouquet des Weins inspiriert, die Etikette fantasievoll gestaltet wie auf einer richtigen Weinflasche. Der Merlot ist brombeerfarben, ein frisches Pink der Rosado und der Secco perlt golden. Da wird das Kosmetik-Schränkchen zum Mini-Weinregal. Und selbst wenn man(n) Nagellack nichts abgewinnen kann. Neidisch kann man schon werden auf die Jungunternehmerin. Lebt sie doch insgeheim den Traum vieler Pfälzer. Wenn sie nach Inspiration für ihre Nagellack-Farben sucht, entkorkt sie einen edlen Tropfen, macht es sich auf der Terrasse gemütlich, schnuppert tief ins Glas hinein und lässt sich genüssliche den Wein schmecken. Einfach so, ganz ohne Reue … denn man arbeitet ja schließlich hart. Wirklich genial.

Ortsgemeinderat: Schmähen

Die Verzweiflung ist Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) immer wieder anzusehen. Er verschränkt die Arme hinter dem Kopf, atmet tief ein und aus. Die Sitzung des Ortsgemeinderats dauert. Und dauert. Und dauert. Zwei Stunden, drei, vier. Es wird diskutiert. Und diskutiert. Nicht immer zielführend. Und Schubert weiß nicht, wie sich das Programm straffen ließe – obwohl er überzeugt davon ist, dass es in deutlich kürzerer Zeit abzuarbeiten wäre. Das Problem: Fußgönheim hat derzeit sozusagen zwei Ortsbürgermeister. Den 2019 gewählten, also Schubert. Und gewissermaßen Marie-Luise Klein, die zwei Jahrzehnte lang die Geschicke der Orts führte, aber bei der Wahl nicht mehr angetreten war, nun jedoch in der SPD-Fraktion wirbelt. Und dabei keine Gelegenheit auslässt, ihren Nachfolger zurechtzuweisen, zu korrigieren und darauf hinzuweisen, wie man als Ortsbürgermeister zu agieren habe. Schubert lässt sich provozieren, es kommt zu Wortgefechten, sie kramen in alten Schubladen. Das ist keine konstruktive Gemengelage. Er entzieht ihr das Wort – nur um beim nächsten Tagesordnungspunkt nach Beiträgen zu fragen und die Meldungen gar nicht erst abzuwarten. Er weiß ohnehin, was kommt. „Frau Klein“, sagt er dann. Und die Schatten-Ortsbürgermeisterin im Schatten? Sie lächelt einfach nur.

Ein schönes Wochenende wünschen Doreen Reber, Markus Müller & Sven Wenzel

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