Dannstadt-Schauernheim
Die Weihnachtsbeleuchtung bleibt aus
Die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung stieß Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) an. Bisher seien immer 88 Sterne der Ortsgemeinde sowie 37 private im Bereich Lessing- und Mozartstraße aufgehängt worden. Diese müssten jährlich im Oktober oder November elektrotechnisch geprüft werden. Alle zwei Jahre seien zudem die Steckdosen an den Straßenlaternen-Masten zu überprüfen. Ab Mitte November hänge der Bauhof diese Sterne gewöhnlich auf und ab Mitte Januar wieder ab. Ob das auch in Zeiten der Energiekrise so laufen soll, darüber solle der Rat sich Gedanken machen. Grundsätzlich gebe es drei Optionen: komplett darauf verzichten, die Sterne zwar dekorativ aufhängen, aber nicht einschalten oder sie aufhängen, aber nur vom 21. Dezember bis zum 4. Januar einschalten.
Der Einspareffekt wäre selbstverständlich vernachlässigbar, räumte Elmar Burkhardt (CDU) ein. Doch es gehe darum, ein Zeichen zu setzen: „Dass wir nicht Wasser predigen und Wein saufen.“ Überall seien die Bürger zum Energiesparen aufgerufen, da könne die Kommune nicht hergehen und die Weihnachtsbeleuchtung auf voller Last fahren. Stattdessen schlage seine Fraktion vor, in den beiden Ortsteilen Dannstadt und Schauernheim jeweils einen Standort für einen beleuchteten Weihnachtsbaum auszuwählen sowie Standorte für ein paar unbeleuchtete.
Den Bürgern „Weihnachtsstimmung gönnen“
Almut Schaab-Hehn (Grüne) bezeichnete den Vorschlag, die Weihnachtsbeleuchtung einzusparen, als Placebo-Beschluss. Denn die tatsächliche Einsparung wäre so gering, dass sie nicht der Rede wert sei. „Gönnen wir den Bürgern doch das bisschen Weihnachtsbeleuchtung“, appellierte sie an die anderen Ratsmitglieder. Wirkliche Einsparungen ließen sich viel eher bei kommunalen Liegenschaften wie die dem Zentrum Alte Schule erzielen. Dem hielt Ortschefin Winkelmann entgegen: „Und wie sollen wir das ZAS im Winter vermieten, wenn wir es nicht heizen?“ Hier gelte es, die Heizkosten den Mieteinnahmen gegenüberzustellen und zu schauen, ob sich das wirklich lohnt, antwortete Schaab-Hehn.
Wundern über die Grünen
Grünen-Mitglied Ralf Klein warf den Befürwortern des Verzichts Symbolpolitik vor und erinnerte daran, dass es sich bei der Weihnachtsbeleuchtung auch um ein christliches Symbol handle. In diesem Aspekt pflichtete ihm Frithjof Burdan (SPD) bei, der die Debatte insgesamt für übertrieben hielt. Sein Parteigenosse Uwe Schölles wies daraufhin, dass die Sterne inzwischen ebenfalls als bereits sparsame LED-Leuchten umgerüstet seien. „Ein bisschen Weihnachtsbeleuchtung sollten wir schon noch haben. Sie verschönert ja auch das Ortsbild und wäre ein positives Signal in diesen düsteren Zeiten“, sagte er. Burkhardt irritierten die Aussagen vor allem der Grünen, argumentierten sie doch sonst immer, dass jede Kleinigkeit zähle.
Am Ende entschied sich die Ratsmehrheit mit 12:5-Stimmen gegen die Weihnachtssterne.