Rhein-Pfalz-Kreis
Die Würde des Orts: Nicht alle verhalten sich auf dem Friedhof richtig
An den meisten Friedhofseingängen stehen Schilder mit Regeln aus der Friedhofsordnung. Was ist erlaubt, was nicht. Und meistens steht hier auch: Radfahren und Hunde verboten, beispielsweise. Nicht alle halten sich daran. Weite Wege zum Familiengrab verführen schon mal dazu, auf dem Sattel sitzen zu bleiben und weiter zu strampeln, vor allem mit einer Last im Fahrradkorb. Erwünscht ist das nicht. Aber es gibt auch Schlimmeres.
Von Hunden auf dem Waldfriedhof seien ihm keine Beschwerden bekannt, aber Radfahrer auf Friedhofswegen seien immer mal wieder ein Thema, sagt Peter Schlindwein, Fachbereichsleiter Bürgerdienste in der Schifferstadter Stadtverwaltung. Und wenn diese einen „verdächtigen Kontrolleur“ sehen, drehen sie um und fahren weg, sagt er lachend – denn natürlich sei bekannt, dass die Fahrräder am Eingangsbereich zurückzubleiben haben. „Es entspricht einfach nicht der Würde des Ortes“, betont Schlindwein. Auch für den Transport von Pflanzen oder Geräten zur Gräberpflege müsse man das Fahrrad nicht nehmen – schließlich gebe es die Handwagen, die gegen ein Pfand genutzt werden können.
Als Abkürzung genutzt
Beim Stadtfriedhof an der Mannheimer Straße verhalte es sich ein bisschen anders. Dieser wird zum Ende des Jahres aufgelassen, ist kein Friedhof im rechtlichen Sinne mehr, und soll in einen Park umgewandelt werden. Die Verbotsschilder für Radler stehen da auch noch, aber Schlindwein weiß auch, dass der Weg direkt durch den ehemaligen Friedhof ein idealer Verbindungsweg für Fußgänger und Radler ist.
Eine ähnliche Situation gibt es in Mutterstadt, wo der Alte Friedhof auch eher einem Park gleicht, es aber auch noch „aktive“ Gräber gibt. Es gebe zwar eine Beschilderung in Textform, einen Auszug aus der Friedhofsordnung, die das Radfahren untersagt, sagt Gunther Holzwarth, geschäftsführender Beamter der Mutterstadter Verwaltung. Das werde aber eher nicht gelesen, deswegen überlege man, Piktogramme an den Eingängen anzubringen. „Es ist sogar schon mal jemand mit dem Auto in den Alten Friedhof gefahren, als die Torflügel wegen Arbeiten dort ganz geöffnet waren“, sagt Holzwarth. Da habe sich wohl jemand eine Abkürzung erhofft.
Hausmüll, Hundekot und Zigarettenstummel
Auf dem Neuen Friedhof in Mutterstadt gebe es dagegen eher Probleme, weil die Sitzgruppe auf dem Hügel dort gerne als Treffpunkt genutzt werde, von Jugendlichen etwa, was Lärm und Müll-Hinterlassenschaften verursache. Überhaupt ein Ärgernis: Zeitgenossen, die ihren Hausmüll in den Müllbehältern der Begräbnisstätte entsorgten: „Das ist leider nichts Neues.“
Auf den drei Friedhöfen der Verbandsgemeinde Maxdorf gebe es aktuell keine Probleme mit Radfahrern auf den Friedhofswegen, sagt Verbandsbürgermeister Paul Poje. Allerdings gebe es auf dem Rasengräberfeld in Fußgönheim tatsächlich immer mal wieder Probleme mit Hundekot. Darauf sei vor einiger Zeit auch schon im Amtsblatt hingewiesen worden. In Maxdorf hingegen habe es laut Poje schon Beschwerden gegeben, weil dort andere unschöne Hinterlassenschaften zu finden seien: Zigarettenstummel. Der Friedhof sei eine beliebte Abkürzung auch für die Schüler der benachbarten Schule.
Auch in Limburgerhof weist eine große Tafel auf dem Gemeindefriedhof darauf hin, was erlaubt ist und was nicht. Es gebe immer mal wieder Beschwerden über Verstöße, aber die bewegen sich laut dem Leiter des Friedhofsamts, Rainer Detroy, „im niederschwelligen Bereich“, sagt Gemeindesprecher Rolf Dörner. Und Thomas Divivier vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim sagt für seinen Bereich, dass ihm keine Auffälligkeiten bekannt seien.