Rhein-Pfalz Kreis Die Toskana vor der Haustür

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Mutterstadt. Wenn sich das Hoftor in der Schifferstadter Straße 5 öffnet, betritt man eine völlig andere Welt, die man nicht erwartet hätte. Claudia Daubner-Liede hat gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang aus einem ehemaligen Bauernhaus ein Hof-Idyll mit toskanischem Flair geschaffen.

„Hier waren früher mal das Plumpsklo und der Schweinestall“, berichtet die Mutterstadterin, während sie ihren Blick durch den Hof schweifen lässt. Immer an ihrer Seite: Zwergspitz Femmi und Mischling Bobby, die die Sonnenstunden im Freien zwischen den Kübelpflanzen sichtlich genießen. Auch Daubner-Liede hält sich gerne in ihrem Hof auf und bewundert die Farbpracht der zahlreichen Pflanzen, die sie selbst hegt und pflegt. „Meine Frau hat einen grünen Daumen“, sagt ihr Mann nicht ohne Stolz. Egal ob Enzian, Oleander, Zypressen – alles wächst und gedeiht dank eines Tricks: „Reichlich Wasser schadet nicht“, meint die 45-Jährige lachend und ergänzt: „Kakteen und Blumen, die kein Wasser brauchen, würden bei mir sicher eingehen.“ Eine Stunde Arbeit investiert die gelernte technische Zeichnerin abends in ihre Blumenwelt. „Zuerst gehe ich mit den Hunden spazieren, dann kommen die Blumen dran, und ab 20 Uhr sitze ich meist vorm Fernseher“, erklärt sie ihren täglichen Rhythmus. Für gesellige Runden mit Freunden und Verwandten im Hof, der einen großen Tisch bereit hält, lässt sie das TV-Programm aber auch schon mal sausen. „Während der Fußballweltmeisterschaft haben wir die Spiele der Deutschen gemeinsam in unserem Kinosaal angeschaut. Da haben wir einen Beamer. Gefeiert wurde anschließend dann im Hof“, berichtet Daubner-Liede. Aus dieser Zeit stammen auch die bepflanzten Fußballtassen, die jetzt noch als Tisch-Deko dienen. Der Party- und Freizeitraum war die Idee ihres Ehemanns. Diesen hat er in der sich an den Hof anschließenden Scheune integriert und in Eigenregie gebaut. Ebenso war die Gestaltung des Hofs, der 18 Meter lang ist, und der Umbau des Hauses, das 30 Jahre leer stand, die Aufgabe des 52-Jährigen. Die Arbeiten hat er sukzessive in seiner Freizeit ausgeführt. „Er ist handwerklich sehr begabt“, sagt die Mutterstadterin, der die Ergebnisse dieses Talents ja auch zugute kommen. In der 150 Quadratmeter großen Scheune wurde eine Zwischendecke eingezogen, die nun für das Zimmer, das mit diversen Filmpostern an den Wänden und den gemütlichen Sesseln Kinoflair versprüht, quasi als Dach dient. Eine Bar, ein Billardtisch und Spielautomaten runden das Inventar ab. „Den Billardtisch wollte ich unbedingt, mein Mann hätte noch gerne einen Flipper, aber bis jetzt haben wir noch keinen gefunden, wir suchen aber weiter“, sagt Daubner-Liede. Neben dem im mediterranen Stil angelegten Hof kann die Familie, zu der noch die 16-jährige Tochter Anna gehört, im Garten kleine Erholungspausen einlegen. Dieser schließt sich an die Scheune an und wartet gleich mit dem nächsten Projekt für den munteren Hobby-Heimwerker auf: „Ich möchte hier noch eine Wohlfühloase schaffen“, berichtet der Mutterstadter und deutet auf das ehemalige Sommergehege für Hasen und Meerschweinchen, das demnächst dem Relaxort weichen soll. Bis es soweit ist, verbringt das Ehepaar die restlichen sonnigen Sommertage im Hof. „Es ist idyllisch, hier morgens zu sitzen und eine Tasse Kaffee zu trinken, einfach herrlich“, sagt Daubner-Liede mit strahlenden Augen. Urlaub sei fast nicht mehr nötig, denn die „Toskana haben wir ja quasi vor der Haustür“, meint sie lachend. Wer zum ersten Mal zu Besuch komme, sei immer wieder über den Anblick überrascht. „Von außen denkt man nicht, dass es hintendran so weitläufig ist“, erklärt sie die Reaktionen der Gäste, die für den Hof meist nette Worte übrig haben. „Es freut uns, wenn sich hier auch andere wohlfühlen, denn das ist das schönste Kompliment“, sagt die 45-Jährige, die mit den Gedanken bereits bei ihren Blumen ist: „Die Gießkanne steht schon bereit.“

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