Limburgerhof
Diamantene Hochzeit: Zwei Donaudeutsche finden sich in der Pfalz
Die junge Elisabeth stammte aus Ungarn und machte sich auf den Weg in die Pfalz. Sie wollte in Limburgerhof, dem Wohnort ihrer Großmutter, ein neues Leben beginnen. Das war zunächst kein einfacher Weg, denn ein passender Arbeitsplatz war kaum zu finden. „In Ungarn habe ich eine Ausbildung in einer Porzellanfabrik gemacht und habe Figuren modelliert“, berichtet die Seniorin. Sie erklärt ihre Fertigkeiten auch gar nicht lange, stattdessen zeigt sie ein paar Exponate ihrer Schaffenskunst – dazu gehören filigran gearbeitete Dekorationsstücke aber auch Gebrauchsgegenstände.
Die Verbundenheit zu ihrer Volksgruppe prägte das Paar
Der junge Anton flüchtete mit seiner Familie aus einem Ort im heutigen Serbien und siedelte sich zunächst in Bayern an, wo allerdings Arbeitsplätze rar waren. Am neuen Wohnort in Limburgerhof kam die Wende und nach kurzer Zeit fand der gelernte Schreiner eine Arbeitsstelle bei der BASF, wo er seine Meisterprüfung ablegen konnte und fortan, bis zum Beginn der Rente, seine neue Wirkungsstätte als Ausbilder in der Lehrwerkstatt fand. Auch er gab seinem Beruf eine kunsthandwerkliche Note. Davon zeugen nicht nur selbstgefertigte Möbel im ganzen Haus, sondern auch meisterliche Bilder in Intarsientechnik, welche die Wände im Limburgerhofer Schlösschen schmücken.
Das junge Paar baute selbst ein Haus, in dem auch die Familie von Anton Broder leben sollte. „Das waren zwar schwierige Zeiten, aber der Gemeinschaftssinn der Donaudeutschen war sehr ausgeprägt und wir halfen uns alle gegenseitig“, erinnert sich der Senior. Die Verbundenheit zu ihrer Volksgruppe prägte das Paar ihr Leben lang. Es entstanden nicht nur immerwährende Freundschaften, sondern auch ehrenamtliches Engagement zur Pflege des Brauchtums. Der 82-Jährige war stellvertretender Landesvorsitzender der Donauschwaben und auch im Bundesvorstand aktiv. Hierfür wurde er 2003 mit der Landesehrennadel Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Feier im engen Familienkreis
Vielfache Würdigung erfuhr der Pensionär aber auch wegen seiner Leidenschaft als Sportschütze. Er gründete bei der TG 04 die Schützenabteilung und war 40 Jahre deren Vorsitzender. Broder war nicht nur Teilnehmer und oft auch Sieger bei über 300 Wettkämpfen, sondern auch bundesweiter Wettkampfrichter. Der tatkräftigen Hilfe seiner Gattin, die alle schriftlichen Arbeiten erledigte, konnte er sich stets sicher sein. Der umtriebige Limburgerhofer hat auch bei der gemeindlichen Seniorenarbeit seine Spuren hinterlassen.
„Zeit für ein Hobby hatten wir eigentlich nie“, gesteht das Paar einmütig. Elisabeth Broder wirkte eher im Hintergrund, wie sie es bescheiden ausdrückte. Wichtig war ihr immer, für ihre Familie da zu sein. Neben der Unterstützung der Aktivitäten ihres Mannes widmete sich die 81-Jährige der Erziehung ihrer Tochter und betreute ihre Enkelin. Noch heute prägt ein intakter Familienverband den Rhythmus des Alltags.
Wegen der Coronakrise wird die ursprünglich geplante Feier ihrer Diamantenen Hochzeit etwas kleiner ausfallen. Stattdessen wird es am Sonntag ein kleines Fest im Kreis der Familie geben.