Rhein-Pfalz Kreis Datenklau in Bankfilialen

Die Täter schlugen über das verlängerte Wochenende an Christi Himmelfahrt zu. Die Unbekannten haben Briefkästen in der Maudacher Geschäftsstelle der Sparkasse Vorderpfalz und in drei Filialen der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Speyer, Schifferstadt und Neustadt aufgebrochen. In den Kästen befanden sich ausgefüllte Überweisungsträger, die von Kunden außerhalb der Öffnungszeiten der Banken eingeworfen worden waren. Mit den geklauten Kontodaten füllten die Täter dann neue Überweisungsträger mit gefälschten Unterschriften aus. Teils wurden auch nur die Empfänger geändert. Mit den frisierten Überweisungen transferierten die Betrüger schließlich Geld nach Spanien. Bei der Sparkasse Vorderpfalz sind bisher 15 dubiose Überweisungen bekannt. In fünf Fällen sei tatsächlich Geld überwiesen worden, teilte ein Sparkassensprecher gestern auf Anfrage mit. Die ausländischen Konten seien nach dem Geldeingang aufgelöst worden. Nach Angaben der Sparkasse entstand ein Schaden von über 40.000 Euro. Das Geld sei den Kunden sofort wieder zurückerstattet worden. Die Bank habe den Schaden ihrer Versicherung gemeldet. Nach RHEINPFALZ-Informationen überwiesen die Täter allein in einem Fall 8500 Euro. Die Sparkasse hat ihre Kunden in Maudach über den Datenklau informiert und Betroffenen angeboten, die Kontonummer zu ändern. Die Masche mit den gestohlenen Überweisungsträgern scheint neu zu sein. Die Ermittlungen wegen der Aufbrüche und Betrügereien laufen. Die gefälschten Überweisungsträger werden derzeit kriminaltechnisch untersucht, um über Fingerabdrücke oder DNA-Spuren möglicherweise Rückschlüsse auf die Täter ziehen zu können. Noch ausgewertet werden Aufnahmen der Videoüberwachung im Vorraum der Bankfilialen. Möglicherweise lassen sich die Täter so identifizieren. Fest steht bisher lediglich, dass die Täter zwischen Freitagnachmittag, 15. Mai, und Montagmorgen, 18. Mai, die Kästen mit den Überweisungsträgern aufgebrochen haben. Wie viele Bankformulare sich darin über das verlängerte Wochenende befanden, ist bislang unklar. Betroffen vom Datenklau sind nach Polizeiangaben folgende Bankfilialen: Sparkasse Vorderpfalz Ludwigshafen-Maudach (Bergstraße) sowie drei Filialen der Volksbank Kur- und Rheinpfalz in Schifferstadt (Schillerplatz), Speyer (Bahnhofstraße) und Neustadt (Hohenzollernstraße). Außer bei den fünf Geldtransfers und den zehn versuchten Überweisungen in Ludwigshafen ist laut Polizei weitere neunmal versucht worden, mit gefälschten Überweisungen Beute zu machen. Die frisierten Unterlagen landeten bei verschiedenen Bankfilialen in der Vorderpfalz – in Iggelheim, Ruchheim, Meckenheim und Haßloch. Dabei soll kein Schaden entstanden sein, die Bankmitarbeiter hätten rechtzeitig den Betrug erkannt, sagte ein Polizeisprecher. Ob es noch mehr als die bisher bekannten fünf Geschädigten gibt, weiß die Polizei nicht. Die Beamten appellieren an Sparkassen- und Volksbankkunden, ihren Kontostand sehr gründlich zu überprüfen. Bei Fehl- oder Falschbuchungen sollten Betroffene umgehend mit der Kriminalpolizei und ihrer Bank Kontakt aufnehmen. Die Sparkasse Vorderpfalz zeigte sich auf Anfrage betroffen über die Betrugsserie. Die Kunden in Maudach seien per Aushang und von ihren Kundenberatern informiert worden. „Auf Wunsch gehen wir die Kontoauszüge auch gemeinsam mit den Kunden durch, da die Überweisungen in einigen Fällen schwer zu entdecken sind“, sagte Tino Heinken, Leiter des Vorstandsstabs. Die Bank überlegt derzeit, welche Konsequenzen gezogen werden könnten. Die Briefkästen für Überweisungen sollen jedoch beibehalten werden, denn dieser Service werde von den Kunden nachgefragt. Auch die Volksbank Kur- und Rheinpfalz will am Einwurfsystem festhalten. Sprecher Frank Nusskern-Ruch verweist darauf, dass bei der Volksbank die Sicherheitsmaßnahmen gegriffen hätten, die gefälschten Belege entdeckt wurden und Kunden kein Schaden entstanden sei. Die Mitarbeiter hätten die Order, auch künftig Papierbelege besonders genau zu prüfen. Zeugen gesucht Hinweise auf die Einbrüche und die Täter an die Kriminalpolizei unter Telefon 0621 963-1163.