Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Das Virus an vier Schulen

Mit vielen Regeln und Sicherheitsvorkehrungen ist im Mai der Schulbetrieb gestartet, trotzdem gibt es jetzt gleich an vier Schul
Mit vielen Regeln und Sicherheitsvorkehrungen ist im Mai der Schulbetrieb gestartet, trotzdem gibt es jetzt gleich an vier Schulen – im Rhein-Pfalz-Kreis und in Ludwigshafen – bestätigte Corona-Fälle.

In zwei Ludwigshafener Schulen und in zwei Schulen des Rhein-Pfalz-Kreises sind am Montag insgesamt vier Corona-Infektionen bestätigt worden. In drei Fällen bedeutet das zum Beispiel: Die Klassenkameraden der Betroffenen müssen in Quarantäne. An der vierten Schule hingegen dürfen die Dinge etwas anders laufen.

Corona-Test statt Mathetest oder Deutscharbeit, die Gesundheit und deren Schutz geht in diesen Zeiten ganz klar vor, findet Clemens Körner (CDU). Der Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises hat am Montagmittag nicht gerne zum Telefonhörer gegriffen, immerhin musste er verkünden, dass es gleich an vier Schulen im Zuständigkeitsbereich seines Gesundheitsamts vier bestätigte Corona-Fälle gibt. An jeder dieser Schulen einen. Das war im Verlauf des Vormittags bekannt geworden. „Kaum machen wir die Schulen auf – und dann das“, sagt Körner. „Es zeigt uns aber auch, dass das Virus noch da ist. Und sollte vor allem diejenigen nachdenklich stimmen, denen die Lockerungen gar nicht weit genug gehen können und die Sicherheitsvorkehrungen kritisieren.“

Negativ-Test in Mutterstadt

Corona jetzt also an den Schulen. Betroffen sind in Ludwigshafen die Karolina-Burger-Realschule plus und die IGS Ernst Bloch. Im Rhein-Pfalz-Kreis sind es die Grundschule Fußgönheim und die Realschule plus in Dudenhofen. Bei der IGS Mutterstadt in der Mitte des Kreises steht das Ergebnis eines Corona-Tests bei Körners Anruf noch nicht fest, aber im Laufe des Tages kommt die gute Nachricht: Der betroffene Schüler ist zwar Kontaktperson eines akuten Corona-Falls, selbst aber negativ auf das Virus getestet worden.

Telefonate mit der Oberbürgermeisterin

Ein paar Telefondrähte laufen in diesen Stunden des Montags heiß. Jede Schule hält mit besorgten Eltern Kontakt. Das Gesundheitsamt wiederum mit den Schulen und der Schulaufsichtsbehörde. Und der Landrat telefoniert mit Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Verschiedene Informationen laufen im Landratszimmer zusammen, manche entpuppen sich als Gerücht. Etwa die Sache mit der Grundschule in Fußgönheim, die angeblich erst einmal geschlossen bleiben soll. „Stimmt nicht“, sagt Paul Poje (CDU), der als Maxdorfer Verbandsbürgermeister die Lage vor Ort im Blick hat. „Die Grundschule bleibt nur am Montag zu, am Dienstag geht der normale eingeschränkte Regelbetrieb weiter.“ Der normale eingeschränkte Regelbetrieb – auch so eine besondere Wortkombination, die die Corona-Krise geschaffen hat. Heißt aber nichts anderes als: Schule geht weiter. Gelernt wird.

Tests auch für Leser und private Kontaktpersonen

Diese Ansage gilt auch erst einmal für die anderen drei Schulen mit Corona-Fall. Doch alle Klassenkameraden, die im direkten Kontakt mit einem der infizierten Schüler stehen, müssen einstweilen zu Hause in die Schulbücher schauen. In Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt gehen sie in Quarantäne. Und sie sollen Körner zufolge auf das Virus getestet werden. Gleiches gilt für die Lehrer, die vor einer Klassengruppe mit Corona-Fall gestanden haben. Im privaten Umfeld müssen die Kontaktpersonen ebenfalls ermittelt werden, die Nachverfolgung liegt in den Händen der Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamts. Noch ein paar Telefondrähte mehr, die heiß laufen.

Erst nach neun Tagen bekannt geworden

In der Dudenhofener Realschule wird vom beschriebenen Prozedere etwas abgewichen. Dort ist nämlich erst nach neun Tagen bekannt geworden, dass es einen Corona-Fall in einer Klassengruppe gibt. Der Schüler hatte nach Körners Informationen Durchfall, ist deshalb aber sofort zu Hause geblieben und wurde ein paar Tage später getestet. „Zählen wir das Wochenende dazu, ist heute schon der zwölfte Tag. Bislang zeigt keiner seiner Mitschüler Symptome. Dort wird es nicht mehr nötig sein, alle Klassenkameraden zu testen“, meint der Landrat. Bei den anderen drei Schulen müssen ihm zufolge zunächst die Tests ausgewertet werden. „Erst wenn wir wissen, ob sich andere Schüler angesteckt haben – oder eben auch nicht –, können wir neue Entscheidungen treffen.“

Der Landrat rät: „Uffbasse!“

In die Karten spielen den Verantwortlichen Fronleichnam und der bewegliche Ferientag am Freitag. Bis Montag müssten alle Ergebnisse vorliegen. Nicht in Deutsch, nicht in Mathe, sondern auf Corona. Der Landrat seufzt. Die Fälle an den Schulen hätte keiner gebraucht. „Zumal dort alles dafür getan wird, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Aber gut: In einer Woche wissen wir spätestens, wie es weitergeht. Unabhängig davon gilt immer und für alle: Uffbasse!“

Wie es landesweit an den Schulen aussieht, steht hier.

Als Grundschule hat es die Schillerschule Fußgönheim (Verbandsgemeinde Maxdorf) getroffen.
Als Grundschule hat es die Schillerschule Fußgönheim (Verbandsgemeinde Maxdorf) getroffen.
Die Ludwigshafener Karolina-Burger-Realschule plus ist eine von drei weiterführenden Schulen mit einem Corona-Fall.
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Mit Hygieneregeln wollen sich die Schulen vor dem Coronavirus schützen.
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