Lambsheim
Corona-Regeln: Bald Aufpasser am Nachtweideweiher
Die Gemeinden Bobenheim-Roxheim und Lambsheim befürchten, dass sie einem Pandemie-Sommer, in dem viele aufs Verreisen verzichten und lieber die Badeseen statt die Schwimmbäder aufsuchen, nicht gewachsen sein könnten. An den Gewässern müssen Corona-Regeln befolgt werden, und für die Kontrolle – gerade beim Massenansturm an heißen Wochenenden – fehlt es an Vollzugsbeamten.
Ein Beispiel gab’s Ende Juni, als in beiden Orten die Polizei Verstöße ahnden und eine Riesenparty beenden musste, bei der Drogen im Spiel gewesen sein sollen. Vertreter der Gemeinden forderten Unterstützung vom Rhein-Pfalz-Kreis, der für den Infektionsschutz zuständig ist. Und auf Drängen von Michael Reith (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, kam es am Dienstag zu einem Treffen in relativ großem Kreis.
„Wir wollen ein Hygienekonzept mit Regelkatalog erstellen“, berichtet Reith aus der Sitzung. Die erstmals am vergangenen Wochenende eingezeichneten Kreise, die Nutzer der Lambsheimer Liegewiese auf Abstand hielten, sollen fest etabliert werden. Das habe nach Ansicht des Betriebshofs gut funktioniert, allerdings sei am Sonntag auch nicht so viel Betrieb gewesen.
Vordere Plätze für Familien
Die Plätze nah am Wasser werden für Familien reserviert, alle anderen Besucher sollen sich in Kreisen im hinteren Teil der Wiese niederlassen. „Außerdem sollen die Gruppen, die nur baden oder nur die Gaststätte besuchen wollen, geteilt werden, indem die Zugänge separiert werden“, so Reith.
Die kniffligste Frage war, wie man den Zugang zum Gelände beschränken kann, wenn zu viele Menschen an den Nachtweideweiher wollen. Laut Bürgermeister wurden Parkplatzsperrung, Eintrittsmarken oder Armbändchen verworfen. Lieber sollen an Wochenenden ab 10 Uhr drei „Dienstleister“ aufpassen, dass es auf den Liegeflächen nicht zu voll wird. „Einer wird am Haupteingang stehen, die zwei anderen sondieren ständig die Lage und signalisieren ihm, ob er noch Besucher einlassen kann“, so Reith. Wie die Kosten für diesen Sicherheitsdienst auf Orts- und Verbandsgemeinde sowie Kreis verteilt werden, sei noch offen.
Kreis soll Allgemeinverfügung erlassen
An die Kreisverwaltung gehe die dringende Bitte, die Regeln in eine Allgemeinverfügung zu packen, damit sie für alle Badegewässer im Rhein-Pfalz-Kreis gelten und die Kommunen auf der rechtlich sicheren Seite seien. Denn laut Reith könnte die Ausübung des Hausrechts, sprich Platzverweise wegen Überfüllung, gegen öffentliches Recht verstoßen, denn die Badeseen seien für die Bürger grundsätzlich geöffnet. Ob es eine solche Allgemeinverfügung geben wird, soll in der kommenden Woche geklärt werden.
Kein akutes großes Problem stellen nach Ansicht von Polizei und Kreisjugendamt ausufernde Partys dar. Laut Reith halten die Fachleute die Feier von 300 bis 400 Jugendlichen am letzten Juniwochenende am Lambsheimer Weiher eher für einen Einzelfall. Sollte sich das wider Erwarten anders entwickeln, könnten Maßnahmen ergriffen werden.
Ob die Idee mit dem Sicherheitspersonal auch für den Bobenheim-Roxheimer Silbersee etwas taugt, muss sich die Gemeinde, die mit zwei Verwaltungsmitarbeitern an dem Krisentreffen teilgenommen hat, noch überlegen. Der Silbersee ist im Gegensatz zum Lambsheimer Weiher fast sechsmal größer und von viel mehr Uferstellen aus zugänglich. Nach derzeitigem Stand soll der Gemeinderat am 14. Juli in einer Sondersitzung über das Problem beraten.