Rhein-Pfalz-Kreis Corona-Ambulanz: Testen in der Mutterstadter Rundsporthalle
Dort, wo normalerweise Sportler rennen, turnen, sich recken und strecken und Bälle werfen, wird demnächst getestet: Die Rundsporthalle in Mutterstadt wird zur Corona-Ambulanz und dafür gerade umgerüstet. Es werden Kabinen und Liegen aufgestellt, Telefone und Computer eingerichtet. „Es entsteht quasi eine Arztpraxis mit Sprechzimmern“, sagt Kreissprecherin Kornelia Barnewald. Für die notwendige medizinische Ausrüstung und die Organisation der Praxisabläufe sei von medizinischer Seite Werner Leibig verantwortlich. Leibig ist Barnewald zufolge Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin und hat jeweils eine Praxis in Dannstadt und in Mutterstadt. Unterstützt werde der Arzt von der Kassenärztlichen Vereinigung und der Kreisverwaltung. Bis Montag soll alles stehen und alles funktionieren, die Corona-Ambulanz in Mutterstadt in Betrieb gehen.
Testen lassen können sich hier alle Bürger, für die das Kreisgesundheitsamt zuständig ist, sprich: alle Menschen aus dem Kreisgebiet sowie den Städten Frankenthal, Ludwigshafen und Speyer – sofern sie eben Symptome haben, die auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus hinweisen. Dazu zählen nach Angaben der Kreisverwaltung Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen, Geruchs- und Geschmacksverlust, Gliederschmerzen und Durchfall.
„Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass nur Patienten mit Symptomen die Ambulanz aufsuchen sollten, um die Kapazitäten des medizinischen Personals nicht zu strapazieren und zur eigenen Sicherheit“, sagt Barnewald. Wer in der Corona-Ambulanz untersucht werden möchte, müsse vorab einen Termin bei der Hotline des Gesundheitsamts unter der Telefonnummer 0621/5909-5800 ausmachen. Zum Termin sind dann die Karte der Krankenkasse, Personalausweis und ein eigener Kugelschreiber mitzubringen. Ebenso wird dringend darum gebeten, vorab mitzuteilen, ob bereits eine Quarantäne besteht.
Zwei Ärzte pro Schicht
Landrat Clemens Körner (CDU) betont, dass die neue Corona-Ambulanz niedergelassene Ärzte und ihre Teams entlasten und schützen soll. „Wir müssen alles dafür tun, um die niedergelassenen Arztpraxen zu schützen und weiterhin funktionsfähig zu erhalten“, sagt Körner. „Ich unterstütze die Initiative von Werner Leibig also sehr gerne, da dadurch gewährleistet werden kann, dass Patienten mit ganz anderen Krankheiten und Anliegen weiterhin ihren Hausarzt aufsuchen können und nicht Gefahr laufen müssen, sich mit dem Coronavirus in der Arztpraxis anzustecken.“ Leibig wird von Kollegen aus der Region bei der Arbeit in der Rundsporthalle unterstützt. „Es ist angedacht, dass pro Schicht immer zwei Ärzte vor Ort sind“, sagt Barnewald.
Nach einer Umfrage unter den Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis, welche Gebäude und Hallen für eine Corona-Ambulanz zur Verfügung stehen würden, fiel die Auswahl auf Mutterstadt und die Rundsporthalle. „Weil die Halle groß ist und entsprechend aufgeteilt werden kann und die Gemeinde zentral im Rhein-Pfalz-Kreis liegt“, sagt Kornelia Barnewald. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) sei zudem mit dem Aufbau der Corona-Ambulanz sofort einverstanden gewesen und habe geholfen, dass der Betrieb so schnell wie möglich starten kann.
Zentral und eine gute Verkehrsanbindung, damit punktet Mutterstadt. Als öffentliches Nahverkehrsmittel fährt allerdings nur ein Bus in die Gemeinde. „Aber ÖPNV sollte im Verdachtsfall auch gar nicht genutzt werden. Die Rundsporthalle sollte möglichst mit dem eigenen Pkw angesteuert werden“, meint Barnewald.
Sicherheit und Abstand spielen in Corona-Zeiten eine bedeutende Rolle. Die Kreisverwaltung betont deshalb ausdrücklich, dass trotz der räumlichen Nähe von Ambulanz und daneben liegender Integrierten Gesamtschule der Sicherheitsabstand eingehalten werde. Es sollen ein Sichtschutz und Bauzäune angebracht werden, um keinen Kontakt mit dem Schulbetrieb zu haben. Den gibt es allerdings zurzeit ohnehin nicht. Die Schule ist aktuell noch bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Wie es nach dem 19. April weitergeht, ist derzeit noch offen.