BOBENHEIM-ROXHEIM
Chor braucht Carneval: Sanierungsstau sprengt Vereinsbudget
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Chorvereinigung votierten 42 Mitglieder für diesen Schulterschluss. Es gab nur zwei Gegenstimmen. In einem ersten Schritt soll nun ein Gutachten erstellt werden, um einen Überblick über die anfallenden Renovierungskosten zu bekommen. Vertreter beider Vereine betonten am Freitagabend ihr ernsthaftes Interesse an einer gemeinsamen Nutzung des Gebäudes. Bürgermeister Michael Müller (SPD), ebenfalls anwesend, betonte, es liege auch im Interesse der Gemeinde, das Sängerheim als Zentrum für Gesang, Kultur und Begegnung zu erhalten. Müller zeigte sich erfreut über die Entscheidung und kündigte seine Unterstützung bei der Umsetzung an.
Grund für diesen Schritt ist der Sanierungsstau im Sängerheim, wie Gerdi Schäfer, Vorsitzende der Chorvereinigung, sagte. Das Haus benötigt unter anderem eine neue Heizung, neue Fenster sowie den Austausch der Eingangstür. Hinzu kommen Maßnahmen zum barrierefreien Ausbau. Da sich die sanitären Anlagen im Keller befinden, müsse zudem ein Treppenlift eingebaut werden.
Rücklagen reichen nicht aus
Die Chorvereinigung verfüge derzeit zwar über finanzielle Rücklagen von 21.652 Euro, könne die Investitionen aus eigener Kraft jedoch nicht stemmen. Hierzu reichten die Mitgliedsbeiträge der 170 Mitglieder und die Einnahmen aus der Vermietung der Räume nicht aus.
Bereits im Vorfeld waren Gespräche mit dem RCV geführt worden, um die Altrhoischnooke mit ins Boot zu nehmen. Der RCV nutze das Sängerheim bereits seit Jahren, etwa für die alljährliche Schnookewoog. Nun kann der RCV Miteigentümer des Sängerheims werden. Dessen Vorsitzender Kay Stofleth bestätigte am Freitag: „Es stimmt, wir haben Interesse an einer gemeinsamen Nutzung. Unsere Zusammenarbeit war bisher gut, das kommt also alles nicht von ungefähr.“
RCV will Gutachten abwarten
Das Votum der Chorvereinigungsmitglieder wertete Stofleth positiv. Man habe nun die Legitimation für zielführende Verhandlungen. Der Carnevalverein wolle zunächst jedoch Klarheit darüber, welche Kosten auf ihn zukommen. Bis die Ergebnisse des Gutachtens – voraussichtlich Ende Oktober – auf dem Tisch liegen, werde der RCV deshalb noch abwarten.
Eine Befürchtung wurde den Chormitgliedern am Freitag bereits genommen. Nachdem die 78-jährige Gerdi Schäfer angekündigt hatte, alters- und gesundheitsbedingt auf eine erneute Kandidatur für den Vereinsvorsitz zu verzichten, meldeten gleich mehrere Mitglieder ihr Interesse an, im Februar 2024 für den Vorstand zu kandidieren.