BOBENHEIM-ROXHEIM
CDU-Ortsverband reflektiert Wahlniederlage
Unter den Bobenheim-Roxheimer Christdemokraten herrsche noch etwas Traurigkeit über die verlorene Bürgermeisterwahl, sagte Zwilling, der an dem Abend als Vorsitzender bestätigt wurde. Kandidat Christian Reber habe mit 43,2 Prozent der Wählerstimmen jedoch ein respektables Ergebnis in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Michael Müller (SPD) erzielt. Reber habe zusammen mit dem CDU-Ortsverband einen guten Wahlkampf gemacht.
Diese Meinung teilten jedoch nicht alle Anwesenden, wobei sich die Kritik weniger gegen den Kandidaten als gegen die Gruppe richtete. Man sei zu spät in die Gänge gekommen, hieß es, und gerade zum Wahlkampfende sei zu wenig Info-Material unters Volk gebracht worden. Ein Mitglied meinte: „Erst acht Wochen vor der Wahl mit dem Wahlkampf zu beginnen, ist einfach zu spät.“ Auch die mangelnde Bereitschaft von CDU-Mitgliedern, sich aktiv in den Wahlkampf einzubringen, wurde thematisiert.
Kaum Nachwuchs im Ortsverband
Überhaupt scheint der Ortsverband ein Nachwuchsproblem zu haben. Die drei Neuaufnahmen im vergangenen Geschäftsjahr hätten den hauptsächlich durch Sterbefälle verursachten Schwund nicht ausgleichen können, so Zwilling. Die Mitgliederzahl stagniere bei derzeit 66 und liege damit deutlich unter den früheren Zahlen. Damit liege man allerdings im bundesweiten Trend der sogenannten Volksparteien. Zwilling stellte jedoch auch Positives heraus. Wenn trotz Corona 21 von 66 Mitgliedern zur Versammlung gekommen seien, sei dies ein gutes und ermutigendes Zeichen.
Zwilling, der auch Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat ist, bezog Stellung zur aktuellen Kommunalpolitik. Die CDU werde bis zur nächsten Gemeinderatswahl intensiv an einem neuen Programm arbeiten mit den Schwerpunkten Wohnraumbeschaffung, Kita-Plätze, Schulsituation, ärztliche Grundversorgung und Naherholungskonzept mit „sanftem Tourismus“. Nachdem sich beim Bürgerentscheid eine Mehrheit von 54,2 Prozent gegen das Neubaugebiet ausgesprochen habe, müsse nun genau überlegt werden, wie sich Bobenheim-Roxheim zukünftig noch weiterentwickeln und der dringend benötigte Wohnraum hergestellt werden könne. Denn das werde nun deutlich schwieriger.
Koalition schwer belastet
Den Grünen warf Zwilling vor, beim Thema Baugebiet und Bürgerentscheid eigenwillig agiert zu haben. Gleiches gelte für die kurzfristige Nominierung von Nicole Born als grüne Bürgermeisterkandidatin. Hier hätten sich die Grünen nicht an Absprachen und Aussagen gehalten und die Koalition damit schwer belastet. „Es knirscht im Getriebe“, sagte Zwilling.
Einstimmig beschlossen wurde eine Verkleinerung des Vorstands. Bis auf Weiteres soll die Zahl der Vorstandsmitglieder höchstens zehn Prozent der Gesamtmitgliederzahl des Ortsverbands betragen. Die Forderung nach Trennung von Fraktions- und Parteivorsitz lief mangels Bewerber ins Leere. Georg Zwilling agiert damit weiter in beiden Ämtern.
Vorstand
Vorsitzender Georg Zwilling, Stellvertreter Michael Remmele, Kassenwartin Angelika Wolfmüller, Schriftführerin Michaele Gärtner, Beisitzer Manfred Gräf und Ingolf Rehwald.