Verbandsgemeinde Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel CDU-Bürgermeister-Kandidat Christoph Baumann: „Investieren, aber auch optimieren“

Die Verbandsgemeinde Maxdorf sei schon gut an den ÖPNV angebunden, meint Christoph Baumann (CDU). Dennoch gebe es auch hier Verb
Die Verbandsgemeinde Maxdorf sei schon gut an den ÖPNV angebunden, meint Christoph Baumann (CDU). Dennoch gebe es auch hier Verbesserungsbedarf.

Er könne Verwaltung, Betriebswirtschaft und Kommunalpolitik – Christoph Baumann (CDU) ist bereit, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maxdorf zu werden. Blutjung, mit zwölf, hat er Gremienarbeit ausprobiert, und seither hat ihm nichts die Lust daran verleidet, auch wenn er schon so manche harte Nuss knacken musste. Doch er sagt von sich: „Ich löse gerne Probleme“.

Christoph Baumann ist tief in Maxdorf verwurzelt, hier ist er aufgewachsen, hierher ist er wieder nach seinem Studium zurückgekehrt, hier hat er mit seiner Familie ein Eigenheim gebaut, und hier möchte der 42-Jährige auch bald arbeiten – er bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Maxdorf.

Der Weg hat sich vorgezeichnet: Mit zwölf Jahren engagierte sich Christoph Baumann politisch, er war Mitglied des ersten Jugendgemeinderats in der Maxdorfer Verbandsgemeinde. Dass sein Vater Werner Baumann bereits in der Kommunalpolitik aktiv war, spielte dabei nur eine Nebenrolle. Doch dadurch kannte man ihn im Ort. Und so wurde er auf der Maxdorf Kerwe von einem Mitglied der Jungen Union (JU) angesprochen. Mit Erfolg. Er sei damals im Jugendrat mit Feuereifer dabei gewesen, erinnert er sich: „Wir hatten zum Beispiel in der Zeit den recht innovativen Antrag gestellt, die Fahrzeugflotte der Verbandsgemeinde auf Erdgas umzustellen.“ Erfolgreich waren letztlich die Anträge für eine Halfpipe und einen Weinfest-Shuttleservice für Jugendliche. Doch die Chance, mit Kommunalpolitik etwas zu verändern, fand er sehr spannend.

Faible für Zahlen

Und so unterschrieb er schon bald den Mitgliedsantrag der JU. Mit 15 war er im Kreisvorstand der Jungen Union, noch zu Studienzeiten wurde er Ortsgemeinderatsmitglied, die Arbeit setzte er nach seinem Studium fort. Das war vor 18 Jahren, später erhielt er auch ein Mandat für den Verbandsgemeinderat. Christoph Baumann ist nun schon in der vierten Legislaturperiode dabei und mittlerweile stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender. Seit acht Jahren führt er die Union im Ortsgemeinderat an. Die CDU sei von Anfang an seine politische Heimat gewesen. „Aber ich gebe zu, früher war ich konservativer, heute bin ich liberal-sozialer“, sagt er. Und als ehemaliger Pfadfinder schlägt sein Herz auch für grüne Themen. Er sieht seine CDU in der Mitte angesiedelt. Der Fokus auf die Wirtschaftsthemen, der liberale Ansatz und die christlichen Werte entsprechen seiner Einstellung.

Persönlich hat er ein Faible für Zahlen. Christoph Baumann hat nach dem Abitur am Technik-Gymnasium in Ludwigshafen und der Bundeswehrzeit Betriebswirtschaft, Fachrichtung Steuer- und Prüfungswesen in Darmstadt und Mannheim studiert. Anschließend arbeitete er zehn Jahre in einer Mannheimer Steuerkanzlei und hat dort mitunter Jahresabschlüsse für Firmenkunden erstellt. Ein Job, den er sehr gerne gemacht hat. Vor drei Jahren veränderte er sich beruflich. Er wollte in einem Non-Profit-Sektor arbeiten und wechselte zum Bischöflichen Ordinariat in Speyer. Dort wurde er Referent für Steuern, war unter anderem in der Geschäftsführung und Projektleitung tätig und ist nun übergangsweise Abteilungsleiter. Ein Job, an dem ihm viel liege, sagt er.

Nun könnte aber der andere wichtige Part in seinem Leben – die Kommunalpolitik – in den beruflichen Vordergrund rücken. Die Kandidatur habe er sorgsam abgewogen und mit der Familie besprochen. Christoph Baumann ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von sechs und neun Jahren. Er weiß: Die Arbeit werde mit dem Amt nicht weniger. Aber immerhin – der Job wäre im Wohnort, ein Vorteil für die Familie.

Guter Draht nach Berlin helfe

Nach vielen Jahren der Gremienarbeit mit der CDU: War da die Kandidatur die logische Konsequenz? „Das würde ich so nicht sagen“, sagt er. „Als hauptamtlicher Bürgermeister und Chef einer Verwaltung werde ich die Belange aller Ortsgemeinden umsetzen. Und das unabhängig vom Parteibuch“, betont er. Aber Parteipolitik könne natürlich auch helfen, etwa mit einem guten Draht ins Kreishaus, nach Mainz oder Berlin. „Es ist gut, vernetzt zu sein, es ist aber nicht unbedingt nötig“, sagt Baumann. Aber seinen beruflichen Blick von außen, von außerhalb der Verwaltung, nennt er als Vorteil. „Ich kann meine betriebswirtschaftliche Erfahrung einbringen, das ist auch der Reiz des Amts.“

Flächenmäßig ist Maxdorf die kleinste Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz, so können in der Verwaltung nicht ohne Weiteres Mitarbeiter eingestellt werden – etwa im Bauamt. Alleine der geplante Ausbau der Maxdorfer Haidwaldschule oder der Bau einer weiteren Kita in Birkenheide seien große Herausforderungen. Baumann spricht davon, Prozesse zu optimieren, etwa bei den Personalressourcen. Und das in der gesamten Verwaltung.

Eine weitere Idee sei die einer bürger-, aber auch einer mitarbeiterfreundlichen Verwaltung, zum Beispiel mit modern ausgestatteten und mobilen Arbeitsplätzen. Ein anderes Anliegen ist es, den Bürgerservice zu verbessern, etwa durch Vereinfachung von Zugängen und Anträgen. Nun weiß Baumann um so manche gesetzliche Hürden, „aber manchmal sind auch kleine Veränderungen möglich, die den Bürgern das Leben leichter machen können“, sagt er, „mein Grundtenor ist da, zu hinterfragen.“ Und als Finanzexperte möchte der 42-Jährige auch einen besonderen Blick auf den Haushalt haben. „Ich bin ein konsolidierender Haushaltspolitiker“, sagt er von sich: „Investieren, aber auch optimieren!“

Investitionsstau vermeiden

Eine der künftigen großen Investitionen ist das Rathaus. Hier steht die Frage im Raum: Ausbau oder Neubau? „Einen Abriss und Neubau sehe ich skeptisch“, sagt er deutlich. Mehr Sinn habe für ihn eine Sanierung und Erweiterung. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben. Das Gebäude sei in keinem schlechten Zustand. Und der derzeitige Standort der Verwaltung – mitten in Maxdorf – sei optimal. Letztlich aber müsse in den Gremien sorgsam abgewogen werden. Hingegen ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für alle Gemeinden nach Baumanns Auffassung sinnvoll. Es soll am Rand von Fußgönheim gebaut werden, eine optimale Lage mit letztlich kostensparenden Synergieeffekten, meint der CDU-Politiker. Bis gebaut wird, müsse aber noch der Feuerwehr-Bedarfsplan abgewartet werden.

Grundsätzlich ist Christoph Baumann ein Verfechter davon, regelmäßig in die Infrastruktur und Liegenschaften zu investieren, um keinen Investitionsstau aufkommen zu lassen. Als Beispiel nennt er die Maxdorfer Waldsporthalle. Die Situation der Kinderbetreuung in den Kitas sei in der Verbandsgemeinde nach seiner Einschätzung recht stabil. „Kein Zustand“ hingegen sei es, dass die Erweiterung die Haidwaldschule die Verwaltung nun schon gut fünf Jahre beschäftigt. Grund dafür sei unter anderem die Notwendigkeit, europaweit auszuschreiben. Genau solche behindernden Vorgaben lassen ihn mitunter mit dem Kopf schütteln. „Und dem Bürger ist das auch nicht zu vermitteln“, sagt er. Doch er löse gerne Probleme und wolle sich da reinknien.

Bekennender FCK-Fan

Grundsätzlich sei die Infrastruktur in der Verbandsgemeinde gut, ebenso die Anbindung. Dennoch könnten die Nord-Süd-Anbindung und die Radwege, etwa nach Ruchheim, besser sein. Das sei unter anderem ein langfristiges Ziel, das er als Verbandsbürgermeister angehen möchte. Wie auch die Bewältigung des Bedarfs nach Wohnraum. „Aber wir müssen sorgsam wachsen“, sagt er und bekennt: „Ich bin ein Gegner davon, weitere landwirtschaftliche Flächen zu überbauen.“

Besonders froh sei er über die sehr gute Vereinsarbeit und das viele ehrenamtliche Engagement. Das sei ein Pfund, das er auch als Verwaltungschef fördern möchte. Er selbst ist in Vereinen aktiv. Seit seiner JU-Zeit ist er fester Bestandteil der Organisation der Maxdorfer Kerwe und zudem Kassenprüfer der TSG Maxdorf. Er engagiert sich eben gerne, feiert gerne mit Freunden und ist bekennender FCK-Fan. „Mein Bruder und ich teilen uns eine Dauerkarte“, erzählt er. Ansonsten zieht es ihn in seiner Freizeit in den Pfälzerwald zum Wandern und für den Familienurlaub auch mal weg aus Maxdorf – in die Berge zum Skifahren.

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