Was war, was kommt
Maxdorf: Die Verwaltung soll mehr Platz bekommen
An Weihnachten mal runter- und auf andere Gedanken kommen. Bürgermeister Paul Poje schüttelt energisch den Kopf. Und der Christdemokrat hebt auch leicht die Stimme an. Beinahe omnipräsent war das Thema Flüchtlinge und die Beschaffung für Wohnraum für diese in den letzten Wochen des Jahres 2023. „Es ist schwierig, abzuschalten, wenn man ständig mit dem Thema konfrontiert wird“, sagt der Bürgermeister.
Die gute Nachricht: Die Verbandsgemeinde hat zwei Grundstücke gefunden, auf denen sie mobile Wohneinheiten errichten und dann dort Asylsuchende unterbringen kann. Das eine ist auf dem Gelände des Pfalzmarkts in Maxdorf, das andere westlich des Feuerwehrgerätehauses in Birkenheide. Allerdings hat Poje bei der ganzen Diskussion eine gravierende Änderung festgestellt: „Die Bereitschaft in der Gesellschaft, sich um das Flüchtlingsthema zu bemühen, hat rapide nachgelassen.“
Und bei manchen Aussprüchen aus dem Publikum während der Sitzung der Gremien, „wird’s einem ganz anders.“ Er habe nicht gedacht, dass man als Gesellschaft wieder so tief sinken könne. „Manche haben aus der Geschichte einfach nichts gelernt. Das kann man dann nicht so einfach ablegen“, bekennt Poje.
Keine öffentlichen Hallen
Wobei er betont: „Die Container sind spartanisch eingerichtet. Da lebt niemand wie Gott in Frankreich.“ Im ersten Quartal 2024 sollen die Container bezugsfertig sein. Bleibt noch das große Thema der Betreuung der Flüchtlinge. Da sei der Fachbereich drei der Verwaltung federführend und bereits im Kontakt mit der Caritas. Angst habe er nicht bei diesem Thema. Aber er sehe die Herausforderung. Und womöglich kristallisiere sich in den ersten Monaten des neuen Jahres schon heraus, dass die bereitgestellten Unterkünfte nicht reichen werden. „Aber die Anzahl der Personen, die wir aufnehmen können, ist endlich.“
Öffentliche Hallen dafür heranzuziehen, sei für ihn keine Alternative. „Dann würde das gesamte sportliche und schulische Leben in der Verbandsgemeinde Einschränkungen erfahren.“
Es gibt aber auch Dinge, die Poje die Sorgenfalten von der Stirn vertreiben. In Sachen Katastrophenschutz sei man jetzt gut aufgestellt. 2024 werde es in Kooperation mit dem Rhein-Pfalz-Kreis einen Stresstest geben. „Mit allem, was dazugehört.“ Auch hier betont der Bürgermeister, dass er weder ängstlich noch pessimistisch sei. „Aber wir müssen gut vorbereitet sein.“
Neue Feuerwehrzentrale
Gut vorbereitet sein – das will in Zukunft auch die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde. Der Plan der Verwaltung, die Wehr in ein neues, zentrales Gerätehaus ziehen zu lassen, nimmt dabei immer konkretere Formen an. Eine wesentliche Hürde hat Poje dabei nach eigener Aussage jetzt genommen. „Wir haben ein passendes Grundstück.“ Die Verhandlungen seien langwierig gewesen, da es am Ende um drei Areale ging, die zu einer Fläche zusammengefasst werden sollen. Mit elf Eigentümern sei man dabei im Gespräch gewesen.
Klappt alles, so wie es sich Poje vorstellt, bekommt die Verwaltung ein Grundstück von 10.000 Quadratmetern und bezahlt dafür rund 650.000 Euro. „Als die Eigentümer erfahren haben, für was wir das Gelände nutzen wollen, waren alle gesprächsbereit“, sagt Poje. Allein, in seiner Amtszeit erlebt der Christdemokrat die Fertigstellung des Projekts nicht mehr. Seine Amtszeit endet am 31. Juli 2025. Bis dahin steht das Feuerwehrhaus nach menschlichem Ermessen nicht. Theoretisch könnte der 63-Jährige dann noch mal kandidieren für das Amt des Verbandsbürgermeisters. Aber dem erteilt er jetzt schon eine klare Absage.
Auch das zweite Großprojekt wird er als aktiver Bürgermeister der Verbandsgemeinde wohl nicht mehr erleben. Aber anschieben muss er es. „Die Verwaltung platzt aus allen Nähten“, sagt Poje. Das Rathaus in Maxdorf ist zu klein. Die Variante Neubau hat im Moment wohl die Nase vorne. „Aber auch eine Sanierung mit Erweiterung auf dem Gelände nebenan ist noch nicht vom Tisch“, sagt Poje. Und in diese Richtung werde die Reise am Ende wohl auch gehen. Die Verhandlungen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier laufen.
Personal wechselt
Finanziell mit im Boot ist die Verbandsgemeinde auch bei der geplanten Errichtung eines Faulturms für die Kläranlage in Lambsheim, über die auch das Abwasser aus der Verbandsgemeinde Maxdorf geklärt wird. „Bei der ersten Schätzung für den Faulturm haben wir uns um die sechs Millionen Euro herumbewegt. Jetzt sind wir bei 9,5 Millionen“, erläutert Poje. Der Anteil der Verbandsgemeinde beträgt 65 Prozent.
Die Ausschreibung sei aufgrund der Preissteigerung aufgehoben worden. „Wir haben jetzt stärker differenziert, sind von drei auf neun Gewerke hochgegangen, in der Hoffnung, dass die Verteilung den Preis noch etwas nach unten drückt.“ Da sei das Ziel gewesen, den Faulturm tatsächlich noch während seiner Amtszeit zu errichten. „Aber das geht jetzt nicht mehr.“ Das Projekt muss jetzt noch einmal in die entsprechenden Gremien.
Auch personell tut sich ein bisschen was im Maxdorfer Rathaus. Uwe Weismüller übernahm zum 1. Januar den Job des Bauamtsleiters bei der Verbandsgemeinde Rheinauen in Waldsee und folgt damit Frank Juchem, der das Bauamt bei der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises übernommen hat. Den Job des Büroleiters in Maxdorf hat André Voges übernommen. Er war bis dato Leiter der Bauabteilung der Verbandsgemeinde Maxdorf. Seinen Job hat jetzt Christopher Maurer übernommen, der bislang Voges’ Stellvertreter war. Der Verbandsgemeinderat muss der Personalie noch zustimmen.
Eine Herausforderung werde die Kommunalwahl 2024. „Neue Vorgaben, neue Software. Damit müssen sich die Mitarbeiter erst mal beschäftigen.“ Damit alles reibungslos verlaufe am 9. Juni, leihe man 60 Laptops für die Wahllokale. „Das hört sich viel an, aber bei 15 Wahllokalen relativiert sich das schnell wieder.“ Eine gewisse Spannung sei schon dabei, gesteht Poje. Immerhin geht es auch darum, wen er auf der Zielgeraden seiner Amtszeit als Beigeordnete zur Seite gestellt bekommt und wie sich der Verbandsgemeinderat dann zusammensetzt.
Termin
Der Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Maxdorf ist am Freitag, 12. Januar, 19 Uhr, in der Mensa des Lise-Meitner-Gymnasiums.
Die Serie
Was wurde 2023 alles erledigt, was steht 2024 an? Wir haben mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Rhein-Pfalz-Kreis gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus.