Rhein-Pfalz Kreis Brandbekämpfer hautnah

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Schifferstadt. Feuerwehr zum Anfassen: Diesem Motto sind die Schifferstadter Brandbekämpfer beim Tag der offenen Tür am Sonntag wirklich gerecht geworden. So durften die Besucher in die Schutzkleidung der Feuerwehrleute schlüpfen, in den Einsatzfahrzeugen Platz nehmen und und bei Brandschutzübungen mitmachen. All das kam bei den Gästen prima an.

Alufolie, Steine, aufgeschichtete Holzspalten, Grillanzünder und eine Kunststoffdose: Mehr braucht es nicht, damit Kinder ein Feuer simulieren und löschen können. Die Hölzchen werden dazu auf der Alufolie aufgeschichtet und die Folie mit den Steinen fixiert. „Die Kinder können das Feuer selbstständig entzünden, löschen und die Überbleibsel in einer Kunststoffdose entsorgen“, sagt Feuerwehrmann Benjamin Marx. Bei Festen in Kindertagesstätten sei dieses kleine Experiment beliebt. Aber Marx hat für die jungen Besucher nicht nur Experimente vorbereitet, sondern er war auch als Künstler aktiv. Aus verschiedenen Modellen für die Wasserentnahme, -abnahme und -weiterführung hat er für den heißen Tag eine Art Springbrunnen geschaffen, der bei Jungen und Mädchen ebenfalls hoch im Kurs steht. Sichtbar begeistert ist der Nachwuchs auch von den Feuerwehrautos, in denen die Kinder herumkrabbeln und sich ans Steuer setzen dürfen. „Wir haben die Schlüssel abgezogen und Bremskeile unter die Räder gelegt, damit nichts passiert“, erklärt Gruppenführer Karsten Sans. Die Eltern interessieren sich für die Technik und die Werkzeuge. Vom Oldtimer „Emma“, einem Löschgruppenfahrzeug des Baujahrs 1954, über das dienstälteste Löschgruppenfahrzeug von 1983 bis hin zum neuesten Modell von 2014, einem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF), können alle Wagen im Detail erkundet werden. Ein HFL ist ein Kombifahrzeug, das auch bei Verkehrsunfällen und Waldbränden eingesetzt wird. Sein Löschtank fasst 5000 Liter, mehr als doppelt so viel wie bei normalen Löschfahrzeugen. Damit kann es auch unabhängig von Wasseranschlüssen Brände bekämpfen. Wie Feuerwehrleute sich in voller Montur fühlen, können Besucher erfahren, indem sie in die Schutzkleidung hineinschlüpfen. Auch auf diese Weise soll vielleicht das ein oder andere neue Mitglied gewonnen werden, erzählt Feuerwehrmann Tilo Rust. „Die Quereinsteiger mittleren Alters sind sehr wichtig, die brauchen wir dringend.“ Ansonsten rekrutieren sich viele Aktive aus der sehr gut besetzten Jugendfeuerwehr, sagt der stellvertretende Wehrleiter Jochen Grädler. Seit einigen Jahren sind auch Mädchen und Frauen fester Bestandteil der Mannschaft. Grädler räumt auch mit Missverständnissen auf: „Wir wollen Wasserschäden vermeiden und den Brandherd direkt bekämpfen. Wir spritzen also nicht mehr von außen ins Haus hinein.“ Auch die Katze im Baum sei meist schon wieder unten, wenn die Feuerwehr anrückt, ergänzt Marx. Neben einer Modenschau mit Feuerwehrkleidung und Vorführungen der Jugendfeuerwehr gibt es auch Angebote der Malteser und des Roten Kreuzes. Hier können Interessierte zum Beispiel anhand einer speziellen Puppe üben, wie ein Mensch wiederbelebt wird. Außerdem lässt sich erlernen, wie Verbände an verschiedenen Körperteilen richtig anlegt werden. „Eigentlich ist das alles artverwandt“, meint Grädler. „Denn alle haben das gleiche Ziel: zu helfen.“ Deshalb wolle man sich auch zusammen präsentieren. (udn)

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