Rhein-Pfalz Kreis Bodenschwelle gefährdet Dorffrieden

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Macht die im Sommer angebrachte Bodenschwelle den Verkehr in der Großkarlbacher Silvanerstraße sicherer, oder stellt sie eine Gefahr dar? Darüber streiten sich Einwohner seit Monaten. Jetzt hat sich sogar eine Bürgerinitiative gegründet, die den Gemeinderat auffordert, das schwarz-gelbe Ding wieder entfernen zu lassen.

Der Stein des Anstoßes liegt in einem Großkarlbacher Neubaugebiet, in dem die nach Rebsorten benannten Straßen Ruhe und Frieden ausstrahlen. Mittendrin liegt die Silvanerstraße. Dort gilt Tempo 30, und die Gestaltung von Fahrbahn und Gehwegen signalisiert, dass Langsamkeit erwünscht ist. Dennoch werde gerast, meinten rund 40 Anwohner, taten sich auf einer Unterschriftenliste zusammen und baten den Gemeinderat, etwas zu unternehmen. Es gebe nämlich eine besonders gefährliche Stelle in Höhe der Hausnummern 32 und 34, wo zwei Fußwege (zum Spielplatz und zum Mühlweg) auf die Straße einmünden. Kinder könnten von dort kommend unbedacht auf die Fahrbahn laufen oder radeln und von einem schnellen Auto erwischt werden. Vor zwei Jahren sei das passiert. „Wir haben uns dann für eine Bodenschwelle an dieser Stelle entschieden“, sagt Ortsbürgermeister Ralf-Peter Riegel (SPD) und bestätigt, dass sich etliche Autofahrer in der Silvanerstraße nicht an das Tempolimit halten. Die Wirksamkeit der Kunststoffleiste („mit vier Zentimetern die niedrigste, die es gab“, so Riegel) war schnell bewiesen, nämlich dadurch, dass manche Autofahrer den Gehweg benutzten, um sie zu umfahren. Darauf reagierte die Gemeinde umgehend mit Blumenkübeln auf dem Bürgersteig und überlegte, noch ein zweites Hindernis dieser Art plus zwei Hinweisschilder zu installieren. Zu der Zeit war aber schon die erste Schwelle heftig in Verruf geraten. Ende Juli protestierten Anwohner in einer Sitzung des Gemeinderats: Ein schwer beladenes Auto sei beschädigt worden, und Radfahrer müssten absteigen, wenn sie nicht stürzen wollten, hieß es (wir berichteten). Seinen Zorn darüber ließ offenbar so mancher Autofahrer an jenen Anwohnern aus, die eine Verkehrsberuhigung verlangt hatten. Von anhaltendem Hupen beim Überfahren der Schwelle ist die Rede, vorzugsweise früh morgens und am Abend. Manche sollen im ersten Gang den Motor laut aufheulen lassen. Ob Spucke und Kratzer an manchen Autos ebenfalls von wütenden Bürger stammen, ist umstritten. Im Moment versucht es die „Bürgerinitiative gegen Schwellen in Großkarlbach“ mit einer eindrucksvollen Liste, auf der rund 130 Menschen unterschrieben haben. Die allermeisten davon wohnen tatsächlich in dem Viertel. „Wir sehen in der Schwelle eine Gefährdung des Straßenverkehrs“, heißt es im Anschreiben an den Bürgermeister, „besonders für Zweiradfahrer und nicht zuletzt für die Kinder in der Silvanerstraße.“ Und weil diese eine ansteigende Straße ist, prophezeit die Bürgerinitiative (BI) allen Bewohnern des oberhalb liegenden Gebiets Im Hipperich, deren Autos keinen Allradantrieb haben, bei Schnee und Eis nicht mehr hoch zu kommen. Das Argument der Gegenseite, dass den Spielplatz benutzende Kinder gefährdet seien, hält die BI nicht für stichhaltig: „Die Eltern versuchen, ihre Sorgfalts- und Aufsichtspflicht auf die Gemeinde abzuwälzen.“ Bürgermeister Riegel will nun versuchen, die Wogen zu glätten und den Dorffrieden wiederherzustellen. „Eigentlich wollten wir die Verkehrslage im Silvanerweg noch bis zum Frühjahr beobachten und dann entscheiden, ob wir die Schwelle liegen lassen“, sagt er. „Aber jetzt werden wir Vertreter beider Seiten im November zum Gespräch bitten. Wir streben einen Konsens an.“ Um herauszufinden, wie viele Autos in welchem Tempo im Silvanerweg unterwegs sind, soll das mobile Messgerät der Gemeinde dort eine Weile aufgestellt werden.

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