Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Umgehung und Baugebiet schließen sich nicht aus

Auf diesen Äckern südlich des Globus-Markts könnte ein 14 Hektar großes Wohngebiet entstehen.
Auf diesen Äckern südlich des Globus-Markts könnte ein 14 Hektar großes Wohngebiet entstehen.

Die Gemeinde Bobenheim-Roxheim darf noch 14 Hektar Bauland ausweisen und vielleicht eine Umgehungsstraße bauen lassen. Wie können diese beiden Projekte, für die nur der westliche Ortsrand infrage kommt, zusammenpassen? Das wurde kürzlich in großer Runde erörtert. Mit einer interessanten Perspektive.

Hohe Erwartungen, verschiedene Akteure, viele Wünsche und Ziele. Das kennzeichnet die beiden Ideen, südlich des Bobenheim-Roxheimer Globus-Markts ein großes Baugebiet zu erschließen und – sozusagen gleichzeitig – eine Ortsumfahrung zu verwirklichen. 2018 hat für das eine Projekt der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) sein Okay gegeben und für das andere das Land einen Platz auf seiner Prioritätenliste für Straßenneubauten reserviert.

Dann kam der Rhein-Pfalz-Kreis mit dem Vorschlag, die Umgehung etwas größer zu planen und mittels Bypass eine neue Anbindung des Verkehrs aus und in die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim sowie von und zur Autobahn 6 zu schaffen. Das wäre für den Ortsteil Roxheim von Vorteil und brächte die Gemeinde dem Ziel eines zweiten Bahnhaltepunkts mit Parkanlage näher.

Gebot der Stunde: Fantasievoll planen

Und wie geht es jetzt weiter? Wer macht den nächsten Schritt, um all das zusammenzuführen? Diese Frage hat Bürgermeister Michael Müller (SPD) seinem Parteifreund Martin Haller aus dem Landtag gestellt, der nach eigenen Angaben vor einer Woche in Bobenheim-Roxheim ein Treffen in großer Runde und mit Staatssekretär Andy Becht (FDP) initiiert hat.

Dabei sei deutlich geworden, dass die bislang vom Rhein-Pfalz-Kreis skizzierte große Umgehung in ihrem südlichen Abschnitt anders verlaufen müsse, um auf die nach Großniedesheim führende Kreisstraße 6 zu stoßen, so Müller. Auch sei es unrealistisch, in diesem Abschnitt ein größeres Gewerbegebiet zu etablieren. Aber das sieht der Bürgermeister nicht als großes Problem an.

Wichtiger sei für ihn das positive Signal gewesen, dass sich Umgehung und Wohnbauentwicklung nicht ausschließen. Müller: „Die Kernaussage von Staatssekretär Becht war: Plant mal fantasievoll weiter! Ihr fliegt deswegen nicht aus der Priorisierung raus“, sagt Müller.

Im April beginnen Verkehrszählungen

Martin Haller schließt sich der Einschätzung des VRRN-Direktors Christoph Trinemeier an, der das Doppelprojekt als Chance ansehe, als eine Weichenstellung für die nächsten 50 Jahre. „Hier könnte man einmal zeigen, wie für Wohnungsbau, ÖPNV und Verkehr zusammen zukunftsweisende Lösungen gefunden werden, wenn alles Hand in Hand geht“, sagt Haller und spricht von einem möglichen „Musterbaugebiet“, in dem auch energetisch und ökologisch sinnvolle Ideen in größerem Stil umgesetzt werden könnten. „Wir haben hier sozusagen eine große Spielwiese zum Planen.“

Im April wird der Landesbetrieb Mobilität laut Müller mit Verkehrserhebungen beginnen. „Das sind aber nicht nur Zählungen, sondern es werden die Fahrer auch gefragt werden, woher sie kommen und wohin sie wollen.“ Das Ergebnis erwartet der Bürgermeister nach etwa einem Jahr. Dann werde man in der großen Runde wieder zusammenkommen.

In der Zwischenzeit werde das Planungsbüro Piske für die kommunalpolitischen Gremien Ideen, Vorschläge, Skizzen erarbeiten. Sowohl für den Trassenverlauf als auch für das 1000 bis 4000 Menschen fassende Baugebiet – je nach Art der Häuser. Das müsse übrigens nicht auf einmal entstehen. Müller: „Die uns zustehenden 14 Hektar können über 15 Jahre hinaus geplant und erschlossen werden.“

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