Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Rheinschule soll vierzügig werden

Hinter dem Altbau der Rheinschule sollen neue Klassenräume entstehen.
Hinter dem Altbau der Rheinschule sollen neue Klassenräume entstehen.

Im kommenden Jahr soll die Rheinschule in Bobenheim-Roxheim vergrößert werden, damit sie vierzügig werden kann. Die Schulaufsichtsbehörde hat dazu grundsätzlich Ja gesagt, und das Architektenbüro Diehl hat mit der Schulleitung zusammen Ideen entwickelt.

Der Bedarf für viermal vier Klassen in der Roxheimer Grundschule wird in den kommenden Jahren gegeben sein. Das sagt der Schulentwicklungsplan des Rhein-Pfalz-Kreises voraus, und das hat auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) des Landes anerkannt. Sie ist bereit, die Schulerweiterung mit vermutlich 60 Prozent der als förderfähig anerkannten Baukosten zu bezuschussen.

Die Zahlen der Kreisverwaltung laufen sogar auf eine vorübergehende Fünfzügigkeit ab 2026 voraus, doch das hält die ADD für unrealistisch. Es kommt immer wieder vor, dass deren Prognose sich vom Schulentwicklungsplan einer Stadt oder eines Landkreises unterscheidet. Die Gemeinde als Träger der Rheinschule kann also nur vierzügig planen und muss – sollte es tatsächlich in sechs, sieben Jahren zum Engpass kommen – notfalls die Aufnahme von Kindern aus anderen Schulbezirken ablehnen. Zur Erklärung: Die Rheinschule ist eine Schwerpunktschule, die auch Kinder mit Förderbedarf aus anderen Orten besuchen dürfen.

Ein Klassenraum darf höchstens 60 Quadratmeter haben

Weil das Schulgebäude nicht einfach aufgestockt werden kann, damit vier neue Klassensäle samt Nebenräumen geschaffen werden können, soll hinter dem denkmalgeschützten Altbau an der Rheinstraße auf dem Standort des Hausmeisterhauses ein Neubau entstehen. Architekt Christopher Diehl aus Hochdorf-Assenheim stellte das gemeinsam mit der Schulleitung entwickelte Raumprogramm, das die ADD im Großen und Ganzen gebilligt hat, am Mittwochabend im Bauausschuss der Gemeinde vor.

Demnach werden vier 60 Quadratmeter große Unterrichtsräume plus je zwei Förder- und Mehrzweckräume benötigt sowie Materialraum, Ruheraum, Elternsprechzimmer und Hausmeisterraum. Auch muss die Turnhalle an den Bedarf eines vierzügigen Schulbetriebs angepasst werden.

Zwischen dem Altbau, den neueren Gebäudeteilen in der Kaufweide und dem unteren Pausenhof soll ein zweistöckiger Bau entstehen. Für die Anordnung von Treppenhaus, Aufzug, Klassen- und Funktionsräumen gibt es noch kein fertiges Konzept. „Da probieren wir noch aus“, sagte Diehl im Ausschuss. Mit dem Neubau gehen Veränderungen in den alten Schulteilen einher. Laut Diehl werden beispielsweise die Bücherei und der Werkbereich verlegt, und im Altbau muss Platz für Förderräume geschaffen werden.

Baubeginn nicht vor Mitte 2021

Die Rheinschule samt Außengelände befindet sich auf zwei Ebenen, diese Topografie muss das Büro in die Planung einbeziehen. Unter dem Stichwort Barrierefreiheit sagte Diehl: „Ganz werden wir das in dieser Schule nicht hinbekommen, aber jede Klassenstufe wird am Ende einen barrierefreien Zugang zu den Pausenhöfen und Allgemeinräumen wie Mensa und Turnhalle haben.“

Es gibt offenbar noch einiges auszutüfteln bei dem Projekt, dessen Kosten der Architekt im jetzigen Planungsstadium nicht schätzen kann. Auf die Frage eines Ausschussmitglieds zum ungefähren Kostenrahmen sagte Diehl: „Rechnen Sie mal vorsichtig mit über drei Millionen Euro.“ Sein Ziel für dieses Jahr ist der Abriss des Hausmeisterhauses und die Erstellung der sogenannten Ausführungsplanung. In den Gemeindehaushalt für dieses Jahr werden schon einmal 500.000 Euro eingestellt. Die Bauabteilung rechnet aufgrund der gegenüber der ADD zu wahrenden Fristen nicht mit einem Baubeginn vor Mitte 2021.

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