Rhein-Pfalz Kreis
Bobenheim-Roxheim: Nils Lange ist vom Freiwilligendienst in Peru zurückgekehrt
Über ein Jahr ist vergangen, seitdem Nils Lange in den Flieger nach Peru gestiegen ist, um bei der Aufforstung des Regenwaldes mitzuhelfen. Seit einigen Wochen bereits ist der 20-Jährige wieder zurück im heimischen Bobenheim-Roxheim. Und er hat große Pläne für seine Zukunft mitgebracht. Nils Lange will sich weiterhin sozial engagieren – das Augenmerk soll dabei auf interkulturellem Austausch und einer Initiative in Peru liegen.
Nils Lange ist durch seinen Aufenthalt in Peru gereift, das merkt man dem jungen Mann deutlich an. Wertvolle Erfahrungen habe er in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt. „Es war ein Privileg, dass ich dort dank des Förderprogramms ein Jahr ohne finanzielle Sorgen verbringen konnte“, erzählt Nils Lange und spricht von einem großen Schritt in seiner persönlichen Entwicklung. Nach den anfänglichen Konflikten mit seinen Mitbewohnern, Langeweile und Tatenlosigkeit während der Regenzeit hat der Bobenheim-Roxheimer im letzten Drittel seines Aufenthalts quasi seine Berufung gefunden.
Projekt zur Unterstützung der indigenen Bevölkerung
Nach dem Wechsel des Projekts im Frühjahr kümmerte sich Nils Lange vorrangig um die Förderung der Kultur der indigenen Bevölkerung. Mit anderen Freiwilligen konnte er unter anderem eine Art Designerschule mit Nähstube für Jugendliche einrichten. Und auch mit seinen neuen Mitbewohnern lief nach dem Projektwechsel alles viel harmonischer. „Es war toll, mit so vielen Gleichgesinnten zusammen zu leben“, berichtet Nils Lange, der nebenbei an seinem ursprünglichen Projektplatz im botanischen Garten in Pucallpa noch bei der Einrichtung einer Bed-and-Breakfast-Pension für Touristen geholfen hat.
Doch auch am Ende der Reise gab es für Nils Lange noch ein paar Schattenseiten. In der neuen Unterkunft kam es zu mehreren Überfällen. In wenigen Wochen wurden etwa Motorräder, Gasflaschen, ja sogar Tische gestohlen, berichtet Nils Lange. Er selbst beklagte den Verlust seines Rennrads. Und kurz vor dem Abflug war dann auch noch das Handy des 19-Jährigen weg. Doch auch in dieser Situation habe sich die tolle Gemeinschaft unter den neuen Mitbewohnern gezeigt. Gemeinsam habe man Bewegungsmelder, Stacheldraht und einen Stromkreislauf für zusätzliche Lichter installiert. Die Diebe seien so zwar nicht gefunden worden, die Taten hätten aber nachgelassen.
Der Bobenheim-Roxheimer will ein Netzwerk aufbauen
Zurück in Deutschland kann Nils Lange immer noch nicht so richtig loslassen. So wundert es nicht, dass er sich auch zukünftig für das südamerikanische Land einsetzen will. Gemeinsam mit einem Freund vor Ort will er in Peru eine Initiative etablieren, die in ärmeren Regionen Häuser aus nachhaltigen Ressourcen aufbaut. Der 20-Jährige will dazu von Bobenheim-Roxheim aus Kontakte knüpfen, ein Netzwerk aufbauen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und die Finanzierung etwa durch Spendengelder auf die Beine stellen. Und ein weiteres Projekt schwebt Nils Lange vor. Er möchte in Deutschland Vortragsreihen organisieren, die sich dem Austausch für interkulturelles Verständnis widmen. Dazu möchte er gerne Fördermittel vom Bund beantragen.
Auch sonst hat sich Langes Blickwinkel auf Raum und Zeit geändert. „Es hat mich bei meiner Rückkehr schon überrascht, wie viel kleiner und enger hier alles ist“, erzählt Lange. Zu einem abschließenden Seminar seiner Organisation, das in Thüringen stattfand, fuhr er kurzerhand in einem mehrtägigen Trip mit dem Fahrrad.
Weiterhin im Sozialverein Kunterbunt engagiert
In den kommenden Wochen möchte er nun ein Praktikum bei einem Tischler machen. Ausgesucht hat er sich dazu einen Betrieb im niedersächsischen Wolfsburg. „Durch die Zeit in Peru bin ich nicht mehr so ortsgebunden wie früher“, meint Nils Lange dazu. Trotzdem will er Bobenheim-Roxheim und seiner Heimat treu bleiben. Im Sozialverein Kunterbunt etwa, bei dem er sich bereits vor seiner Reise nach Peru engagierte, will er weiterhin aktiv mitarbeiten. Und auch bei dem Verein Eine Welt Netzwerk, der sich für eine weltoffene Politik und kulturelle Vielfalt einsetzt, möchte sich Nils Lange engagieren. „Mir wird so schnell bestimmt nicht mehr langweilig“, ist sich der 20-Jährige sicher.