Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Kreis kommt mit Realschulneubau langsam, aber gut voran

Das Modell der geplanten neuen Realschule plus in Bobenheim-Roxheim.
Das Modell der geplanten neuen Realschule plus in Bobenheim-Roxheim. Archivfoto: BOLTE

Baubeginn wird frühestens im nächsten Sommer sein, trotzdem ist der Träger der Realschule plus Bobenheim-Roxheim sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Planungen. „Jetzt zeigt sich die Qualität des Architektenentwurfs“, schwärmt Referatsleiter Michael Pack von der Rhein-Pfalz-Kreisverwaltung.

Bis zum ersten Spatenstich für den Neubau des Unterrichtsgebäudes in der Grünstadter Straße wird noch eine Weile vergehen, und der Leiter des Referats Kreiseigenes Bauwesen spricht mit „Frühjahr/Sommer 2020“ nur einen Wunsch aus. Eine Prognose will er nicht abgeben. Denn die vergangenen Jahre haben ihm gezeigt, wie langwierig die Vorbereitungen sind, wenn man eine Schule bauen will, die bestmöglich die Anforderungen an Funktionalität, Ästhetik, modernen Unterricht und Barrierefreiheit erfüllt, und man dabei alle Zuschuss- und Vergaberegeln beachten muss.

Im Moment werden die Baukosten noch auf elf Millionen Euro geschätzt

Im Februar 2017 hatte der Kreisbauausschuss beschlossen, dass die Bobenheim-Roxheimer Schule nicht saniert, sondern bis auf Mensa, Pausenhalle und das historische Gebäude an der Straße abgerissen und neu gebaut wird, weil das wirtschaftlicher ist. Ein halbes Jahr später entschied sich der Ausschuss dafür, einen von externen Fachleuten betreuten Architektenwettbewerb auszurufen. Den gewann im Mai 2018 das Büro AV1 aus Kaiserslautern, und seit März dieses Jahres wurden von Fachingenieuren das Tragwerk und die technische Ausstattung der Schule geplant. So weit die Abläufe bisher. Nach den Sommerferien gehe es in die nächste Phase mit Blick auf die Baugenehmigung, sagt Michael Pack. „Erst dann kann man sagen, wann es mit dem Neubau losgehen könnte.“

Der für Schulen zuständige Kreisbeigeordnete Manfred Gräf (CDU) gibt für das im Moment noch auf Kosten von elf Millionen Euro geschätzte Projekt zu bedenken, dass die Baubranche boomt. „Die Frage ist, ob wir überhaupt die Firmen bekommen“, sagt er. Und Michael Pack schiebt nach: „Die derzeitige Lage ist so: Alles, was zeitintensiv ist, wird teuer.“ Deshalb überlege man, ob Bauteile vorgefertigt werden können, damit sich die Arbeitszeiten vor Ort für die Firmen verkürzen. „Da müssen wir gucken, was am Ende günstiger ist und ob es sich mit dem Schulbetrieb vereinbaren lässt.“

Bedingung des Landes ist, dass ein Neubau günstiger kommt als eine Sanierung

Wenn die Kostenberechnung da ist, muss sie – allgemeine Preissteigerungen herausgerechnet – mit den vor Jahren ermittelten Sanierungskosten verglichen werden. Denn es gilt laut Gräf und Pack nach wie vor die Bedingung des Landes, dass die wirtschaftlichste Variante gewählt werden muss. Der Referatsleiter hält es aber für äußerst unwahrscheinlich, dass der Neubau wieder verworfen werden muss. „Da bin ich relativ entspannt“, sagt er. „Wenn es teurer wird als gedacht, werden wir die Ausstattungsstandards ändern.“

Pack weiß diesbezüglich die Schulleitung an der Seite des Schulträgers: „Die will kein Traumschloss, sondern einen zeitgemäßen und funktionalen Bau mit ansprechender Architektur.“ Rektorin Sabine Reich sei Mitglied der Wettbewerbsjury gewesen, und im Kollegium gebe es „eine positive Grundeinstellung“ zu dem Entwurf von AV1. „Von der Schule sind bisher gute Impulse für die Planung gekommen, und die wurden eingearbeitet“, so Pack.

Der hohe Anspruch der Architekten habe sich gelohnt, meint Kreismitarbeiter Michael Pack

Zurzeit läuft der Abstimmungsprozess mit dem Zuschussgeber, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). Dabei gehe es unter anderem darum, ob in der Planung das Verhältnis von Nutzflächen (Räume) zu Verkehrsflächen (Flure und Treppen) stimmt, sagt Michael Pack. Hier zeige sich, dass sich die akribische Vorbereitung des Wettbewerbs und der hohe Anspruch der AV1-Architekten gelohnt hätten. Pack spricht im Hinblick auf die Erfüllung der ADD-Kriterien von einer Punktlandung.

Die Wettbewerbssieger haben einen kompakten, schnörkellosen Baukörper für eine dreizügige, auf vier Züge erweiterbare Schule entworfen und dabei auf viele „innere Zusammenhänge“ geachtet, wie Pack sagt. Zwei Beispiele: Die Schulküche kommt ins Erdgeschoss mit der Möglichkeit, sie nach außen hin zu öffnen. Und die Musikräume werden eine Verbindung zur Freifläche (Atrium) in der Mitte des dreistöckigen Gebäudes haben.

Gebaut wird im jetzigen Pausenhof in zwei Abschnitten bei laufendem Betrieb. Wenn die eine Hälfte des Schulhauses steht, ziehen alle Klassen dort ein. Dann wird das alte Gebäude abgerissen und die zweite Hälfte des Neubaus mit Fachräumen – zum Beispiel für Physikunterricht, Werken und Kochen – in Angriff genommen. Für etwa ein Jahr gibt es nach Einschätzung von Michael Pack für Lehrer und Schüler die Einschränkung, dass solcher Fachunterricht in den Klassensälen stattfinden muss. Für den imposanten Altbau an der Straße wird die neue Realschule plus laut Pack keine Verwendung mehr haben. Wie und wofür er weiter genutzt wird, sei noch unklar.

Der Entwurf der AV1-Architekten zeigt, wie die einzelnen Gebäudeteile in Beziehung zueinander stehen werden.
Der Entwurf der AV1-Architekten zeigt, wie die einzelnen Gebäudeteile in Beziehung zueinander stehen werden. ArchivFoto: BOLTE
Dieser Altbau wird später nicht mehr zur Realschule gehören.
Dieser Altbau wird später nicht mehr zur Realschule gehören. Foto: BOLTE
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