Rhein-Pfalz Kreis
Bobenheim-Roxheim: Idee des Naturkindergartens ist noch im Gespräch
Wie viele Eltern kleiner Kinder haben Interesse an einem Naturkindergarten in Bobenheim-Roxheim? Das soll die Gemeindeverwaltung in Erfahrung bringen. Die Grünen-Fraktion im Gemeinderat will ihre Idee einer Kita im Freien weiterverfolgen. Der aktuelle Mehrbedarf an Betreuungsplätzen soll allerdings in der Breslauer Straße gedeckt werden.
Im Frühjahr war von mehr als 50 fehlenden Plätzen und vier Möglichkeiten zur Lösung des Problems die Rede gewesen. Heute stellt sich die Situation anders dar, wie Bürgermeister Michael Müller (SPD) dem Gemeinderat vergangene Woche berichtete. „Die Warteliste ist im August zusammengeschrumpft, sodass nur noch eine neue Gruppe notwendig ist“, sagte er. Gleichzeitig hätten sich drei der Optionen, welche die Verwaltung ausloten sollte, zerschlagen – zum Beispiel mangels Investor ein Neubau in der Richard-Wagner-Straße (Bolzplatz), der nach einer Idee aus dem Rat sowohl einen Kindergarten als auch eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren beherbergen sollte.
Die protestantische Kirchengemeinde will offenbar nach dem Neubau ihres Kindergartens Löwenzahn nicht gleich wieder ein Erweiterungsprojekt an der Kita Regenbogen stemmen müssen. Ob die Container am Rathaus dauerhaft weiterbetrieben werden können, ist unwahrscheinlich, und ein Anbau an der katholischen Kita St. Laurentius „scheitert an ungeklärten Grundstücksverhältnissen“, so die Verwaltung, und an von der Kirche gewünschten, aber von der Gemeinde bereits abgelehnten Bedingungen.
Bleibt nur noch, die Integrative Gemeindekindertagesstätte in der Breslauer Straße auf die Möglichkeit einer Erweiterung hin zu prüfen. Das scheint derzeit die beste Idee zu sein, denn dort muss ohnehin das Dach saniert und die Frischkostküche renoviert oder gar vergrößert werden. Der Gemeinderat stimmte einhellig zu, dass diese Option näher untersucht wird.
Die Grünen bezweifeln, dass der Bedarf an Kindergartenplätzen zurückgegangen ist
Bedenken, dass behinderte Kinder einen Nachteil vom Kitaausbau in der Breslauer Straße haben könnten, räumte deren Leiter Matthias Dewald aus. „Auf die zwei bestehenden integrativen Gruppen wird das keinen Einfluss haben“, sagte er. Lediglich eine neue Regelgruppe sei womöglich zu wenig, befürchtete Pia Maffenbeier von Bündnis 90/Die Grünen. Sie bezweifelte aufgrund der Einwohnerstatistik den Rückgang beim Kitaplatzbedarf und wies darauf hin, dass in einer neuen Regelgruppe nur sechs unter Dreijährige betreut werden dürften, und genau in dieser Altersgruppe fehlten Plätze. Matthias Dewald versuchte, die Sorgen zu zerstreuen, räumte aber ein, dass die Bedarfsermittlung kompliziert sei. Er verwies unter anderem auf relativ viele Tagespflegeplätze für Kinder in Bobenheim-Roxheim.
Maffenbeier, die seit Kurzem Jugendbeauftragte der Gemeinde ist, blieb hartnäckig und kam auf die Idee eines Naturkindergartens zurück. Sie habe sich auf einem der Spielplätze umgehört und Eltern mit Interesse an so einem Angebot an die Verwaltung verwiesen. Prompt seien rund zehn E-Mails von Müttern und Vätern im Rathaus eingegangen. Die anderen Ratskollegen stimmten ebenfalls dafür, den Bedarf nun mittels Anschreiben und Hinweisen im Amtsblatt genauer abzufragen.
Ein Wald- oder Naturkindergarten werde nur halbtags betrieben, sagt die Verwaltung
Die Verwaltung hat für die Dorfpolitiker die landläufigen Kriterien für einen Wald- oder Naturkindergarten zusammengefasst. Die wichtigsten sind demnach, dass er nur von 8 bis 14 Uhr und mit höchstens 20 mindestens drei Jahre alten Kindern betrieben werden kann. Das Angebot könne also nur zusätzlich, aber nicht als Ersatz für die Option in der Breslauer Straße infrage kommen. Zudem müsse ein freier Träger gesucht werden.
Pia Maffenbeier meinte, mit der Zusatzkita könne man aber wenigstens ein paar über Dreijährige versorgen, um so anderswo Platz für jüngere Kinder zu schaffen.