Rhein-Pfalz Kreis
Bobenheim-Roxheim: Flüchtlingsunterkunft nach Brand bis auf Weiteres unbewohnbar
Einen Schaden in Höhe von 80.000 bis 100.000 Euro hat der Kellerbrand, der am Montagabend in einer Sammelunterkunft für Asylbewerber im Bobenheim-Roxheimer Pfalzring ausgebrochen war, verursacht. Laut Polizei und Feuerwehr ist die Unterkunft bis auf Weiteres unbewohnbar. Die rund 60 Bewohner des Hauses werden innerhalb des Landes umverteilt. Die Ursache für das Feuer ist indes noch unklar. Die Kriminalpolizei in Ludwigshafen hat einen Brandsachverständigen eingeschaltet.
Gegen 17.30 Uhr war am Montagabend im Keller der Unterkunft ein Feuer entdeckt worden. Laut Oliver Hetzel, stellvertretender Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bobenheim-Roxheim, waren offenbar Sperrmüll und alte Matratzen in Brand geraten. Das Feuer konnte zwar schnell gelöscht werden, doch laut Thomas Bader, Sprecher der Feuerwehr des Rhein-Pfalz-Kreises, sei die Elektroinstallation im Keller des Gebäudes aufgrund der großen Hitzeeinwirkung dabei derart beschädigt worden, dass die Unterkunft bis auf Weiteres unbewohnbar ist.
Die Nacht von Montag auf Dienstag hatten die Bewohner – darunter etliche Kinder – deshalb in der Jahnhalle verbracht. Diese war von einer Sanitätseinsatzgruppe des Rhein-Pfalz-Kreises notdürftig mit Feldbetten ausgestattet worden. Zuvor waren die Asylbewerber im Gerätehaus der Feuerwehr Bobenheim-Roxheim betreut worden. Im Laufe des Dienstags sind die Bewohner nun anderweitig innerhalb von Rheinland-Pfalz untergebracht worden. Ein Teil der Flüchtlinge komme bei Verwandten und Freunden unter. Der übrige Teil werde in die Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Speyer (AfA) gebracht.
Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen hat derweil die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache sei noch nicht klar, es werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es am Dienstag seitens der Polizei. Die Unterkunft – insbesondere die Kellerräume – sei durch das Polizeipräsidium Rheinpfalz versiegelt worden und werde von einem Sicherheitsdienst bewacht. Auf Anfrage teilte ein Sprecher am Dienstag mit, dass zur weiteren Klärung ein Brandsachverständiger eingeschaltet wurde.
Betroffen von den Auswirkungen des Feuers waren auch zwölf Bewohner der über der Flüchtlingsunterkunft gelegenen privaten Wohnungen. Aufgrund der unterbrochenen Stromversorgung mussten sie die Nacht von Montag auf Dienstag ebenfalls außerhalb ihrer Wohnungen verbringen und wurden durch die Gemeindeverwaltung Bobenheim-Roxheim teilweise in umliegenden Hotels untergebracht. Nach Baders Angaben wurde die elektrische Versorgung am Dienstag geprüft und wieder ans Netz geschaltet, sodass die Bewohner im Laufe des Tages wieder in ihre Wohnungen zurückkehren durften.
Bei dem Einsatz am Montagabend waren laut dem Feuerwehrsprecher insgesamt rund 115 Einsatzkräfte mit 31 Fahrzeugen von den Feuerwehren Bobenheim-Roxheim, Worms sowie der Verbandsgemeinden Lambsheim-Heßheim und Maxdorf im Einsatz, daneben die Führungsgruppe der Feuerwehr des Rhein-Pfalz-Kreises, der Regelrettungsdienst, die Schnelleinsatzgruppen Versorgung, Sanität und Betreuung, das Technische Hilfswerk aus Worms, Polizei sowie ein Notarzt.
Bereits vor einem Jahr war es in der Flüchtlingsunterkunft im Pfalzring zweimal zu Bränden im Keller gekommen. Am 11. und 13. September gab es am Abfallabladeplatz der Unterkunft jeweils einen Schwelbrand mit starker Rauchentwicklung. In beiden Fällen konnte das Feuer ohne größere Schäden gelöscht werden.