Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Bobenheim-Roxheim: Erstmals Vikarin in evangelischer Kirchengemeinde

„Glaube und Kirche haben in meiner Familie einfach immer eine große Rolle gespielt, sagt Franziska Boltenhagen.
"Glaube und Kirche haben in meiner Familie einfach immer eine große Rolle gespielt, sagt Franziska Boltenhagen. Foto: U. Boltenhagen/Frei

Seit Juli hat die protestantische Kirchengemeinde in Bobenheim-Roxheim erstmals eine Vikarin. Das heißt: Franziska Boltenhagen absolviert dort, nachdem sie ihr erstes theologisches Staatsexamen hinter sich hat, den praktischen Teil ihrer Ausbildung zur Pfarrerin.

Bis zum nächsten Sommer wird sie – angeleitet von Pfarrer Ralf Hettmannsperger – in Bobenheim-Roxheim die Aufgaben einer Gemeindepfarrerin kennenlernen und viele auch selbst übernehmen: Gottesdienste halten, Kinder taufen, Paare trauen und Konfirmanden unterrichten, aber auch Gemeindefeste organisieren und Verwaltungsarbeiten erledigen.

Franziska Boltenhagen ist, was man gerne als gradlinig beschreibt. Akkurate Frisur, schnörkellose Brille, verbindlicher Augenkontakt – klar, unaufgeregt. Das gilt auch für ihren Weg, der sie letztlich nach Bobenheim-Roxheim geführt hat. „Glaube und Kirche haben in meiner Familie einfach immer eine große Rolle gespielt“, sagt die 27-Jährige. Der Großvater Pastor, der Vater im Kirchenvorstand, die Mutter Leiterin des Kindergottesdienstes. Fast vorherbestimmt wirkt es, dass Franziska Boltenhagen in den Kirchendienst ging. „Ich habe früh gemerkt, dass es mir Spaß macht, mich in der Kirche zu engagieren“, erzählt die Vikarin.

Mit 15 zieht sie nach Bad Dürkheim und steigt dort in die Kirchenarbeit ein

Mit 15 Jahren zieht sie mit ihrer Familie aus dem Umland von Hannover nach Bad Dürkheim und findet direkt ihren Platz in der dortigen Kirchengemeinde. Sie leitet das Krippenspiel und fährt als Betreuerin mit auf Kinder- und Jugendfreizeiten. Ihr Theologiestudium beginnt sie in Marburg und beendet es in Heidelberg.

Seitdem ist sie Vikarin. Zunächst unterstützt sie an der Rheinschule in Bobenheim-Roxheim und dem Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal den Religionsunterricht, jetzt Pfarrer Hettmannsperger und sein Team. Das ist die letzte Phase vor dem zweiten Staatsexamen und die letzte Station, bevor die Evangelische Kirche der Pfalz ihr vermutlich eine „eigene“ Gemeinde, also eine Pfarrstelle übertragen wird. Das Ziel, auf das Franziska Boltenhagen so lange hingearbeitet hat.

Wo sie ihre erste Pfarrstelle antreten wird, weiß Boltenhagen noch nicht

„Vor allem Gottesdienste halte ich wahnsinnig gerne“, sagt die junge Frau. Ihre Feuerprobe in der Altrheingemeinde hat sie in dieser Hinsicht hinter sich – vor gut gefüllten Kirchenbänken, was in der Pfalz, wie sie weiß, nicht überall selbstverständlich ist. „Die Gemeinde hier ist eine, wie man sie sich wünscht: lebendig, engagiert, einfach toll!“ Noch etliche Monate bleibt Franziska Boltenhagen in der Gemeinde, und in den letzten vier Wochen wird sie sogar vollkommen eigenständig agieren. Als letzter Übungslauf vor dem eigenen Amtsantritt sozusagen.

Wo dieser sein wird, weiß die 27-Jährige noch nicht. Wünsche versuche die Landeskirche immer zu berücksichtigen, aber letztlich würden die jungen Pastoren dort eingesetzt, wo Stellen vakant sind. Ein Posten im Umkreis wäre für Franziska Boltenhagen ideal, schließlich hatte sie schon für ihr Vikariat Bobenheim-Roxheim bevorzugt ins Auge gefasst, weil ihr Lebensgefährte in Frankenthal arbeitet.

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