Rhein-Pfalz Kreis
Bobenheim-Roxheim: Corinna Kunz fordert einen barrierefreien Zugang zum Bürgerfest
Bobenheim-Roxheim. Dass behinderte Menschen ohne fremde Hilfe schwer oder gar nicht das Bürgerfest in Bobenheim-Roxheim besuchen können, das ärgert Corinna Kunz. Die 34-Jährige, die selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, wollte am Pfingstmontag aufs Festgelände am Rathaus. Das größte Hindernis waren laut Kunz die abgedeckten Leitungen und Wasserschläuche.
„Zum Glück war meine Freundin dabei. Ich wäre nicht alleine vorangekommen. Es gibt keinen barrierefreien Zugang zum Bürgerfest“, bemängelt Kunz. Nachdem ihr das Problem beim Bürgerfest nun schon zum zweiten Mal aufgefallen sei, findet sie, dass sich in Zukunft im Sinne von behinderten Menschen bei diesem Fest etwas bewegen müsse.
„Das Problem ist uns bekannt“, sagt Florian Lobocki, Vorsitzender von dem das Fest ausrichtenden Ortskartell Bobenheim-Roxheim auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Neuere gesetzliche Vorgaben schrieben jedoch vor, dass alle Leitungen mit Hartplastikschalen als Überfahrschutz bedeckt sein müssten. Diese seien aufgrund des steilen Winkels nur schwer zu passieren. „Das stört uns auch, aber wir müssen das so machen. Rollstuhlfahrer müssen diese rückwärts überqueren“, sagt Lobocki. Früher seien die Leitungen mit weicheren PVC-Matten abgedeckt worden. Diese seien leichter zu überfahren gewesen. Der Ortskartell-Vorsitzende verweist aber auf die freundlichen Menschen auf dem Fest, die mit Sicherheit bei Problemen behilflich sein würden. Es gebe einen kleineren Zugang zwischen den Zelten des Schützenvereins und des Sportclubs, der für Menschen mit Behinderungen besser geeignet sei. Als Organisator sei das Ortskartell aber dazu verpflichtet, alle Leitungen ordnungsgemäß abzudecken.
Falls es Probleme gebe, dann müsse der Behindertenbeauftragte Holger Voll Vorschläge machen, wie diese beseitigt oder verbessert werden könnten, sagt Beigeordneter Frank Peter (CDU). Voll könne die Sachlage besser einschätzen. „Dafür haben wir einen Behindertenbeauftragten.“ Als Ausrichter der Kerwe im September an gleicher Stelle sei die Gemeinde offen, Vorschläge umzusetzen.
„Wir müssen über den Platz als solches noch einmal reden“, sagt der Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Holger Voll. Er habe eine weitere Beschwerde über die sozialen Medien wahrgenommen. Hier hätte sich ein Bürgerfest-Besucher beschwert, dass es keine behindertengerechte Toilette gab. Die Anschaffung einer solchen Toilette wurde allerdings bereits vom Gemeinderat beschlossen. Der Behindertenbeauftragte sieht jedoch generell das Problem, dass der Untergrund des Platzes am Rathaus nur eingeschränkt für solche Veranstaltungen tauglich sei. Die Hartplastikbrücken zur Abdeckung von Leitungen seien für ebene Wege konzipiert. Auf der Rathauswiese würden die Brücken stellenweise nicht exakt aufliegen, was das Überqueren zusätzlich erschwere. „Da müssen Stellen geschaffen werden, an denen Rollstuhlfahrer besser drüber kommen“, betont Voll. „Bisher ist das schlecht gelöst. Da gibt es sicher Gesprächsbedarf.“